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Die Brüstung ist abgebaut

Es geht voran mit den Bauarbeiten auf der alten Lahnbrücke. Die wohl optisch von außen einschneidendste Veränderung ist bereits sichtbar, die Brüstung stromabwärts (Richtung Cargo Beach) ist abgerissen.

Statt der Bruchsteinmauer blicken Spaziergänger auf ein provisorisches Sicherheitsgeländer, das mit blauem Gewebe bespannt ist. Davor klafft ein Loch. Denn nur so kommen die Arbeiter an die eigentlichen „Übeltäter“ heran, die Kragarme. Diese liegen unter der Betonplatte, auf der die Brüstung stand. Die sogenannten Kragarme oder auch Träger müssen nicht ausgetauscht, sondern lediglich erneut mit einer schützenden und stützenden Betonschicht versehen werden.

Im Anschluss kann dann die im Dezember 1947 erstmals von Fußgängern genutzte Verbreiterung der Brücke wieder aufgebaut werden. Die alte Lahnbrücke war Mitte 1946 nach einer Sprengung wiederaufgebaut und im Zuge dessen auch für den Verkehr verbreitert worden. Insgesamt 630 Kubikmeter Bruchstein wurden von durchschnittlich 32 Arbeitern verbaut. Dazu gehörte auch die stromabwärts errichtete, historisch nachempfundene Brüstung.

Vor dem Abriss der Brüstung in diesem Jahr befand sie sich in einem befriedigenden Zustand. Die bereits zuvor verwendeten Steine können erneut für den Wiederaufbau verwendet und auch optisch soll die Brüstung in den Ursprungszustand versetzt werden.

Zum Abbau und Aufbau der Brüstung wird mit einem Gerüst gearbeitet, das sich sukzessive über den Teil der Brüstung bewegt, der abgerissen beziehungsweise wieder aufgebaut wird. Nach Auskunft von Maurice Wenta von der begleitenden Ingenieurgesellschaft be+p befinden sich alle Arbeiten im Zeitplan und der eingeplante Puffer von zwei Wochen blieb bisher unangetastet.

Auch die geplanten Kosten befinden sich derzeit in etwa im Soll. So kam es zwar zu der ein oder anderen Überraschung bei den Arbeiten, die sich an anderer Stelle jedoch wieder ausgleichen konnten. Der Kellerbereich des ehemaligen Schlachthofs war deutlich schadhafter als zu Beginn der Sanierungsplanungen erkennbar. Im Gegenzug stellte sich bei Probebohrungen heraus, dass die befürchtete Chloridbelastung im Bereich der Betonabdeckung über dem Brückenbogen an einigen Stellen nicht so schlimm ausfiel, wie befürchtet. Chloride sind im Tausalz von Schmelzwasser enthalten und tragen zur Lochfraßbildung in Beton bei.

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