Sprungziele
Inhalt

Stimmgewaltiger Auftakt der Limburger Sommerfeste

Außergewöhnlicher Auftakt der Sommerfeste in Limburg. Mit den „Singsations Westerwald“ stimmte eine Formation Lieder an, die den Abend mit Gospels und geistlichen Liedern begann. 17 Sängerinnen auf der Bühne, auch das kam bei den Sommerfesten bisher nicht vor. Im zweiten Teil stimmten sie auch populäre Songs aus den Charts oder aus bekannten Filmen an. Und das stets stimmgewaltig und emphatisch.

Rund 220 Stühle hatte das Team vom Bauhof der Stadt wieder im Serenadenhof gestellt. Sie reichten nicht für das zahlreich erschienene Publikum, das sich zum Auftakt der Limburger Sommerfeste eingefunden hatte. „Wir freuen uns ganz doll, dass so viele hier sind und wir hier auftreten dürfen“, machte Lorena Seegler, die zusammen mit ihrer Schwester Lisa durch das Programm führte, deutlich. Auch hinter den „Singsations Westerwald“ liegt wie bei vielen anderen Chören eine harte Zeit, bei dem Frauenchor kommt noch hinzu, dass die Sängerinnen zwar alle aus dem Westerwald stammen, doch heute gut verteilt in der Republik leben.

Dass sich die Sängerinnen freuen, wieder auf der Bühne zu stehen, war in Limburg vom ersten Ton an zu spüren und zu hören. Mit geistlichen Liedern starteten sie ihr Programm und warteten dabei unter anderem mit bekannten Liedern der christlichen Literatur wie dem „Ave Maria“ oder auch einem „Halleluja“ auf, allerdings setzten sie dabei auf weniger bekannte Fassungen. Beim „Ave Maria“ auf eine Fassung von David Hamilton, beim „Hallelujah“ auf eine Version eines neuseeländischen Komponisten.

Und es war durchaus auch ein Auftritt des Chores, der politische Botschaften beinhaltete. „When you believe“ widmeten die Sängerinnen all den Menschen, die ihre Hoffnung auf Frieden nicht aufgeben. Und als Lorena Seegler allein auf der Bühne „Gabrielas Song“ (aus dem Film „Wie im Himmel“) anstimmte, sang sie davon, dass das Leben jetzt Gabriela gehört und nicht mehr dem Mann, der sie zuvor prügelte, einsperrte und misshandelte. Auch mit „Brave“ galt es nicht nur musikalisch auf der Bühne zu überzeugen, sondern Zeichen zu setzen, um der Angst entgegen zu lächeln und immer mutig zu bleiben.

Der Auftakt der Sommerfeste war musikalisch vielfältig, da die Sängerinnen im zweiten Teil unter anderem auf bekannte Songs aus Film und Charts setzten, zum Beispiel „Cups“ aus dem Film „Pitch Perfect“, wobei der Song bereits 1931 zum ersten Mal von der Carter-Family eingespielt wurde. Oder auch „Vida la vida“ von „Coldplay“, dem bis dato erfolgreichsten Song der Band. Auch hier geht es darum, mit Optimismus und Zuversicht das Leben zu leben.

Die Sängerinnen unter der Leitung von Jessica Burggraf zeigten nicht nur einen stimmlich überzeugenden Auftritt im Serenadenhof, der Abend lebte auch von seiner musikalischen Abwechslung. Das lag nicht nur an der Auswahl der Lieder, sondern auch an verschiedenen musikalischen Einlagen. Lorena Seegler als Solistin oder die Instrumentalstücke, die Sophia Müller (Trompete) und Paulina Montabaur (Klavier) einspielten oder der Vortrag von Benjamin Kästner, der den Chor an dem Abend nicht nur am Klavier begleitete, sondern auch als Solist den Auftritt bereicherte

„Die Sommerfeste sind die einzige Veranstaltungsreihe der Stadt, die auch in den vergangenen zwei Jahren ohne Unterbrechung stattgefunden hat“, sagte Ulrich Wolf vom Limburger Stadtmarketing zum Auftakt. Gleichwohl ist auch er froh, wieder ein normales Format erreicht zu haben, ohne Absperrband und großen Abständen zwischen den Stühlen und ohne Regieanweisung an die Akteure auf der Bühne, mit angezogener Handbremse zu agieren und nicht zu viel Stimmung zu machen. Die Sommerfeste werden fortgesetzt am kommenden Samstag, 30. Juli, um 20 Uhr. Dann stehen „Ring of Fire“ auf der Bühne des Serenadenhofs.

Partner