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Wichtiges Zeugnis der Offheimer Geschichte

Es ist ein Stück Offheimer Geschichte, was sich im fünften Band der Beiträge zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn versammelt. Die von Stadtarchivar Dr.Christoph Waldecker transkribierte und mit Erläuterungen versehene Schulchronik von Offheim umfasst die Jahr 1821 bis 1975.

„Wie wichtig ein geregelter Schulbetrieb ist und wie schmerzlich er vermisst wird, wenn er nicht gewährleistet werden kann, ist in der Chronik an mehreren Stellen nachzulesen“, schlug Bürgermeister Dr. Marius Hahn bei der Vorstellung des Werkes einen Bogen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. In der Vergangenheit waren es allerdings kriegsbedingte Unterbrechungen und keine durch Viren verursachte Pandemien. Gegenüber Ortsvorsteher Arne Piecha, der ehemaligen Schulleiterin Carmen Roßbach sowie ihrem Nachfolger Michael Wüst lobte Hahn die Arbeit von Stadtarchivar Dr. Waldecker, der mit seiner Übertragung der handschriftlich verfassten Schulchronik (dabei finden sich in dem Zeitraum verschiedene Schriften wie Kurrent, Süttlerin und die heutige lateinische Schrift) die reichhaltige Geschichte der Schule und des Ortes allgemein zugänglich gemacht habe.

Carmen Roßbach, die über 20 Jahre die Grundschule leitete und insgesamt über 27 Jahre dort als Lehrerin tätig war, übergab im Jahr 2015 die in Leder gebundenen Bände der Schulchronik an das Stadtarchiv. „Das sind doch sehr wertvolle Aufzeichnungen und das Stadtarchiv ist der richtige Ort für die Aufbewahrung und einen fachlichen Umgang“, machte sie deutlich. Und natürlich freut es sie, dass die Chronik nun in einer gut lesbaren Form in lateinischer Schrift vorliegt, zudem noch wichtige Hinweise und Erläuterungen enthält, um Ereignisse und Personen einordnen zu können.

Stolz auf Schule

„Viele sind stolz auf diese Schule“, unterstrich Michael Wüst als Nachfolger von Carmen Roßbach. Dieser Stolz auf die Schule sei an vielen Stellen in der Chronik nachlesbar. Damit werde auch der Stellenwert der Schule im Leben des Limburger Stadtteils unterstrichen.

Für Ortsvorsteher Arne Piecha sind Schule und Kindergarten unverzichtbare und prägende Einrichtungen in Offheim. Er selbst sei dort zur Schule gegangen, habe auch Carmen Roßbach als Lehrerin in der vierten Klasse gehabt und nun besuche seine Tochter die Schule. Die nun vorgelegte gebundene Fassung der Schulchronik ist für ihn ein wichtiges Zeugnis, dass über die Geschichte der Schule wie des Ortes Ausschluss gebe. „Das ist in Zeiten, in denen die Erzählungen über die Vergangenheit immer mehr verloren gehen, sehr wichtig“, so Piecha.

Geschehen aus dem Dorf

Die Chronik hält nicht nur Ereignisse fest, die direkt mit der Schule zu tun haben, sondern widmet sich auch dem Geschehen im Dorf. „Die herzoglich nassauische Landesregierung verfügte 1819, dass in jeder Schule eine Chronik zu führen ist und dass dabei auch Vorkommnisse festzuhalten sind, die den Ort insgesamt betreffen“, erläuterte Waldecker den Ausgangspunkt für die Chronik. Mit der Offheimer Chronik wurde 1821 begonnen, wobei Jacob Widerstein als erster Verfasser auch einen Blick auf die Zeit bis ins Jahr 1752 zurück gewährt, als es zum ersten Mal in Offheim eine Schule gab.

Die Schulchronik hält die Zahl der Schülerinnen und Schüler fest, gibt Auskunft über die Lehrerinnen und Lehrer, widmet sich mit regelmäßigen Einträgen den Ernten und dem Wetter. Eingetragen wurde natürlich auch, wenn es im Orte brannte oder welcher Pfarrer seinen Dienst in Offheim versah. Die Chronisten nahmen dabei auch Ereignisse der großen Politik mit auf. „Die Schulchroniken erhalten viele Informationen, die sich in anderen Akten und Quellen nicht finden“, unterstreicht Waldecker.

„Die Offheimer Schulchronik (1752-)1821 bis 1975“ als fünfter Band der Beiträge zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn von Christoph Waldecker als Bearbeiter ist in einer Erstauflage von 300 Stück erschienen und ist im Limburger Stadtarchiv, Tel. (06431) 203368, E-Mail christoph.waldecker@stadt.limburg.de  und im Buchhandel (ISBN-Nr. 978-3-936162-16-5) erhältlich.