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Kampagne Frischer Wind für Limburg

Limburg gehört zu den Kommunen in Deutschland, in denen regelmäßig die seit 2010 europaweit geltenden Grenzwerte für Stickoxide überschritten werden. Dabei zählte Limburg im Jahr 2016 zu den zehn am stärksten belasteten Städten in Deutschland. Im Jahr 2018 haben sich die NO2-Jahresmittelwerte – mit Ausnahme der Luftmessstationen Schiede und Stephanshügel – gegenüber 2017 leicht verbessert – von einer dauerhaften Entspannung kann jedoch nicht die Rede sein.

An der Luftmessstation Schiede sowie an den Passivsammlern Schiede I, Schiede II sowie Frankfurter Straße werden nach wie vor teils deutliche Überschreitungen des gesetzlich zulässigen Grenzwertes von 40 µg/m³ gemessen. Um die Lufthygiene in der Limburger Innenstadt kontinuierlich zu verbessern, bedarf es weiterer zahlreicher Anstrengungen aller. Als Grundlage für eine nachhaltige Mobilitätswende wurde der sogenannte „Green City Plan“ als Sofortmaßnahmenpaket unter Beteiligung der lokalen Akteure erstellt und am 27.08.2018 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Dieser Plan bietet die Grundlage für zahlreiche Förderprogramme für Sofortmaßnahmen zur Luftreinhaltung mit dem Ziel, die NO2-Belastung an den Hot Spots (Brennpunkten) dauerhaft zu senken, die Grenzwerte einzuhalten und Dieselfahrverbote zu verhindern.

Die insgesamt 19 Maßnahmenpakete sind 8 Handlungsfelder zugeordnet. Die Handlungsfelder sind: Digitalisierung und Verkehrslenkung, Elektrifizierung / alternative Antriebe, Radverkehrsförderung, Urbane Logistik, Vernetzung von Verkehrsträgern, Mobilitätsmanagement, ÖPNV und Kommunikation. Der Green City Plan Limburg sowie weitere Informationen über die Lufthygiene in Limburg können im Internet unter www.limburg.de/luft eingesehen werden. Zum letzten Handlungsfeld gehört die Kampagne „Frischer Wind für Limburg“.

Der Green City Plan ermöglicht als Maßnahmenpaket im Sofortprogramm des Bundes „Saubere Luft 2017-2020“, Förderanträge für die einzelnen Maßnahmenbausteine zu stellen. Es liegen folgende Maßnahmen Bewilligungsbescheide des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI): A1 Mobilitätsportal, A2 Ausbau des Verkehrsleitsystems, A3 Dynamische Fahrgastinformation sowie zur Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks.Ein Förderantrag für eine weitere Maßnahme soll im Rahmendes 4. Förderaufrufs zur Digitalisierung von Verkehrssystemen in Kürze eingereicht werden (Stand August 2019). Es handelt sich dabei um die Modernisierung und Erweiterung des Parkleitsystems mit einem umfassenden Parkraummanagement (Parkraumkonzept mit Parkraumbewirtschaftungskonzept).

Regelmäßig werden die städtischen Gremien der Kreisstadt Limburg an der Lahn sowie die Öffentlichkeit über den Umsetzungsstand des Green City Plans informiert.

An alle, die in unserer Stadt etwas verändern wollen

Limburg ist eine kleine Stadt mit einem großen Problem. An verschiedenen Stellen in der Innenstadt sind erhöhte Konzentrationen von Stickstoffdioxiden zu verzeichnen.

Die gesetzlichen Grenzwerte von 40 µg/m³ im Jahresmittelwert werden regelmäßigüberschritten. Im Jahr 2018 verzeichnete die Luftmessstation an der Schiede einen Jahresmittelwert von 49 µg/m³. Die vielen Anstrengungen der Stadt zur Verbesserung der Lufthygiene können nur zum Erfolg führen, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten. So zählt nicht nur die Verbesserung der Rahmenbedingungen für umweltschonenden Straßenverkehr zu den wichtigen Bausteinen einer Mobilitätswende, auch Ihr persönliches Mobilitätsverhalten ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Mit dieser Kampagne möchte ich Sie, alle Bürgerinnen und Bürger, unsere Einpendler, Besucher und Schüler, dazu ermuntern, das Auto stehen zu lassen und stattdessen Bus, Bahn oder das Fahrrad zu nutzen oder einfach mal zu Fuß zu gehen. Das spart nicht nur Zeit und Geld, es fördert Ihre Gesundheit und vor allem die Lufthygiene in unserer Stadt. Nur gemeinsam schaffen wir es, drohende Dieselfahrverbote abzuwenden und dauerhaft das Luftproblem in der Innenstadt zu lösen.

