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Datum: 08.05.2026

Erste Pachtabgabe vom Bürgerweinberg »Limburger Schlosswingert«

Mit der ersten Weinernte schreibt der Bürgerweinberg rund um den Verein „Limburger Schlosswingert“ ein neues Kapitel regionaler Weinkultur. Ganz im Sinne der alten Bauernregel „Heißer Sommer, guter Wein“ durfte sich die engagierte Gemeinschaft im vergangenen Jahr über hervorragende Bedingungen und eine erfolgreiche Jungfernlese freuen. Nun war es so weit und Bürgermeister Dr. Marius Hahn durfte die erste Pachtabgabe bestehend aus drei Flaschen Souvignier Gris und drei Flaschen Felicia entgegennehmen.

„Was hier in wenigen Jahren entstanden ist, verdient großen Respekt. Die Qualität des Weins spricht für sich und man schmeckt in jedem Glas die Hingabe, mit der der Verein arbeitet“, betonte Hahn bei der Übergabe.

Die Stadt Limburg ist Eigentümerin des Schlossbergs und hat diesen, nachdem der Weinberg aufwendig umgestaltet worden war, an den Verein Limburger Schlosswingert verpachtet. Zehn Prozent des jährlichen Weinertrags sind im Rahmen der Pachtvereinbarung an die Stadt Limburg zu übergeben. Die Pachtabgabe dient künftig als Geschenk für all jene, die sich in besonderer Weise um Limburg verdient gemacht haben, so Hahn.

Gegründet wurde der Verein Limburger Schlosswingert im März 2022 mit 35 Mitgliedern, zählt der Verein heute über 100 Unterstützerinnen und Unterstützer. Rund 20 Prozent von ihnen engagieren sich aktiv in der praktischen Arbeit im Weinberg. Mehr als 100 Arbeitsstunden sind allein im Jahr 2026 bereits geleistet worden. Ein Großteil davon für aufwendige Grünpflegearbeiten im Hang. Zugleich versteht sich der Bürgerweinberg als Lernort: Fundiertes Weinwissen wird kontinuierlich vermittelt, vom Rebschnitt bis zur Lese.

Corinna John, Schriftführerin des Vereins Limburger Schlosswingert, zeigt sich stolz auf die ersten Flaschen aus dem Bürgerweinberg: „Die erste Ernte bleibt unverkäuflich. Stattdessen stehen in diesem Jahr die Pachtabgabe sowie zwei sogenannte Schlenderweinproben im Mittelpunkt, bei denen Interessierte den Weinberg und seine Weine vor Ort kennenlernen können.“

Im Jahrgang 2025 wurden rund 40 Kilogramm der Rebsorte Souvignier Gris gelesen. Daraus entstanden 27 durchnummerierte Flaschen, eine streng limitierte Edition, wie John betont. Charakteristisch für diese pilzwiderstandsfähige Sorte (PiWi) ist ihre Farbveränderung: Mit zunehmender Reife färben sich die Trauben rötlich. Die eingezüchteten roten Pigmente dienen dabei als natürlicher Sonnenschutz. Der Ausbau erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Winzerfamilie Kühne in Oestrich-Winkel, die ebenfalls mit Souvignier Gris arbeitet. Gemeinsam wurden darüber hinaus 600 Liter als Verkaufswein bei der Winzerfamilie Kühne ausgebaut.

Auch die Rebsorte Felicia überraschte positiv: Obwohl in geringerer Menge gepflanzt, konnten ebenfalls rund 40 Kilogramm geerntet werden – ausreichend für 25 Flaschen. Die hellere Traube zeichnete sich durch besonders große Beeren und einen unerwartet hohen Ertrag aus. Die Abfüllung erfolgte in Weilburg.

Unterstützt wird das Projekt von einem professionellen Weingut, das unter anderem die Laboranalysen begleitet und die Qualitätssicherung gewährleistet. Auch die angestrebten Referenzwerte der des Hofgut Geilweilerhof (Institut für Rebenzüchtung) wurden erfreulich gut erreicht.

Ein Teil des Weins wurde kurz vor der Weinmesse abgefüllt. Dort konnten bereits mehr als 300 Liter verkauft werden. Der Erlös fließt vollständig in weitere Investitionen. Langfristiges Ziel ist der Aufbau eines vollständigen Weinbetriebs am Bürgerweinberg Limburg, verbunden mit einem lebendigen Ort der Wissensvermittlung rund um Weinbau und Önologie.

Der organisatorische und praktische Aufwand bleibt hoch. „Im Grunde führen wir einen Winzerbetrieb, einen Verein und zugleich einen kleinen Garten- und Landschaftsbaubetrieb“, so John. Die Vielfalt der Aufgaben, von der Pflege über Veranstaltungen bis hin zur Vermarktung, wurde anfangs von allen Beteiligten unterschätzt. Umso größer ist der Stolz auf das bislang Erreichte.

Auch gestalterisch setzt der Bürgerweinberg Akzente: Das Etikett der ersten Edition ist eine Hommage an das legendäre Design des Château Mouton Rothschild. Passend zur Jungfernlese ziert in diesem Jahr jeweils eine Jungfrau die Flaschen der beiden Rebsorten. In bester Tradition soll die Gestaltung künftig zum kreativen Spielfeld werden: Kommende Jahrgänge sollen von lokalen Künstlerinnen und Künstlern individuell entworfen werden und jede Flasche zu einem eigenständigen Sammlerstück machen.

Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Bürgerweinberg und den Weinanbau interessieren, können sich beim Verein Limburger Schlosswingert melden: www.limburger-schlosswingert.de

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