Neuer Schlossgarten lädt ab Mitte August zum Verweilen und Entdecken ein
Pünktlich zum Sommer nimmt der neugestaltete öffentliche Bereich des Schlossgartens immer mehr Gestalt an und entwickelt sich zu einem besonderen Ort der Erholung. Über den neu geschaffenen Zugang gelangen Besucherinnen und Besucher künftig in einen Garten, der Natur, Geschichte und Aufenthaltsqualität auf harmonische Weise miteinander verbindet. Zwischen Rosen, Bäumen und liebevoll gestalteten Pflanzflächen laden zahlreiche Sitzgelegenheiten dazu ein, die Ruhe zu genießen, ein Buch zu lesen oder einfach zu verweilen. Ein besonderer Anziehungspunkt wird der angelegte Platz mit Aussichtsplattform und Liegebank sein. Von hier aus eröffnet sich ein Blick über den Weinberg und die Altstadt bis hin zum Greifenberg.
Bei der Gestaltung stand nicht nur die Schönheit des Gartens im Mittelpunkt, sondern auch sein ökologischer Wert. In den Pflanzflächen wurden heimische Wildformen von Stauden und Gehölzen verwendet, die einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten. Der einzige Bereich, in dem Zuchtformen zum Einsatz kommen, ist die Rosenterrasse. Dort wurden überwiegend offenblütige Rosen gepflanzt, die Bienen und anderen Insekten reichlich Nahrung bieten und deren Auswahl somit ebenfalls ökologischen Aspekten Rechnung trägt.
Auch die vier neu gepflanzten Feldahorne wurden mit Bedacht ausgewählt. Sie trotzen Hitze und Trockenheit, spenden an warmen Sommertagen angenehmen Schatten und bieten mit ihren Blüten und Früchten Nahrung und Lebensraum für Bienen, Vögel und viele weitere Tierarten. Ergänzt werden die Anpflanzungen durch die neu angelegten Trockenmauern, die Eidechsen, Insekten und anderen Kleintieren wertvolle Rückzugsorte bieten und sich gleichzeitig harmonisch in das historische Gelände einfügen.
Matthias Beul, Abteilungsleiter Freiflächen- und Landschaftsplanung der Stadt Limburg, zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Während der Bauarbeiten haben wir festgestellt, dass im Untergrund an einigen Stellen massive Felsformationen liegen. Dadurch mussten wir unsere ursprünglichen Planungen anpassen und konnten leider nicht alle vorgesehenen Bäume pflanzen. Gleichzeitig haben wir diese besondere geologische Situation genutzt, um den Schlossgarten technisch zukunftsfähig auszustatten und die Gestaltung bewusst an die natürlichen Gegebenheiten anzupassen. So sind die Felsformationen heute nicht nur Teil der technischen Lösung, sondern auch ein prägendes landschaftliches Element des neuen Schlossgartens.“
Ein zentrales Element dieser technischen Anpassungen ist die unter dem Platz angelegte, groß dimensionierte Rigole. Sie verbessert die Entwässerung des Schlosses nachhaltig. Während das Regenwasser der Dachflächen bislang unkontrolliert auf das Gelände floss, wird es nun gezielt gesammelt und kann – entsprechend der Bodenbeschaffenheit – kontrolliert versickern. Das entlastet die Kanalisation und ermöglicht eine naturnahe Regenwasserbewirtschaftung.
Im Haushalt der Stadt stehen für die Gestaltung des öffentlichen Teils des Schlossgartens 710.000 Euro zur Verfügung. Die Summe wird nach dem aktuellen Stand nicht benötigt. Mit seiner Eröffnung Mitte August erhält das historische Areal unterhalb des Schlosses einen neuen Aufenthaltsort. Der Schlossgarten verbindet historische Atmosphäre mit viel Grün und schafft einen Ort, an dem Natur und Geschichte auf besondere Weise zusammenkommen.