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Datum: 28.08.2026

»Im Garten treffen Gestaltungswille und Natur aufeinander«

Die Künstlerinnen und Künstler der Gruppe „Kunst & Natur“ des Kunstvereins Lahn Artists zeigen in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg die Ausstellung „Im Garten“. Die elf Künstlerinnen und Künstler – Margit Dries, Karola Hinckel, Renate Kuby, Kathrin Mock, Yvonne Pfeiffer, Riitta Soini, Herbert Ristl, Rolf Röder und Susanne Sehringer sowie die beiden Gäste Beate Sehr und Christine Wenzhöfer – nähern sich einem Thema, das zugleich vertraut und hochaktuell ist.

Im Garten verbindet der Mensch seinen Gestaltungswillen mit den Kräften der Natur. Im Interview erzählen die Künstlerinnen und Künstler, was sie an diesem Spannungsfeld fasziniert, wie unterschiedlich ihre Arbeiten entstanden sind und warum die Ausstellung auch für die Gruppe selbst ein besonderer Moment ist.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher bei der Ausstellung „Im Garten“?

Renate Kuby: Wir sind neun Künstlerinnen und Künstler der Gruppe „Kunst & Natur“ und haben zu diesem Projekt zwei Gastkünstlerinnen eingeladen, Beate Sehr und Christine Wenzhöfer. Seit mehr als einem Jahr beschäftigen wir uns mit dem Thema Garten und haben dazu jeweils aus unserer eigenen künstlerischen Perspektive gearbeitet. Dabei ist eine sehr vielfältige Ausstellung entstanden.

Yvonne Pfeiffer: Im Mittelpunkt steht die Malerei, aber auch Objekte, Fotografien, Digital Art und eine Videoinstallation sind zu sehen. Hinzu kommen Arbeiten aus unterschiedlichen Materialien und Techniken, beispielsweise aus Holz. Jeder von uns nähert sich dem Thema anders. Diese Vielfalt und die unterschiedlichen Herangehensweisen machen die Ausstellung aus.

Was macht den Garten für Sie als Künstlerinnen und Künstler so interessant?

Renate Kuby: Der Garten ist eine besondere Schnittstelle: Hier trifft der menschliche Gestaltungswille auf die Kräfte der Natur. Der Mensch plant, ordnet und gestaltet – und gleichzeitig bleibt die Natur immer unberechenbar und entwickelt sich nach ihren eigenen Regeln.

Das ist ein uraltes, aber zugleich hochaktuelles Thema. Es geht natürlich um die Schönheit von Gärten, um Blumen, Bäume und Früchte. Aber auch um Wasser, Trockenheit, Klimawandel und die Frage, wie wir mit der Natur umgehen. Gerade in diesem Sommer wird deutlich, wie wichtig Wasser für einen Garten und für das Leben insgesamt ist.

Unsere Künstlergruppe beschäftigt sich grundsätzlich mit Natur. Deshalb passt das Thema „Im Garten“ sehr gut zu unserem übergeordneten Interesse an der Verbindung von Kunst und Natur.

Ihre Arbeiten zeigen sehr unterschiedliche Zugänge zum Thema. Wie spiegelt sich das in den einzelnen Werken wider?

Rolf Röder: Das reicht von sehr konkreten bis zu sehr abstrakten Arbeiten. Manche von uns nehmen den eigenen Garten als unmittelbare Inspirationsquelle. Andere beschäftigen sich eher mit dem Garten als kulturellem Raum oder mit dem Spannungsfeld zwischen geordnetem und wildem Wachstum.

Beate Sehr und Christine Wenzhöfer: Es gibt beispielsweise Arbeiten mit Äpfeln, Blättern, Schmetterlingen oder Wasser. Andere Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich mit Blüten – auch mit solchen, die kurz vor dem Verwelken stehen – oder mit Details aus dem eigenen Garten. Fotografie, digitale Verfahren und experimentelle Drucktechniken eröffnen dabei noch einmal ganz andere Möglichkeiten.

