Archivalie der Woche 334 - Plan des Dombergs
Der Grundrissplan von 1825, überschrieben mit „Grund Riß des Vorraum, und Umgebung des, vor der Großen Domm Kirche Liegende, und Gärten nebst Andeutungen der Wohngebäude“ zeigt das Gelände vor und neben dem Dom, der auch bereits damals diese Bezeichnung trug, obwohl erst zwei Jahre später der erste Limburger Bischof eingesetzt wurde. Die erste Bischofnominierung, mit der Jakob Brand für das Amt bestimmt wurde, hatte schon 1822 stattgefunden und das Bistum war bereits 1821 gegründet worden.
Ein Amtswerkmeister Schmidt hatte den Plan angefertigt. Eine der markantesten Unterschiede zur heutigen Situation ist, dass es die Stiftsschule – hier mit „alter Schulbau“ bezeichnet – noch gab. Sie befand sich zwischen Dom und der Michaelskapelle. Dort, wo heute der Domplatz ist, war seit mindestens 1331 der Friedhof („Dodtenhof“). Er umfasste auch das Gelände vor der Kapelle, später breitete er sich noch weiter in westliche Richtung aus. 1882 wurde der heutige Friedhof neu angelegt. Wo sich heute das Tor zur Grünanalage befindet, stand damals ein Stiftshaus, wie auf dem Plan zu sehen. Es wurde 1833 zur Friedhofserweiterung abgerissen.
Südlich des Doms war der Schlossgarten, dort wo sich heute das ehemalige Pfarrhaus mit Garten befindet. Haus Staffel, heute Teil des Bischofssitzes an der Ecke des Domplatzes, war damals das „Kesselstädtische Kellerey-Gebäude“, also Sitz des Wirtschaftsverwalters der Grafen von Kesselstadt. Am linken Bildrand ist das Haus des General-Vikars eingezeichnet. Das Gebäude, heute ein Wohnhaus, wird noch immer als „Alte Vikarie“ bezeichnet.
14.12.2025