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»Am spannendsten ist der Kontakt mit den Bürgern«

Nathalie Wilhelmis erster Handgriff morgens im Büro geht zur Post. Das Bündel mit den Briefen und bunten Mappen sortiert sie in die Fächer der einzelnen Abteilungen ein. Danach schaltet sie den Computer ein. Er ist ihr „Arbeitswerkzeug Nummer eins“, wie sie sagt.

Die 29-Jährige macht eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Limburg und ist bereits im dritten Lehrjahr, im Mai stehen die Abschlussprüfungen an.

Zur Arbeit kommt Nathalie Wilhelmi morgens meist mit dem Bus. Von Niederneisen fährt sie bis zum Limburger Bahnhof und steigt dann in die Stadtlinie um, die sie direkt vor die Tür des Stadthauses auf der Dietkircher Höhe bringt. Bezahlen muss die Auszubildende für die Busfahrt nichts, denn ihr Arbeitgeber finanziert ihr ein Jobticket. „Neben der Fahrt zur Arbeit kann ich damit auch im ganzen Rhein-Main-Verkehrsverbund fahren und am Wochenende sogar jemanden mitnehmen“, sagt Nathalie Wilhelmi.

Nette Kollegen

Sie kommt morgens gerne zur Arbeit: „Weil die Kollegen so nett sind und weil ich eine sinnvolle Beschäftigung habe.“ Aktuell arbeitet sie im städtischen Bauamt und übernimmt Vorzimmertätigkeiten und Aufgaben der Bauverwaltung. Sie schreibt Briefe und Aktenvermerke, erstellt Bescheide für Baugenehmigungen, ist zuständig für die interne Schlüsselverwaltung. Am spannendsten ist für sie der Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern. „Ich finde es schön, den Bürgern zu helfen und Sachverhalte zu erklären. Es ist ja nicht jeder vom Fach“, sagt Nathalie Wilhelmi. „Meistens helfe ich den Bürgern dabei, sich in den Strukturen des Bauamts zurecht zu finden. Manchmal ist nicht ganz klar, wer der richtige Ansprechpartner ist und ich versuche dann den Kontakt herzustellen.“.

In der Bauverwaltung kümmert sich die Auszubildende mit ihren Kolleginnen und Kollegen um die städtischen Liegenschaften. Das sind neben dem Rathaus und den Verwaltungsgebäuden auch Wohnungen, Geschäftshäuser, Bürgerhäuser, Kindergärten, Feuerwehrgerätehäuser und das Limburger Schloss. Auch das Parkbad wird von dieser Abteilung verwaltet. „Ich helfe beispielsweise bei der Vorbereitung und Ausarbeitung von Miet- und Pachtverträgen“.

Vielfältige Aufgaben in der Verwaltung

Überrascht war Nathalie Wilhelmi von den vielfältigen Aufgaben einer Verwaltung. „Vieles nimmt man als gegeben hin, beispielsweise gepflegte Grünflächen oder geleerte Mülleimer. Das sind aber alles Aufgaben, die unser Bauhof erledigt. Das war mir vorher nicht so bewusst“, sagt die Auszubildende. Die meisten Bürger kennen ihre Verwaltung meist nur durch den Gang zum Bürgerbüro, wo sie einen Ausweis beantragen. Daneben gibt es aber viele weitere Bereiche, die dafür sorgen, dass das öffentliche und gesellschaftliche Leben am Laufen bleibt.

Neben dem praktischen Teil in der Verwaltung besucht die Auszubildende auch zwei- bis dreimal in der Woche die Berufsschule. Im ersten und zweiten Lehrjahr findet der Unterricht an der Weilburger Wilhelm-Knapp-Schule statt, im dritten Jahr im Verwaltungsseminar in Wiesbaden – aktuell vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie findet der Unterricht online statt. Auf dem Stundenplan stehen beispielsweise Verwaltungsrecht, Betriebswirtschaftslehre, kommunales Finanzmanagement und Ordnungsrecht. „Wir lernen unter anderem, wie man rechtssicher Bescheide erstellt“, sagt Nathalie Wilhelmi.

Sinn für Ordnung mitbringen

Nach der Ausbildung kann sie in verschiedenen Ämtern arbeiten, beispielsweise kann sie im Bürgerbüro Anträge für Personalausweise bearbeiten oder im Standesamt Geburten registrieren. Mit einer Weiterbildung ist es sogar möglich, Paare zu trauen. Im Ordnungsamt kann Nathalie Wilhelmi als Verwaltungsfachangestellte auch im Außendienst arbeiten und beispielsweise kontrollieren, ob Baustellen ordnungsgemäß eingerichtet sind. „Als Verwaltungsfachangestellte muss man also nicht den ganzen Tag vor dem Computer im Büro sitzen. Es ist ein sehr vielfältiger Beruf.“

Wichtig für den Beruf ist es daher, Interesse für die verschiedenen Bereiche mitzubringen. Aber auch ein gewisser Sinn für Ordnung und Strukturen, sowie sorgfältiges Arbeiten sind laut Nathalie Wilhelmi Eigenschaften, die man für den Beruf mitbringen sollte.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: 2500 Euro

Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirtin oder zum Verwaltungsfachwirt oder ein duales Studium mit einem Bachelor-Abschluss möglich. Mit dem Studium können dann auch Leitungsaufgaben in Ämtern und Abteilungen übernommen werden.

Das Ausbildungsgehalt zum Verwaltungsfachangestellten ist tariflich geregelt und liegt im ersten Jahr bei knapp über 1000 Euro, im dritten Jahr sind es rund 100 Euro mehr. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei rund 2.500 Euro brutto und es gibt eine betriebliche Altersvorsorge, in die im Rahmen der Zusatzversorgungskasse Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam einzahlen. Darüber hinaus bezuschusst die Stadt Limburg die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio.