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Der Schlossgarten braucht die Bürger

Hinter dem Limburger Schloss liegt ein 1.650 Quadratmeter großer Garten. Die Stadt Limburg will ihn teilweise der Öffentlichkeit zugänglich machen. Der Magistrat hat sich daher mit einem Gestaltungskonzept beschäftigt.

Das Konzept sieht eine Dreiteilung der Fläche in einen öffentlich zugänglichen Teil als Parkanlage, eine Pachtfläche als Nutzgärten oder eine Fläche zur Förderung der Artenvielfalt und eine nichtöffentliche Fläche als Weinberg oder Obstbaumwiese vor. Die Einteilung ergibt sich durch die topografische Beschaffenheit des Geländes.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn ist es ein wichtiges Anliegen, Teile des Schlossgartens für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und auch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger miteinzubeziehen. „Am Steilhang könnte beispielsweise ein Weinberg entstehen, den Bürgerinnen und Bürger bewirtschaften“, sagt Hahn und verweist auf Vorbilder in Dietkirchen, Runkel oder Weinähr. Der Kontakt zum Bischöflichen Weingut hat ergeben, dass für einen Weinberg in dieser Größe jährlich bis zu 300 Arbeitsstunden benötigt werden. „Zahlreiche helfende Hände sind also nötig“, sagt Bürgermeister Hahn. Alternativ ist an dem 1.100 Quadratmeter großen Hang auch eine Streuobstwiese mit Halbstammobstbäumen denkbar.

Altstadt attraktiver machen

Mit dem Schlossgarten verfolgt die Stadt Limburg das Ziel, die Attraktivität der Altstadt für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Gäste zu steigern. Gelungen ist dies bereits mit der Umgestaltung des ersten Bauabschnittes am Domplateau im Jahr 2019. Die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts erfolgt in diesem Jahr.

Der Zugang zum Schlossgarten ist nach dem Konzept vom Mühlberg aus vorgesehen. Ein Durchbruch in der bestehenden Mauer ist dabei notwendig und führt auf die erste von drei Terrassen. „Von dieser Stelle aus ist der Blick über Teile der Altstadt besonders attraktiv“, sagt Eva Struhalla, Leiterin des städtischen Amtes für Verkehrs- und Landschaftsplanung.

450 Quadratmeter Parkanlage

Von dort aus kommen Besucherinnen und Besucher auf zwei weitere Terrassen, die über Treppen verbunden werden. Auch die Errichtung von Rampen wird geprüft, um auch Mobilitätseingeschränkten den Zugang zu ermöglichen. Barrierefrei wird der Schlossgarten aufgrund der Hanglage jedoch nicht werden.

Auf 450 Quadratmetern soll sich der öffentlich zugängliche Teil, die Parkanlage erstrecken. Die Besucherinnen und Besucher sollen in einer gärtnerisch gestalteten Umgebung Ruhe und Besinnung finden. Denkbar sind Rosen- und Blumenbeete, Blühwiesen, Sonnenliegen und ein mit Spalierobst überdachter Sitzbereich. Sonnenliegen sollen zum Verweilen einladen und den Blick auf Lahntal und Greifenberg ermöglichen. Zusätzlich sieht das Konzept ein Podest über eine Terrassenmauer vor, das geringfügig in den Steilhang ragt. „Dadurch wird ein noch weiterer Blick in Richtung Cahenslytempel auf dem Greifenberg möglich“, sagt Eva Struhalla.

Urban Gardening

Der östliche Teil der dritten Terrasse soll laut Konzept nicht für die breite Öffentlichkeit sein, da er beengt und schwer zugänglich ist. Dort könnte eine Pachtfläche für Urban Gardening (zu Deutsch: Gärtnern in der Stadt) oder eine Fläche zur Förderung von Biodiversität und Artenschutz entstehen. Denkbar sind hier beispielsweise Bienenstöcke, Insektenhotels oder Schwalbenhorste. Die Fläche ist rund 100 Quadratmeter groß.

Das Konzept für den Schlossgarten wurde im Arbeitskreis Domplateau vorgestellt und mit dem Landesamt für Denkmalpflege vorabgestimmt. Eine abschließende denkmalpflegerische Stellungnahme steht noch aus. Auflage des Landesamtes für Denkmalpflege ist der Erhalt aller historischen Mauern und Treppen auf und um die Fläche. Rampen, die auch mobilitätseingeschränkten Besucherinnen und Besuchern den Zugang ermöglichen, sieht die Denkmalpflege jedoch kritisch.

Nun wird das Konzept im Ortsbeirat Innenstadt, im Denkmalbeirat und im Behindertenbeirat beraten. Danach ist eine Online-Bürgerbeteiligung geplant. Parallel dazu erfolgt eine intensive Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Nach diesen Abstimmungen ist eine vorläufige Kostenschätzung möglich.

Hintergrund:

Anfang 2018 wurde der Schlossgarten gerodet und das Areal hinsichtlich historischer baulicher Anlagen untersucht. Von Sommer 2018 bis Frühjahr 2019 schrieb ein Student der Hochschule Geisenheim seine Masterarbeit zum Schlossgarten und machte Vorschläge für eine Neugestaltung. Damit gab er wichtige Impulse was eine mögliche Erschließbarkeit der Fläche angeht, seine Vorschläge für die Umsetzung waren jedoch nicht umsetzbar.

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