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Datum: 29.09.2026

Neue Stolpersteinpaten sorgen für aufpolierte Stolpersteine

35 Schülerinnen und Schüler zweier achter Klassen der Leo-Sternberg-Schule haben in dieser Woche eine besondere Aufgabe übernommen: Sie brachten die 119 Stolpersteine in der Limburger Innenstadt wieder zum Glänzen. Damit verhelfen sie nicht nur den mit Namen und Lebensdaten versehenen Steinen zu neuem Glanz, sondern rücken auch die Menschen und ihre Schicksale wieder in den Blick, an die die Stolpersteine erinnern.

Die Stolpersteine sind ein wichtiger Teil der Limburger Erinnerungskultur. Sie erinnern an Menschen, die an den jeweiligen Orten gelebt haben und während der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Die Messingtafeln machen ihre Namen und Schicksale im Alltag sichtbar und erinnern daran, wohin Ausgrenzung und Verfolgung führen können.

Dr. Christoph Waldecker, Archivar der Stadt Limburg, betreut die Stolpersteinpatenschaft mit der Leo-Sternberg-Schule bereits seit 2013. Während der aktuell dreijährigen Patenschaft erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Lebensgeschichten der Menschen, an die die insgesamt 134 Stolpersteine im Limburger Stadtgebiet erinnern. Neben regelmäßigen Reinigungsaktionen gehören auch die Begleitung von Gedenkveranstaltungen, das Sammeln von Spendengeldern und die Beteiligung an der Verlegung neuer Stolpersteine zum Programm.

Stets an der Seite der Schülerinnen und Schüler sind die beiden Lehrerinnen Sarah Kollig und Petra Scheffel. Sie begleiten die in Gruppen aufgeteilten Jugendlichen bei der Stolpersteinreinigung. Auch Schulleiter Attilio Forte war am Treffpunkt auf dem Kornmarkt dabei und zeigte den Schülerinnen und Schülern, wie sie mit Tüchern, Schwämmen, Polierpaste und Wasser die Messingtafeln wieder zum Glänzen bringen.

An jedem Stolperstein hielten die Schülerinnen und Schüler eine Gedenkminute ab. Wurden sie von Passanten angesprochen, erklärten sie, was sie tun und warum die Stolpersteine für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wichtig sind. Dass es bei der Stolpersteinreinigung auch zu einem unerfreulichen Zwischenfall kam, zeigt, wie wichtig die Erinnerungsarbeit ist und wie notwendig es bleibt, das „Nie wieder“ auch in der Gegenwart und für die Zukunft mit Leben zu füllen.

Bis zum Ende ihrer Schulzeit werden die 35 jungen Menschen die Patenschaft weiterführen und sich mit den Lebensgeschichten der 134 Menschen auseinandersetzen, an die die Limburger Stolpersteine erinnern.

Die Leo-Sternberg-Schule, benannt nach dem am 7. Oktober 1876 in Limburg geborenen Schriftsteller, Dichter und Richter jüdischen Glaubens Leo Sternberg, der am 26. Oktober 1937 im Exil auf Hvar in Kroatien starb, hat 2012 beschlossen, sich für das Stolpersteinprojekt einzusetzen. Auch die Stadtpolitik hat sich zu diesem Zeitpunkt für die Verlegung von Stolpersteinen in Limburg ausgesprochen. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Patenschaften, pflegen die Stolpersteine und sammeln Spenden für die Verlegung neuer Stolpersteine. Dazu gehört auch der Besuch von Gedenkstätten. Ziel ist es, Geschichte erlebbar zu machen und mit dem Wissen über die Schrecken der Vergangenheit dazu beizutragen, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen.

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