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2.200 Teilnehmer bei Umfrage zur Innenstadt

Lebendig und bunt oder leer und trist? Unter diesem Titel haben im Dezember und Januar rund 2.200 Personen an einer Umfrage zur Limburger Innenstadt teilgenommen.

Ziel bei der Umfrage war es herauszufinden, wo die Stärken und Schwächen der Limburger Innenstadt und vor allem der Grabenstraße liegen, wie Einheimische und Besucherinnen und Besucher sie bewerten und welche Verbesserungen sie sich wünschen. Die städtische Wirtschaftsförderung, die die Umfrage initiierte, hat nun erste Zwischenergebnisse im Magistrat vorgestellt. Ergebnisse wurden zu den Fragen zum Ankreuzen vorgestellt, die offenen Fragen werden aktuell noch ausgewertet. Am Montag, 22. Februar, beschäftigt sich auch der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr mit dem Thema.

„Wir werten jetzt weiter aus, ziehen unsere Lehren daraus, krempeln die Ärmel hoch und machen alle gemeinsam die Stadt fit für die Zeit nach Corona“, sagt Bürgermeister Dr. Marius Hahn und weist darauf hin, dass der aktuelle Lockdown eine große Herausforderung für Innenstädte und Einzelhändler ist. „Die hohe Teilnehmerzahl bei der Umfrage zeigt ganz deutlich die Bedeutung und auch das Interesse an dem Thema“, sagt Hahn. Ihm ist es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger bei der Innenstadtentwicklung einzubinden und ihre Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu erfahren.

Als nächsten Schritt sieht der Bürgermeister daher die Erarbeitung eines ganzheitlichen Konzepts mit kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Maßnahmen zur Entwicklung und Belebung der Innenstadt, Vermeidung von Leerstand und Neubelebung. „Denkbar ist die Schaffung eines City-Managers, der dann als Kümmerer eine Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, (Einzel)-Handel, Bürgern, Verbänden und Investoren bildet“, sagt Hahn.

Note 2,6 für Erscheinungsbild der Innenstadt

Ein Kern der Umfrage war die Bewertung der Innenstadt und der Grabenstraße, bei der die Befragten verschiedene Aspekte nach dem Notenprinzip eins bis sechs bewerten sollten. Am zufriedensten sind die Befragten demnach mit dem Erscheinungsbild der Innenstadt und gaben durchschnittlich die Note 2,6. Für die Grabenstraße wurde das Erscheinungsbild mit 3,6 eine ganze Note schlechter bewertet. Grundsätzlich wurden alle abgefragten Aspekte in der Grabenstraße schlechter bewertet als in der Innenstadt.

Auch die Einkaufsatmosphäre in der Innenstadt wurde positiv bewertet und erhielt im Schnitt die Note 2,7, die Grabenstraße erhielt bei diesem Punkt die Note 4,3. Die Angebotsvielfalt in der Innenstadt wurde mit 2,9 bewertet, die in der Grabenstraße mit 4,4.

Note 2,8 für Parkmöglichkeiten in der Innenstadt

Im Bereich Mobilität sollten die Fahrradinfrastruktur, die Parkmöglichkeiten, die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und die verkehrliche Situation bewertet werden. Jeweils mit der Note 2,8 wurden die Parkmöglichkeiten in der Innenstadt und die Erreichbarkeit der Innenstadt mit Bus und Bahn bewertet, in der Grabenstraße gab es dafür die Noten 3,2 und 3,0. Die verkehrliche Situation in der Innenstadt erhielt die Note 3,0, in der Grabenstraße 3,9. Bei der Fahrradinfrastruktur zeigt sich Luft nach oben: Für die Innenstadt wurde im Schnitt die Note 3,5 vergeben, für die Grabenstraße die Note 3,7.

Auch das Sicherheitsempfinden wurde abgefragt. Dabei wurde deutlich, dass sich die Menschen in der Grabenstraße deutlich unsicherer fühlen als in der übrigen Innenstadt. Die Grabenstraße erhielt in diesem Punkt die Note 3,7, die Innenstadt die Note 3,3.

Die Aufenthaltsqualität (zum Beispiel Grünanlagen und Sitzmöglichkeiten) wurde bei der Befragung am schlechtesten bewertet. Für die Innenstadt wurde im Schnitt die Note 3,7 und für die Grabenstraße die Note 4,6 vergeben.

Als Möglichkeit, mehr Menschen in die Innenstadt zu locken und generell die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, sehen die Befragten vor allem Kultur- und Musikevents, aber auch einen kostenlosen ÖPNV oder zusätzliche Sitzgelegenheiten.

Laden für Haushaltswaren gewünscht

Gefragt wurde auch, welche Verkaufsangebote in Innenstadt und Grabenstraße fehlen. Verbesserungsbedarf wird hierbei vor allem im Bereich der Haushaltswaren, der Wohn- und Einrichtungsgegenständen und Lebensmitteln gesehen.

Kreuzchen vergeben konnten die Befragten auch bei der Frage, was allgemein eine attraktive Innenstadt ausmacht. Für die meisten Befragten sind Angebotsvielfalt, Sauberkeit und Begrünung entscheidend, aber auch ein Wochenmarkt, ein ansprechendes Gesamtambiente sowie Feste und Aktionen.

In einem weiteren Block wurde spezifisch nach der Attraktivität der Grabenstraße gefragt, in der der Leerstand besonders hoch ist. Bei den Ergebnissen zeigt sich, dass die Straße durchaus von Passanten frequentiert wird. Am meisten wird die Grabenstraße jedoch als Durchgangsstraße genutzt, aber auch zum Einkaufen, für einen Gastronomiebesuch oder einen Friseurbesuch. Zur Belebung der Grabenstraße wünschen sich gut die Hälfte der Befragten eine Umwandlung zur Fußgängerzone, 37 Prozent der Befragten sehen durch die Umwandlung keine Belebung.

Wenig ältere und jüngere Teilnehmer

Gefragt wurde auch, welche Angebote für die Grabenstraße gewünscht werden. Aus den vorgegeben Antworten sprechen sich die Bürgerinnen und Bürger vor allem für hochwertige Gastronomiebetriebe, einen Unverpacktladen, einen Laden für Haushaltswaren, ein Feinkostgeschäft und einen Fair-Trade-Laden aus.

Neben den Fragen zum Ankreuzen gab es auch offenen Fragen, in denen die Ideen für Verbesserungen genannt werden konnten. Diese Fragen werden aktuell noch ausgewertet. Danach soll ein ausführlicher Abschlussbericht erstellt werden.

Die rund 2.200 Befragten kommen aus unterschiedlichen Altersgruppen. Auffällig ist dabei, dass vor allem wenig ältere und jüngere Menschen teilgenommen haben. Lediglich ein Prozent der Teilnehmer war unter 18 Jahren und sieben Prozent zwischen 18 und 25 Jahren. Von den über 75-Jährigen nahmen fünf Prozent an der Befragung teil. In den anderen Altersgruppen ist die Verteilung jedoch sehr gleichmäßig.

Bei der Auswertung des Wohnortes zeigt sich, dass etwa zu gleichen Teilen Menschen aus der Kernstadt, aus den Stadtteilen und aus dem restlichen Landkreis teilgenommen haben. Drei Prozent der befragten kamen aus anderen Teilen Hessens, zehn Prozent der Befragten kamen nicht aus Hessen.

Rund zwei Drittel der Befragten nutzen den Online-Fragebogen, ein Drittel den Papierfragebogen, der als Beilage im Mitteilungsblatt Domstadt und an verschiedenen Stellen in der Stadt lag.