Karola Hinckel: Auch Humor und Ironie finden ihren Platz. Der Schrebergarten kann ebenso zum Thema werden wie die Frage, wer eigentlich die ganze Gartenarbeit erledigt. Andere Arbeiten beschäftigen sich mit der Grenze zwischen dem gestalteten Garten und der Natur, die sich außerhalb dieser Grenze befindet.

Hat sich durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema auch etwas für Sie persönlich verändert oder neu entwickelt?

Yvonne Pfeiffer: Auf jeden Fall. Viele Arbeiten entstehen nicht vollständig geplant, sondern entwickeln sich während des künstlerischen Prozesses. Gerade bei Drucktechniken oder experimentellen Verfahren ist nicht immer vorhersehbar, was am Ende entsteht. Man muss lernen, mit dem Zufall zu arbeiten und sich auf das einzulassen, was sich entwickelt.

Für einige von uns war es auch eine neue Erfahrung, Gegensätze bewusst miteinander zu verbinden: Planung und Zufall, Ordnung und Wildnis, das Geometrische und das Organische. Der Garten ist dafür ein wunderbares Beispiel, weil er beides in sich trägt.

Margit Dries: Und auch der Aufbau der Ausstellung wird noch einmal zu einem kreativen Prozess. Erst wenn alle Arbeiten zusammen im Raum sind, sehen wir, wie sie miteinander wirken. Wir überlegen dann gemeinsam, welche Werke sich gegenseitig unterstützen und welche Anordnung dem Thema gerecht wird. So entsteht durch die Hängung gewissermaßen noch einmal ein eigenes Kunstwerk.

Karola Hinckel: Für unsere Gruppe ist die Ausstellung zudem etwas Besonderes, weil wir in diesem Jahr auf zehn Jahre gemeinsamen künstlerischen Arbeitens zurückblicken. Dass wir dieses Jubiläum mit einer Ausstellung in den Kunstsammlungen feiern können, freut uns sehr.

Was wünschen Sie sich von den Besucherinnen und Besuchern?

Yvonne Pfeiffer: Vor allem wünschen wir uns, dass sie sich Zeit nehmen und sich auf die Ausstellung einlassen. Wir möchten den Besucherinnen und Besuchern keine bestimmte Sichtweise vorgeben. Jeder Mensch bringt seine eigenen Erfahrungen und Gedanken mit und kann ein Kunstwerk deshalb ganz unterschiedlich wahrnehmen.

Renate Kuby: Wir sind dankbar, dass wir mit der Ausstellung eine Plattform haben, auf der wir unsere Arbeiten zeigen und gleichzeitig auf die Verbindung von Kunst und Natur aufmerksam machen können. Die unterschiedlichen künstlerischen Sichtweisen zeigen, wie vielfältig ein scheinbar alltägliches Thema wie der Garten sein kann.

Und wer selbst kreativ werden möchte, ist herzlich zu unserer Malaktion am 27. September eingeladen. Dort können Groß und Klein mit Naturmaterialien experimentieren, drucken, zeichnen und malen. Außerdem gibt es zwei Führungen durch die Ausstellung, bei denen wir noch einmal einen vertieften Einblick in die Arbeiten und ihre Entstehung geben.

Veranstaltungstipps

Eröffnung der Ausstellung „Im Garten“

Freitag, 4. September 2026, 19 Uhr

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

Führungen durch die Ausstellung

Samstag, 12. September, und Samstag, 3. Oktober, jeweils 15 Uhr, mit Renate Kuby.

Eintritt und Führung sind frei, keine Anmeldung erforderlich.

Malaktion für Groß und Klein

Sonntag, 27. September, 12.30 bis 17 Uhr

An verschiedenen Stationen kann mit Naturmaterialien experimentiert, gedruckt, gezeichnet und gemalt werden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Kunstsammlungen sind nicht barrierefrei. Das Ausstellungsprogramm wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Veranstalter sind der Magistrat der Kreisstadt Limburg an der Lahn und der Förderkreis Bildende Kunst Limburg.

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