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Schafsberg

Der Schafsberg ist den Limburgern lieb und teuer, schließlich sind die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner mit Wald und Forst nicht gerade gesegnet. Der Schafsberg erfüllt dabei verschiedene Funktionen: Er ist Standort des Krankenhauses wie für Bäume, Sträucher und viele andere Pflanzen und Lebensraum für zahlreiche Tiere.

Mit der Idee, sich mit dem Schafsberg um die Austragung einer Landesgartenschau zu bewerben, das war in den Jahren 2014/15 ein Thema und wurde nicht umgesetzt, rückte der gestaltete Schafsberg wieder etwas stärker in den Vordergrund.

Auch wenn es zu keiner Bewerbung um eine Landesgartenschau kam, dem Schafsberg wurde seitdem durch die Stadtpolitik eine erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Daraus folgte die Konzeption eines Freiraumentwicklungskonzepts, dass in den kommenden Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden soll. Dabei gilt es verschiedene Aspekte zu berücksichtigen: Den Schafsberg als Standort für Fauna und Flora zu stärken, gleichzeitig den Schafsberg als Naherholungsgebiet besser zu erschließen und attraktiver zu machen.

Natur am Schafsberg als Produkt menschlicher Eingriffe

Der Fleck Natur am und auf dem Schafsberg ist ein Produkt menschlicher Eingriffe. Als Weide für Schafe war er lange ohne Wald. Die menschliche Handschrift wird heute noch deutlich sichtbar an der Kastanienallee und auch an dem, was von der Lindenallee noch übrig ist. Hier und da lassen sich auch noch einige Sichtachsen erahnen. Das alles geht auf Mitglieder des Verkehrs- und Verschönerungsvereins zurück, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Schafsberg zu einem großen Naturpark für das Volk, für die Limburger Bürgerinnen und Bürger entwickeln wollten.

Die Alleen sind auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Auch andere Bereiche und Punkte auf dem Schafsberg lassen noch den Gestaltungswillen aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts erkennen: Arboretum, Lichtinseln, Wegeachsen, alles ist noch vorhanden und gleichzeitig am Verschwinden.

Ziele des Freiraumentwicklungskonzepts

Die Ziele des Freiraumentwicklungskonzepts sind der Erhalt und die Entwicklung wertvoller Waldbestände und die Erweiterung des Lebensraumangebots durch differenzierte Nutzung und Pflege, die Förderung und Schaffung von Waldlichtungen, ein kleinteiliger Waldbestandsumbau zur Erhöhung der ökologischen Wertigkeit sowie die Durchführung gezielter Artenschutzmaßnahmen für wertgebende Tier- und Pflanzenvorkommen. Wichtig ist zudem die Entwicklung gestufter, naturnaher Waldränder, sowohl nach innen wie nach außen.

Im Hinblick auf das, was zu Beginn des 20. Jahrhunderts dort angelegt wurde, hat auch die Sicherung und Entwicklung noch vorhandener gartenhistorischer Strukturen eine hohe Wertigkeit. Dazu gilt es auch, die angrenzenden Waldbereiche zur Sicherung und Stärkung der Alleestrukturen zurückzudrängen. Bei der Kastanienallee hat dies schon stattgefunden.

Vom Naherholungswald bis zu interkulturellen Gärten

Auf dem Schafsberg gilt es die Entwicklung eines Naherholungswalds mit attraktiven, lichten Waldstrukturen zu unterstützen. Dabei soll auf dem Areal ein Naherholungsraum mit einer bandartigen Struktur und Parkcharakter angestrebt werden, wobei die bestehenden Strukturen einbezogen werden sollen. Eine Erweiterung der Spiel- und Bildungsangebote mit dem Ausbau als Wald- und Naturspielplatz innerhalb dieses Naherholungsbands ist eine Möglichkeit. Die Optimierung des bestehenden Wegesystems mit der Entwicklung eines Rundwegs bei gleichzeitigem Rückbau beziehungsweise Entsiegelung sehr wenig oder nicht benutzter Wege wird verfolgt.

Das Konzept sieht zudem die Entwicklung von ,,Interkulturellen Gärten‘‘ (Gemeinschaftsgärten, die über die Bewirtschaftung einen kulturellen Austausch ermöglichen) vor. Die Gärten, die weit ab der Bebauung liegen, sollen an den tatsächlichen Bedarf angepasst und gegebenenfalls eingegrünt werden.

Das Konzept sieht unterschiedliche Zeiträume für die Umsetzung vor, die sich in kurz-, mittel- und langfristig umzusetzende Vorhaben aufteilen.

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