Mobilität gemeinsam denken: Laura Mette begleitet Interkommunalen Mobilitätsplan
Wie sieht die Mobilität der Zukunft in der Region aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich Laura Mette als Projektleiterin des Interkommunalen Mobilitätsplans für Beselich, Brechen, Elz, Hadamar, Hünfelden und Limburg. Gemeinsam mit den beteiligten Kommunen arbeitet sie seit Anfang Mai daran, Mobilität künftig nachhaltiger, alltagstauglicher und bedarfsgerechter zu gestalten.
Laura Mette bringt für diese Aufgabe sowohl fachliche Expertise als auch vielfältige praktische Erfahrungen mit. Sie studierte Geographie sowie Wirtschaftsgeographie und Raumentwicklungspolitik an der Justus-Liebig-Universität Gießen und sammelte während ihres Studiums und ihrer beruflichen Laufbahn Auslandserfahrungen in Ungarn, Südafrika und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Heute liegt ihr beruflicher Schwerpunkt auf dem kommunalen Mobilitätsmanagement. Dabei hat sie sich intensiv mit den unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnissen von Kommunen, Schulen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern auseinandergesetzt. Dieses Wissen möchte sie nun in die Entwicklung des Interkommunalen Mobilitätsplans einbringen.
„Mobilität betrifft uns alle – jeden Tag und auf ganz unterschiedliche Weise“, beschreibt Mette den Ausgangspunkt ihrer Arbeit. „Deshalb ist es wichtig, genau hinzuschauen: Wie bewegen sich die Menschen in unserer Region? Wo gibt es bereits gute Angebote und wo bestehen noch Lücken? Und welche Lösungen passen tatsächlich zu den Menschen und den Gegebenheiten vor Ort?“
Sechs Kommunen, ein gemeinsames Ziel
Am Interkommunalen Mobilitätsplan beteiligt sind Beselich, Brechen, Elz, Hadamar, Hünfelden und Limburg. Gemeinsam wollen die sechs Kommunen einen strategischen Rahmen für die zukünftige Mobilitätsentwicklung in der Region schaffen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Mobilität endet nicht an einer Gemeindegrenze. Menschen fahren täglich über kommunale Grenzen hinweg – zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen, zu Freizeitangeboten oder zu anderen wichtigen Zielen.
„Menschen bewegen sich jeden Tag über die Grenzen ihrer Wohnorte hinaus. Deshalb kann auch Mobilität nicht ausschließlich innerhalb einzelner Gemeindegrenzen betrachtet werden“, erklärt Laura Mette.
Der Interkommunale Mobilitätsplan soll Politik und Verwaltung dabei unterstützen, langfristig gute Entscheidungen für die Mobilität in der gesamten Region zu treffen.
Eine Herausforderung bei der Verkehrsplanung besteht darin, dass einzelne Kommunen zwar gute Lösungen entwickeln können, diese aber nicht automatisch zu den Angeboten in den Nachbarkommunen passen.
Ein Beispiel ist der öffentliche Nahverkehr: Eine Busverbindung kann innerhalb einer Kommune gut ausgebaut sein. Fehlt jedoch ein passender Anschluss in die Nachbargemeinde oder in einzelne Ortsteile, ist das Angebot für viele Menschen nur eingeschränkt nutzbar und nicht attraktiv. „Wenn jede Gemeinde nur für sich plant, entstehen schnell einzelne Lösungen, die nicht miteinander verbunden sind“, sagt Mette. „Die gemeinsame Planung bietet die Möglichkeit, Verkehrsangebote über Gemeindegrenzen hinweg aufeinander abzustimmen und dadurch ein zusammenhängendes Netz zu schaffen.“
Dabei werden sämtliche Formen der Mobilität betrachtet. Dazu gehören Auto, Bus und Bahn, Fahrrad und Fußverkehr. Ziel ist nicht, einzelne Verkehrsmittel gegeneinander auszuspielen, sondern sie sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Die interkommunale Zusammenarbeit bietet darüber hinaus weitere Vorteile: Die Kommunen können Erfahrungen und Wissen austauschen, Ressourcen bündeln und Projekte gemeinsam entwickeln. Dadurch können Lösungen effizienter und teilweise auch kostengünstiger umgesetzt werden.
Die Erstellung des Interkommunalen Mobilitätsplans wird vom Land Hessen im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige integrierte Mobilitätspläne“ unterstützt.
