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Kooperation soll Limburger Wochenmarkt dauerhaft sichern

Den Limburger Wochenmarkts zu verbessern, ihn dauerhaft zu sichern und das Angebot möglichst auszubauen, darüber gibt es in der Verwaltung und der Politik seit einigen Jahren immer wieder Beratungen und Gespräche. Nun wartet der Magistrat mit einem Lösungsvorschlag auf: Veranstalter des Wochenmarktes bleibt die Stadt, die operative Durchführung wird in die Hände der „Deutschen Marktgilde“ gelegt. Stimmt die Stadtverordnetenversammlung dem Vorschlag zu, könnte die Kooperation am 1. September beginnen.

Dass der Wochenmarkt eine Herzensangelegenheit der Limburger Stadtpolitik ist, wird immer dann deutlich, wenn Veranstaltungen auf den Neumarkt drängen. Bis auf wenige Ausnahmen (Summer Games, Christkindlsmarkt, Rheingauer Weintage) ist der zentrale Platz mittwochs und samstags für Events tabu, außer der Aufbau dafür beginnt erst, wenn die letzten Marktstände den Platz verlassen haben. Allerdings geht auch am Wochenmarkt die generelle Entwicklung nicht spurlos vorüber. Gerade mittwochs ist das Angebot doch sehr überschaubar geworden.

„Mit der nun angedachten Kooperation wollen wir den Wochenmarkt stärken, seine Attraktivität steigern - ohne dabei alles über den Haufen zu werfen. Dabei haben wir vor allem den Mittwoch im Blick, der gegenüber dem Geschehen am Samstag doch deutlich zurückfällt“, verdeutlicht der 1. Stadtrat Michael Stanke. Wenn dann auch der Samstag mit seinem größeren Angebot ebenfalls noch zulegt, umso besser. „Für viele Besuchende ist der Wochenmarkt ein wichtiger Teil ihres Aufenthalts in der Stadt, die den Einkauf von Obst und Gemüse gerne mit Zeit in einem Café oder mit Shoppen verbinden“, ist Stanke überzeugt.

Mit der angedachten Kooperation soll der Wochenmarkt seine Magnetfunktion verstärken, das komme der gesamten Innenstadt zugute, ist auch Christoph Leber überzeugt, der im Ordnungsamt als Abteilungsleiter für das Marktgeschehen zuständig ist. Für ihn ist klar, dass in der allgemein rückläufigen Bedeutung des Wochenmarktes, die keineswegs nur in Limburg, sondern an vielen anderen Standorten ebenfalls zu beobachten ist, externer Sachverstand nicht nur hilfreich, sondern auch notwendig ist, um gezielt Verbesserungen anzugehen.

In Limburg soll dies durch die vorgeschlagene Kooperation mit der Deutschen Marktgilde geschehen. Die vorgesehene Kooperation sieht vor, dass die Stadt letztverantwortlicher Veranstalter bleibt. Somit bleiben bei ihr Einwirkungs- und Steuerungsmöglichkeiten in grundsätzlichen Belangen wie etwa dem Sortiment, den Marktzeiten sowie der Durchführung einzelner Aktionen zur Steigerung der Attraktivität des Wochenmarktes. Zudem ist die Stadt als Veranstalter gefragt, wenn es Überschneidungen zwischen den Wochenmarktzeiten und externen oder stätischen Veranstaltungen gibt, die auf dem Neumarkt stattfinden sollen und dadurch den Platz für das Marktgeschehen einschränken. Und schließlich gibt es in der angedachten Zusammenarbeit die Möglichkeit, dass die Stadt auch wieder dahin zurückkehrt, den Wochenmarkt in Eigenregie zu betreiben.

Die Aufgabe der Deutschen Marktgilde, die nach eigenen Angaben an 111 Standorten und auf 164 Marktplätzen aktiv ist: Das Marktgeschehen auf die Beine zu stellen und zu organisieren. Sie hat die bestehenden Marktzeiten (mittwochs und samstags) zu übernehmen und ist für die Bestückung des Neumarktes mit Marktständen zuständig, wobei die beiden Dauermarktstände sowie bestimmte Veranstaltungen und die sich daraus ergebenden Nutzungseinschränkungen ausdrücklich bekannt sind. Die Standgebühren, die bisher von der Stadt erhoben wurden, gehen an die Marktgilde, die Stadt übernimmt zudem noch einen Zuschuss an die Marktgilde über einen Zeitraum von zwei Jahren, da die Standgebühren nicht wirtschaftlich auskömmlich sind. Nach zwei Jahren sollen die Marktbeschicker entsprechende Gebühren zahlen, ohne finanzielle Unterstützung der Stadt.

Alle bestehenden Beschicker sollen auch unter den neuen Voraussetzungen zugelassen werden und die bestehende Aufstellung beziehungsweise Anordnung auf dem Platz soll weiter bestehen bleiben. Veränderungen kann es jedoch geben, wenn sich das Marktgeschehen durch neue Beschicker weiterentwickelt oder es Veranstaltungen gibt, die eine Änderung erfordern.

Die Marktgilde hat beim Zustandekommen der Kooperation einen festen Marktmeister zu stellen, der an jedem Markttag vom Beginn des Aufbaus bis zur Räumung des Platzes anwesend ist und den Beschickern als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Zugleich ist der Marktmeister für die Einhaltung der „Marktordnung“ zuständig (Zuteilung und Überwachung Standplätze, Überwachung der Strom- und Wasseranschlüsse und mehr).

„Wir erhoffen uns durch die Kooperation und Einbindung der Marktgilde eine gezielte Weiterentwicklung des Angebots auf dem Wochenmarkt, denn die Gilde verfügt über ein beträchtliches Netzwerk an Marktbeschickern. Über solche Kontakte verfügen wir nicht“, verdeutlicht der 1. Stadtrat. Zugleich habe die Gilde reichlich Erfahrungen mit Aktionen unterschiedlichster Art, mit denen sich die Attraktivität des Wochenmarkts steigern lasse.

Eine Kooperation könnte ab Anfang September zum Tragen kommen, für die Marktbeschicker soll es zuvor noch eine Informationsveranstaltung geben. Die Vereinbarung wird eine Probezeit beinhalten, die über 15 Monate laufen soll. Nach zwölf Monaten soll der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung einen Erfahrungsbericht vorlegen und Empfehlungen für das weitere Vertragsverhältnis geben.   

01.06.2026 

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