Ihr Dr. Marius Hahn Bürgermeister

Welche Luft atmen wir in Limburg?

Stickoxide (NOx) entstehen vor allem bei der Verbrennung von fossilen Treibstoffen. Sie belasten bei anhaltender Einwirkung und in hohen Konzentrationen die Gesundheit. Deshalb wurde in der EU ein Grenzwert für Stickstoffdioxid (40 µg/m³ im Jahresmittel) eingeführt, der die Bevölkerung an allen Orten vor nachteiligen gesundheitlichen Folgen schützen soll.
Hohe Stickoxid-Konzentrationen stellen immer eine gesundheitliche Belastung dar. Dabei trifft es empfindliche Menschen, wie Personen mit Asthma, Kleinkinder und ältere Menschen in besonderem Maße.
Die mittleren NO2-Konzentrationen in der Außenluft sind abgesehen von der Luftmessstation Schiede in Limburg seit Jahren rückläufig, liegen allerdings immer noch über dem Grenzwert, weshalb in Limburg Diesel-Fahrverbote drohen.
Quelle: Umweltbundesamt, HLNUG

Visualisierung der NO2-Werte

Der Blick auf das Smartphone ist Routine, dort bieten zahlreiche Apps eine Fülle von Informationen. Per App gibt es auch Infos zur Luftqualität. Wie es um die aktuelle Belastung der Luft durch Stickstoffdioxid bestellt ist, zeigt „der Stadtluftanzeiger“.
Die App greift die Messwerte des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) ab, darunter befinden sich auch die Werte der Luftmessstation an der Schiede in Limburg.

Unter www.stadtluftanzeiger.de kann die App heruntergeladen und die Luftmessstation Schiede als Favorit ausgewählt und festgelegt werden. Alle 60 Minuten erfolgt ein Update der aktuellen Messzahlen. So können Sie sich jederzeit über die aktuelle Schadstoffbelastung der Luft informieren, die Werte der vergangenen Tage und Monate einsehen und miteinander vergleichen. Und das nicht nur für die Messstellen in Limburg, sondern für insgesamt 400 Städte in Deutschland.

Geplante Maßnahmen zur Luftverbesserung

  • Ausbau des E-Carsharings der EVL mit weiteren Standorten im Stadtgebiet
  • Einführung eines Mobilitätsmanagements in der Stadtverwaltung
  • Ausbau des Verkehrsleitrechners zu einem umweltsensitiven Verkehrsleitsystem
  • Dynamische Fahrgastinformationen am ZOB, in der Innenstadt und in allen Stadtteilen an je einer Bushaltestelle
  • Aufbau eines Mobilitätsportals
  • Ausbau des Parkleitsystems und Einführung eines Parkraummanagements
  • Weitere Fahrradwege, Schutzstreifen und Abstellanlagen
  • Einführung einer City-Logistik in der Innenstadt in Zusammenarbeit mit dem City-Ring, der IHK und dem Altstadtverein
  • Erstellung eines gesamtstädtischen Radverkehrskonzepts mit einer vertiefenden Untersuchung einer Radhauptwegeverbindung Diez, Limburger Innenstadt und ICE-Bahnhof Ausbau des AST und Prüfung weiterer Abrufangebote
  • Umstellung des Fuhrparks der Stadt auf E-Mobilität
  • Neue Buslinie 6
  • Bau weiterer und Verbesserung bestehender Fahrradstreifen im Stadtgebiet und Ausbau der Fahrradabstellanlagen
 

Was jeder Einzelne tun kann