Der Interkommunale Mobilitätsplan entsteht Schritt für Schritt und unter Beteiligung verschiedener Akteure. Ein politischer Lenkungskreis begleitet den Prozess auf politischer Ebene. In einem Arbeitskreis mit Interessenvertretungen der Bevölkerung werden weitere Perspektiven eingebracht. Das Kernteam, welches aus am Planungsprozess beteiligten Personen besteht, übernimmt die operative Arbeit und koordiniert den laufenden Planungsprozess.
Je nach Fragestellung werden außerdem externe Planungsbüros hinzugezogen. Eine besondere Bedeutung hat die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.
Denn wer täglich mit dem Auto, Bus und Bahn, dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, kennt die Stärken und Schwächen des bestehenden Mobilitätsangebots aus erster Hand.
Für Laura Mette ist deshalb klar: Ein Mobilitätsplan kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Erfahrungen der Menschen vor Ort berücksichtigt werden.
„Die Bürgerinnen und Bürger kennen ihre alltäglichen Wege am besten. Sie wissen, wo Verbindungen gut funktionieren, wo es Probleme gibt und welche Angebote vielleicht noch fehlen“, so die Projektleiterin.
Diese Erfahrungen sollen in die Entwicklung des zukünftigen Zielbildes und der konkreten Maßnahmen einfließen. Alle Menschen, die in und um Beselich, Brechen, Elz, Hadamar, Hünfelden und Limburg unterwegs sind, sind daher eingeladen, sich am Prozess zu beteiligen.
Dabei geht es nicht nur um den klassischen Berufsverkehr. Auch Schulwege, Einkaufswege, Freizeitwege, Wege zu Ärzten oder Behörden sowie die Mobilitätsbedürfnisse von Menschen ohne eigenes Auto spielen eine Rolle. Gleichzeitig greift das Projekt auf bereits vorhandene Erkenntnisse zurück. Berücksichtigt werden unter anderem der Masterplan Mobilität der Stadt Limburg, der Klimaschutzbericht sowie das Radverkehrskonzept des Landkreises Limburg-Weilburg.
Im nächsten Schritt steht im November eine Online-Beteiligung an. Hier können Bürgerinnen und Bürger ihre Erfahrungen, Wünsche und Ideen zur Mobilität in der Region mitteilen. Weitere Informationen zu der Online-Beteiligung folgen zeitnah.
Wer nicht online teilnehmen möchte, kann den Fragebogen auch in Papierform in den Rathäusern von Beselich, Brechen, Elz, Hadamar, Hünfelden und Limburg erhalten. Darüber hinaus besteht während der Öffnungszeiten die Möglichkeit, sich in der Mobilitätszentrale in Limburg über das Projekt zu informieren und dort ebenfalls einen Papierfragebogen mitzunehmen. Weitere Beteiligungsangebote vor Ort sollen die Möglichkeit schaffen, direkt mit dem Projektteam ins Gespräch zu kommen. „Wir möchten nicht nur über die Menschen und ihre Mobilität sprechen, sondern gemeinsam mit ihnen überlegen, wie die Mobilität in unserer Region künftig aussehen kann“, betont Mette. Die Beteiligung sei deshalb eine wichtige Grundlage, um Lösungen zu entwickeln, die tatsächlich zum Alltag der Menschen passen.
Der Interkommunale Mobilitätsplan soll dabei kein Konzept bleiben, das anschließend in der Schublade verschwindet. Vielmehr soll er die Grundlage für konkrete Maßnahmen und eine langfristige gemeinsame Mobilitätsentwicklung bilden. Das derzeitige Projekt ist auf einen zweijährigen Förderzeitraum angelegt. Ziel ist es, anschließend ohne Unterbrechung weiterzumachen. Dafür soll ein weiteres Förderprojekt, ein sogenanntes Anschlussvorhaben, mit finanzieller Unterstützung des Landes auf den Weg gebracht werden.
So können die im Mobilitätsplan entwickelten Maßnahmen Schritt für Schritt umgesetzt und die angestrebten Verbesserungen langfristig gesichert werden.
Für Laura Mette steht dabei eine Frage im Mittelpunkt: Wie kann Mobilität in der Region so gestaltet werden, dass sie für möglichst viele Menschen funktioniert – heute und auch in Zukunft?
Die Antwort darauf soll gemeinsam mit den sechs beteiligten Kommunen und vor allem mit den Menschen vor Ort entwickelt werden.
Weitere Informationen zum Interkommunalen Mobilitätsplan und zum aktuellen Stand des Projekts werden bei Veröffentlichung der Online-Beteiligung auf einer Projektwebseite dargestellt.