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Datum: 13.10.2026

Städtepartnerschaft lebt von Begegnungen: Limburg, Lichfield und Sainte-Foy-lès-Lyon feiern ihre Freundschaft

Freundschaftstreffen in England zeigt die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement, persönlichem Austausch und Zusammenhalt in Europa

Freundschaften über Ländergrenzen hinweg leben von den Menschen, die sie pflegen. Wie lebendig die Ringpartnerschaft zwischen Limburg, dem englischen Lichfield und dem französischen Sainte-Foy-lès-Lyon ist, zeigte das Freundschaftstreffen Anfang Oktober in Lichfield. Knapp 80 Teilnehmer aus Limburg und rund 40 Gäste aus Sainte-Foy-lès-Lyon kamen zusammen, um bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Freundschaften zu schließen und gemeinsame Projekte für die Zukunft anzustoßen. 

„Jede Begegnung schreibt ein neues Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte. Dabei entdecken wir nicht nur die Schönheit unserer Gastgeberstadt, sondern vor allem das, was unsere Partnerschaft seit vielen Jahren trägt: gegenseitigen Respekt, Offenheit und echtes Interesse füreinander“, betonte Bürgermeister Dr. Marius Hahn. Gerade in einer Zeit, in der Europa und die Welt vor besonderen Herausforderungen stünden, seien solche Partnerschaften wichtiger denn je. Sie stärkten Vertrauen, Zusammenhalt und das Bewusstsein dafür, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist.

Engagement, das verbindet

Organisiert wurde die Reise vom Verein für Städtepartnerschaften Limburg. Federführend engagierten sich der erste Vorsitzende Alexander Paul und Heide Bein, Vorsitzende des Arbeitskreises Lichfield. Unterstützt wurden sie von Astrid Siegel von der Stadt Limburg, die für die Städtepartnerschaften zuständig ist.

Neben Bürgermeister Dr. Marius Hahn und dem 1. Stadtrat Michael Stanke gehörten Vertreter der Stadt, Mitglieder des Partnerschaftsvereins, des

Tennisvereins ESV Blau-Weiß Limburg, des Tischtennisclubs TTC Offheim und der Pfadfinder Lindenholzhausen zur Limburger Delegation. Besonders erfreulich war die Beteiligung vieler junger Menschen.

„Es war toll, dass so viele junge Leute dabei waren. Das sorgt für frischen Wind und macht Hoffnung für die Zukunft“, freute sich Astrid Siegel. Auch Alexander Paul unterstrich die Bedeutung des persönlichen Austauschs: „Städtepartnerschaften leben von Begegnungen – und dieses Wochenende in Lichfield hat gezeigt, wie sehr diese Freundschaft inzwischen gewachsen ist.“ 

Ein besonderer Dank galt den Gastgebern in Lichfield, die mit großem Engagement und viel Herzblut zum Gelingen des Besuchs beitrugen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, allen voran Twinning Officer Gabriele Lasch-Buden und Civic Officer Harriet Chatwin, hatten ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt und sich mit viel Einsatz um die Gäste gekümmert. Auch Bürgermeisterin Rosie Harvey-Coggins begleitete den Besuch mit großem persönlichem Engagement. Sie hieß die Gäste am Freitagabend in der Guildhall herzlich willkommen und setzte sich darüber hinaus mit viel Herz für die Städtepartnerschaft und den Austausch ein.

Bei einem Arbeitsgespräch am Samstag vereinbarten Vertreter der Städte und Partnerschaftsvereine wichtige Schwerpunkte für die weitere Zusammenarbeit: die Förderung von Jugend- und Bildungsbeziehungen, den Ausbau des Kultur- und Sportaustauschs sowie bessere Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen Städten und ehrenamtlichen Gruppen.

Sport, Musik und gelebte Völkerverständigung

Sportliche Begegnungen beim Tennis- und Tischtennisturnier, Stadtführungen und gemeinsame Zeit mit den Gastfamilien boten zahlreiche Gelegenheiten zum Kennenlernen. Der Freundschaftsabend im Drayton Manor Resort in Tamworth wurde zu einem weiteren Höhepunkt: Nach einem gemeinsamen Essen sorgte der Auftritt des Rock Choir für ausgelassene Stimmung und eine volle Tanzfläche.

Beim Austausch der Gastgeschenke überreichte Bürgermeister Dr. Hahn einen Schwibbogen mit Motiven des Limburger Doms und der Alten Lahnbrücke. Das Kunstwerk stammt vom Hobbykünstler Willi Jung und wurde eigens für die englischen Gastgeber mit einem passenden zusätzlichen Stecker versehen.

Besonders bewegend war der Evensong, ein Gottesdienst, am Sonntagnachmittag in der Kathedrale von Lichfield. Auf Initiative von Heide Bein unterstützten Sänger aus Limburg und Sainte-Foy-lès-Lyon als Twin Choir den Cathedral Choir bei der Aufführung des „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré. Das gemeinsame Singen war dem Andenken an Gill Cooper gewidmet, die kürzlich verstorbene Vorsitzende der Lichfield Twinning Association.

Im Anschluss versammelten sich die Teilnehmer im Remembrance Garden, entzündeten das Leuchtfeuer und stießen auf die Ringpartnerschaft an. Dass Völkerverständigung vor allem im persönlichen Miteinander stattfindet, zeigte sich anschließend bei einem spontanen Pub-Besuch: Engländer, Franzosen und Deutsche kamen zusammen, tauschten sich aus und feierten ihre Freundschaft.

Ein emotionaler Abschied

Bei bestem Wetter mit viel Sonnenschein präsentierte sich Lichfield als herzlicher Gastgeber. Das Wochenende war geprägt von interessanten Gesprächen, freundschaftlichen Begegnungen und einem starken Gemeinschaftsgefühl. Am Montagmorgen verabschiedeten sich die Gastgeber musikalisch mit „Auld Lang Syne“, bekannt als „Nehmt Abschied, Brüder“. Als der Bus die Heimreise antrat, winkten die Lichfielder Freunde mit zahlreichen kleinen Deutschlandfähnchen. Um Mitternacht erreichten die Limburger schließlich ihre Heimatstadt, mit vielen schönen Erinnerungen und neuen Impulsen für die Partnerschaft.

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