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Datum: 02.11.2026

Gedenken an die Pogromnacht und neue Stolpersteine

Als „Reichskristallnacht“ ging die Nacht vom 9. auf 10. November 1938 in die Geschichte ein. Der Bezeichnung stammt von den Nationalsozialisten und damit von den Tätern selbst und nimmt verharmlosend und zynisch das Bild der zersplitterten Glasscheiben und Schaufenster auf.

Auch in Limburg gingen an diesem Abend und in der Nacht Schaufenster zu Bruch, wurden Wohnungen zerstört, gab es offene Gewalt gegen die in der Stadt lebende jüdische Bevölkerung und wurde die Synagoge zerstört.

An ihrem Standort an der Schiede 27 findet am Montag, 9. November, eine Gedenkfeier statt, um an die Pogromnacht zu erinnern, in der die Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung eine neue Stufe erreichte und dennoch nur eine Vorstufe der späteren Vernichtung jüdischen Lebens darstellt. Zu der Gedenkfeier laden die Stadt Limburg, die jüdische Gemeinde Limburg-Weilburg und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Limburg ein.

Gedenkfeier mit Gebeten und musikalischer Begleitung

Die Gedenkfeier beginnt um 18 Uhr, besteht aus kurzen Ansprachen und Gebeten und einer musikalischen Begleitung durch Stephan Kramer. Teilnehmende sind auch Schülerinnen und Schüler der Leo-Sternberg-Schule, die die Stolperstein-Aktion der Stadt begleiten. Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker wird wieder ein Einzelschicksal vorstellen. Zentraler Bestandteil der Gedenkfeier ist das Verlesen der Namen der jüdischen Opfer der NS-Zeit.

Zwei neue Stolpersteine 

Bereits am Montag, 2. November, werden in der Innenstadt um 14 Uhr zwei neue Stolpersteine für jüdische Opfer verlegt. An der Adresse Neumarkt 1 (Eingang zu Vohl & Meyer) befinden sich bereits drei Stolpersteine für Moritz und Emmy Löwenberg sowie ihre Tochter Ilse Löwenberg. Nun kommt ein Stolperstein für Kurt Martin Löwenberg hinzu. Er war der Sohn von Moritz und Emmy. Es gelang ihm, 1939 nach Großbritannien zu fliehen. So wird die Familie in Limburg symbolisch wieder vereinigt. Der Frankfurter Journalist Armin Flesch befasst sich intensiv mit der Familie Löwenberg und wird seine Ergebnisse vorstellen.

Der zweite Stolperstein wird für Amalie Lindheimer verlegt. Sie arbeitete als Hausangestellte für die Löwenbergs und begleitete sie auch, als sie Limburg verlassen und nach Frankfurt umziehen mussten. Sie wurde 1942 von Frankfurt nach Theresienstadt deportiert. Wann und wo sie ermordet wurde, ist unbekannt.

Zur Gedenkfeier und der Stolpersteinverlegung ist die Bevölkerung herzlich eingeladen.

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