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Limburg bekommt Konzept für Radverkehr

Die Stadt bekommt ihr Radverkehrskonzept mit 31.500 Euro vom Land gefördert. Ein entsprechender Bescheid ging nun im Rathaus ein. Die Förderquote liegt bei 60 Prozent der Konzeptkosten, die insgesamt 52.500 Euro betragen.

„Das ist wieder ein Mosaiksteinchen mehr, damit wir in Limburg und dabei vor allem in der Innenstadt eine Verkehrsentwicklung stärken, die weniger Schadstoffe produziert“, macht Bürgermeister Dr. Marius Hahn deutlich. Und für ihn ist auch das Radverkehrskonzept und dessen Umsetzung ein Beispiel dafür, dass Geduld und Zeit notwendig sind. Der Antrag auf Förderung aus Mitteln der Richtlinie des Landes zur Förderung der Nahmobilität wurde Ende Februar dieses Jahres von der Stadt gestellt. Nun ist der Bewilligungsbescheid eingetroffen, der wiederum notwendig ist, um das Konzept auszuschreiben und schließlich zu beauftragen. Dabei soll die Erarbeitung des Konzepts an ein externes Büro vergeben werden.

Ziel dabei ist, eine Bestandsaufnahme darüber vorzulegen, wie der Radverkehr in der Stadt derzeit aufgestellt ist, welche Verbindungen ihm zur Verfügung stehen, wo die wichtigsten Wege entlanglaufen und wo das Verkehrssystem für Radler Lücken aufweist und in welchen Bereichen und Quartieren der Stadt so gut wie kein Angebot für Radfahrende besteht. Die letzte Bestandsaufnahme ist schon einige Jahre alt und wurde von der entsprechenden Abteilung im Rathaus selbst vorgenommen.

Konzept soll Verbesserungen herausarbeiten

Der Blick von außen soll die Beschreibung des Ist-Zustandes objektivieren und zudem die Position der Stadt stärken, wenn aus der Zustandsbeschreibung heraus dann Vorschläge für eine Verbesserung abgeleitet werden. „Wir erwarten uns von dem Konzept natürlich auch deutliche Hinweise, an welchen Stellschrauben wir drehen sollen und was konkret an Verbesserung umgesetzt werden soll“, formuliert der Bürgermeister ein klares Anforderungsprofil an das aufzustellende Konzept.

Hahn hat da auch schon einige Wegeverbindungen vor Augen, für die er sich deutliche Fortschritte erhofft. Dabei geht es zum Beispiel um die Verbindung zwischen Limburg und Diez. Gerade zwischen den beiden Städten mache eine Stärkung des emissionsfreien Radverkehrs Sinn. Besonders attraktiv ist es derzeit jedoch nicht, über die Diezer Straße oder auch die Industriestraße mit dem Rad zu fahren. „Die Frage ist auch, ob bessere Verbindungen für Radler zwischen dem Bahnhof in der Stadt und dem ICE-Bahnhof positive Auswirkungen haben werden“, beschreibt Hahn einen möglichen weiteren Untersuchungsschwerpunkt im Rahmen des Konzepts.

Abstellanlagen für Fahrräder

Auch ein Plus an Abstellanlagen ist nicht unbedeutend für eine Steigerung der Attraktivität und für ein Umsteigen auf einen Fahrradsattel. Dazu gehört auch die Frage, ob am Stadtbahnhof so viel Bedarf besteht, dass eine Art Fahrradparkhaus Sinn macht. Und wenn so etwas sinnvoll ist, muss natürlich auch ein Platz oder ein Ort gefunden werden, an dem es umsetzbar ist.

Nach Einschätzung des Amts für Verkehrs- und Landschaftsplanung wird im ersten Quartal des neuen Jahres die Ausschreibung des Radverkehrskonzepts laufen. In die Untersuchung sollen natürlich auch die Monate im Sommer mit einbezogen werden, denn es ist überaus sinnvoll, auch die Hochsaison des Radverkehrs in der Innenstadt dabei mit in den Blick zu nehmen. Das Amt rechnet damit, dass im ersten Quartal des Jahres 2022 das Konzept dann der Stadt vorgelegt wird.

Verbesserungen schon im kommenden Jahr

Aber auch im kommenden Jahr sollen die Bedingungen für die Radfahrenden in der Innenstadt weiter verbessert werden. Dazu zählt das Aufstellen neuer Abstellanlagen oder auch die Markierung von Sicherheitstrennstreifen zu den seitlichen Parkplätzen in der Konrad-Kurzbold-Straße, um Gefahren für vorbeifahrende Radfahrer durch plötzlich öffnender Autotüren zu vermeiden. „Der Masterplan Mobilität 2030, der von der Stadtverordnetenversammlung mit dem Ziel beschlossen wurde, in der Stadt eine Verkehrswende herbeizuführen, sieht gerade im Radverkehr erhebliche Potentiale“, verdeutlicht der Bürgermeister. Das Rad als Sportgerät oder auch als Fortbewegungsmittel im Urlaub oder der Freizeit sei inzwischen auch in der Region anerkannt, nun müsse in Limburg und Umgebung das Rad als tägliches Verkehrsmittel auf dem Arbeitsweg stärker ins Bewusstsein rücken. „Die E-Mobilität auf zwei Rädern bietet dazu gute Möglichkeiten für jeden Einzelnen, wir als Stadt wollen dazu die Rahmenbedingungen verbessern“, so Hahn.​