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Datum: 21.10.2026

Wie ist es, mit dem Rad in Limburg unterwegs zu sein?

Wie fahrradfreundlich sind Städte und Gemeinden. Seit Jahren fragt der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club) das in regelmäßigen Abständen ab. Die Bewertungen für Limburg sind bisher nicht berauschend. Gemessen an Schulnoten hätte die Stadt den Test im Jahr 2024 mit einer 4- nicht bestanden.

„Das Gute an einer solchen Bewertung ist, dass die Chancen für eine Verbesserung hoch sind“, sagt Limburgs 1. Stadtrat Michael Stanke, der selbst viel mit dem Rad unterwegs ist. Nach seiner Einschätzung kann die Stadt seit dem vergangenen Test wieder mit etlichen Maßnahmen aufwarten, die die Bedingungen für die Radfahrenden verbessert haben. Ob diese Einschätzung geteilt wird, wird sich nach der Auswertung des aktuellen ADFC-Fahrradklima-Tests 2026 zeigen, der seit September läuft und in den die Radfahrerinnen und Radfahrer noch bis zum 30. November ihre Bewertungen einbringen können.

Die Teilnahme an der Online-Befragung ist über die zentrale Internetseite des ADFC-Fahrradklima-Tests möglich: https://fkt.adfc.de. Dabei werden unter anderem die Qualität und Sicherheit der Radinfrastruktur, die Breite von Radwegen, die Gestaltung von Kreuzungen und das persönliche Empfinden beim Radfahren abgefragt. Die zentrale Frage lautet in diesem Jahr: Bedeutet Radfahren vor Ort eher „Stress oder Spaß“? Erstmals werden auch Kinder und Jugendliche mit einem eigenen Fragebogen nach ihren Erfahrungen und Bedürfnissen gefragt. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere sichere Wege zur Schule und in der Freizeit.

Jüngstes Beispiel für verbesserte Bedingungen für Radfahrende und ihre Teilnahme am Straßenverkehr ist die Parkstraße. Auf einer Straßenseite sind die Parkplätze durchgehend entfernt worden. Das schafft mehr Platz, so dass sich die Busse nicht mehr zwischen beidseitig geparkten Autos durchquetschen müssen oder nicht weiterkommen und für Radfahrende nun durchgehend Schutzstreifen zur Verfügung stehen, auch entgegen der Einbahnstraße für den Kraftfahrzeugverkehr.

In diesem Jahr ist zudem mit der Gartenstraße nach dem Schleusenweg eine zweite Fahrradstraße in der Stadt hinzugekommen. In der sanierten Westerwaldstraße steht nun auch ein Fahrradschutzstreifen zur Verfügung, die Markierung von roten Radwegefurten in Einmündungsbereichen von Straßen ist im Bereich der Mainzer Straße in Linter fortgesetzt worden und erhöht damit die optische Wahrnehmung des Radweges und damit die Verkehrssicherheit. Hinzu kommen aus dem Vorjahr noch der Fahrradschutzstreifen im Dietkircher Weg, die Sanierung des Radwegs entlang der B417 durch Hessen Mobile, breitere Schutzstreifen in der Ste.-Foy-Straße und einiges mehr wie die Ausstattung des Knotenpunkts B8/Westerwaldstraße/Dieselstraße mit Radfahrstreifen und Radverkehrsfurten und zusätzliche Abstellanlagen im Stadtgebiet.

„Natürlich wünsche ich mir, dass solche Verbesserungen auch einmal wertgeschätzt werden. Leider orientieren sich Bewertungen oftmals an dem, was noch nicht ist, was noch verbessert werden kann“, so Stanke. Dennoch erhofft er sich, dass die bereits umgesetzten Verbesserungen für den Radverkehr wahrgenommen werden. „Natürlich würde ich mich über eine Bewertung im Fahrradklima-Test freuen, die uns den Test sicher bestehen lässt“, macht Stanke deutlich. Unabhängig davon, ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, sind auch für das kommende Jahr weitere Maßnahmen vorgesehen. Dazu zählen erneute Markierungsarbeiten sowie der Bau eines gemeinsamen Geh- und Radweges zwischen der Westerwaldstraße und der Koblenzer Straße durch Hessen Mobil. Die Stadt Limburg hat hierfür die Planungsleistungen übernommen.

Auch Rückmeldungen aus dem Fahrradklima-Test können dabei helfen, Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten beim Radverkehr vor Ort zu erkennen. Gleichzeitig bietet der bundesweite Vergleich die Möglichkeit, die Entwicklung Limburgs mit anderen Städten und Gemeinden zu vergleichen.

Der ADFC-Fahrradklima-Test findet alle zwei Jahre statt und wird 2026 bereits zum zwölften Mal durchgeführt. Die Befragung wird durch das Bundesministerium für Verkehr aus Mitteln des Nationalen Radverkehrsplans gefördert.

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