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Datum: 27.02.2024

Stadt schafft mit Containern neuen Wohnraum für Geflüchtete

Wohnraum ist knapp, auch in Limburg. Dabei muss sich die Stadt wie andere Kommunen der Aufgabe stellen, Geflüchtete aufzunehmen. Das soll geschehen, ohne Bürgerhäuser oder öffentlich genutzte Hallen zu belegen. Der Magistrat der Stadt hat daher einen Auftrag vergeben, mit Hilfe von Containern Platz für 60 Personen zu schaffen. Die Anschaffung der Container schlägt mit rund 1,44 Millionen Euro zu Buche.

„Wir haben uns der Aufgabe wie alle anderen Kommunen zu stellen. Unser Ziel ist es, keine Bürgerhäuser und Sporthallen, die von den Vereinen, Schulen und Kindern genutzt werden, schließen zu müssen. Das gelingt uns mit Hilfe von Wohncontainern“, macht der 1. Stadtrat Michael Stanke nach der Entscheidung des Magistrats deutlich. Der Standort für die Anlage befindet sich in Nähe des Stadthauses in der Straße „Auf der Heide“ auf der Dietkircher Höhe. 

Auf Grund mangelnder Zeit wurden im November vergangenen Jahres für die Errichtung einer zweigeschossigen Flüchtlingsunterkunft für 50 Personen in Modul- oder in Containerbauweise bei zwölf Firmen Angebote abgefragt, sechs der angefragten Firmen gaben Angebote ab. Da die Containeranlage mindestens zehn Jahre aufgestellt bleiben soll, muss sie dem Gebäudeenergiegesetz entsprechen und hat bezüglich des Brandschutzes entsprechende Auflagen zu erfüllen.

Zwei Anbieter blieben übrig

Nur zwei Firmen sind in der Lage, eine Wohnanlage mit den entsprechenden Anforderungen zu liefern. Die abgefragte zweigeschossige Anlage für 50 Personen sah eine geschlechtliche Trennung pro Geschoss vor, um dadurch die dazugehörigen Sanitärcontainer verringern zu können. Nach Gesprächen mit den mit für die Flüchtlingsaufgaben zuständigen Behörden des Landkreises will sich die Stadt Limburg an den bereits gebauten und geplanten Unterkünften des Landkreises orientieren und aus den Erfahrungen des Landkreises profitieren.

Daher wurden die Anforderungen an eine Anlage angepasst. Die Stadt verfolgt nun die Errichtung einer doppelstöckigen Anlage für 60 Personen ohne nach Geschlechtern getrennten Geschossen, da mit einer solchen Anlage flexibler auf verschiedene Belegungen reagiert werden kann.

Neben den Kosten zur Anschaffung der Containeranlage entstehen weitere Kosten. Für die Fundamente sind 70.000 Euro einzukalkulieren. Hinzu kommen noch Erschließungskosten (Kanal, Wasser, Strom) in Höhe von 25.000 Euro und Kosten für die Außenanlage (Parkplätze, Gehwegflächen, Grünflächen) in Höhe von rund 100.000 Euro.

Regenerative Energie

Für die modifizierte Containeranlage wurden daher die beiden Firmen um ein erneutes Angebot gebeten. Da mit der Errichtung der Anlage in 2024 auch die Veränderungen des Gebäudeenergiegesetzes berücksichtigt werden müssen, wurden die neuen Angebote für die Containeranlagen mit einer Heizung basierend auf regenerativen Energien angefragt. Die Stadt hat sich für das Angebot entschieden, bei der Heizung und Warmwasseraufbereitung über eine Pelletanlage betrieben werden. Eine Versorgung über eine PV-Anlage scheidet nach Einschätzung des Fachamts aus, da aufgrund der zur Verfügung stehenden Fläche für die Anlage, deren Leistung sowie des Energiebedarfs in den nicht so sonnenintensiven Jahreszeiten ganz erheblich auf Netzstrom zurückgegriffen werden müsste.

Da für die Unterbringung von Schutzsuchenden in Folge des Ukraine-Krieges äußerst dringliche und zwingende Gründe bestehen, eine Containeranlage zu errichten, kann von der sonst für diese Summe notwendigen EU-Ausschreibung abgewichen werden und ein Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb durchgeführt werden.

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