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Datum: 28.05.2026

Limburg erhält Fördermittel aus dem Bundesprogramm »Demokratie leben!«

Die Stadt Limburg an der Lahn erhält Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und baut seit dem 1. April 2026 eine eigene Partnerschaft für Demokratie auf. Ziel ist es, demokratische Teilhabe vor Ort zu stärken, Vielfalt sichtbar zu machen und Extremismus sowie Diskriminierung entschlossen entgegenzutreten.

Demokratie ist in der heutigen Zeit ein wertvolles Gut, das geschützt und verteidigt werden müsse. In einer Zeit, in der autokratische Tendenzen weltweit erstarkten, soziale Medien das Meinungsbild prägten und Extremismus und Menschenfeindlichkeit sowie Antisemitismus zunähmen, gewinne die Förderung demokratischer Werte zunehmend an Bedeutung, erläutert Michael Stanke, 1. Stadtrat der Stadt Limburg.

Zugleich betont er die Bedeutung der Förderung: „Gerade erleben wir, wie wichtig ein starkes, demokratisches Miteinander ist. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie braucht Engagement, Mut und aktive Beteiligung. Deshalb sind wir besonders dankbar, dass wir Fördermittel erhalten, mit denen wir den Dialog vor Ort unterstützen und Menschen die Möglichkeit geben, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“

Limburg ist eine vielfältige Stadt, in der Menschen aus mehr als 120 Nationen eine Heimat gefunden haben. Zahlreiche Vereine und Initiativen leisten dabei einen wichtigen Beitrag für Integration, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Teilhabe. Einrichtungen wie die Kulturenwerkstatt Limburg, LimBUNT sowie Sport- und Musikvereine schaffen niedrigschwellige Angebote, die Begegnung ermöglichen und Menschen zusammenbringen.

Die aktuelle polizeiliche Kriminalstatistik des Landes Hessen verdeutlicht die gesellschaftliche Relevanz demokratischer Bildungs- und Präventionsarbeit. Die Zahl antisemitischer Straftaten ist im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent von 357 auf 374 Fälle gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Zahl queerfeindlicher Straftaten seit 2021 mehr als vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurde mit 141 Fällen ein neuer Höchststand erreicht.

Michael Brand, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erklärt:

„Unsere Demokratie ist stark und muss weiter verteidigt werden. ‚Demokratie leben!‘ bleibt ein wichtiger Beitrag für die Stärkung unseres demokratischen Rechtsstaates. Mit den Partnerschaften für Demokratie stärkt der Bund gemeinsam mit unseren Kommunen unsere Demokratie ganz konkret vor Ort. Wir fördern demokratische Teilhabe und wollen das noch stärker über die breite Mitte unserer Gesellschaft tun – analog wie auch im digitalen Raum.“

Partnerschaft für Demokratie in Limburg

Die Partnerschaft für Demokratie Limburg ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Geplant ist die Einrichtung eines Bündnisses sowie eines Jugendforums, um insbesondere junge Menschen aktiv an demokratischen Prozessen zu beteiligen.

Im Mittelpunkt der Partnerschaft stehen Projekte und Maßnahmen zur Förderung demokratischen Engagements, zur Stärkung gesellschaftlicher Vielfalt sowie zur Prävention von Extremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Angesprochen werden hiervon insbesondere Kinder und Jugendliche, Eltern und Familienangehörige.

Förderung bis 2032 geplant

Die geplante Projektlaufzeit der Partnerschaft für Demokratie Limburg erstreckt sich vom 1. April 2026 bis zum 31. Dezember 2032. Der aktuelle Bewilligungszeitraum umfasst zunächst den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2026.

Für die ersten neun Monate erhält die Stadt Limburg eine Gesamtförderung in Höhe von rund 117.000 Euro.

Die Finanzierung erfolgt zu 90 Prozent durch Bundesmittel in Höhe von 105.000 Euro. Die verbleibenden zehn Prozent werden durch das Land Hessen sowie einen Eigenanteil der Stadt Limburg getragen.

„Demokratie leben!“
Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ stärkt Demokratiebildung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Extremismusprävention. Es unterstützt Kommunen, Länder und andere Akteure bei der Stärkung und Verteidigung unserer Demokratie und hilft bei Prävention und Bekämpfung von Radikalisierung.
Mit der Reform des Programms ab 2027 setzt die Bundesregierung besondere Schwerpunkte bei Schulen, Vereinen, der Arbeitswelt sowie im digitalen Raum.
 „Partnerschaften für Demokratie“
Die Partnerschaften für Demokratie bilden das Herzstück des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Bundesweit sind schon jetzt 355 kommunale Partnerschaften jedes Jahr in tausenden Projekten aktiv.
Die Demokratie-Partnerschaften bringen Kommunen, Vereine, Schulen, Jugendverbände, Feuerwehren, Kultur- und Sporteinrichtungen zusammen. Dadurch soll insbesondere die breite demokratische Mitte der Gesellschaft gestärkt und Menschen dort erreicht werden, wo der demokratische Dialog im Alltag tatsächlich auch stattfindet.

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