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Radwegekonzept: Vorzugsvariante entlang der Diezer Straße

Die kürzeste Verbindung zwischen Limburg und Diez führt über die Diezer Straße und die Limburger Straße. Tausende Autos sind dort täglich unterwegs, schließlich ist es auch noch eine Bundesstraße. Dennoch wird sie im von der Stadt in Auftrag gegegebenen Radwegekonzept als Vorzugsvariante vorgeschlagen. Es gibt noch weitere Vorschläge für die sogenannten Hauptrouten, die hier im zweiten von vier Teilen zum Radwegekonzept vorgestellt werden. Das Konzept wird nun von den Gremien der städtischen Politik nun beraten und am 18. Juni der Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung vorgelegt. Der Magistrat empfiehlt dabei einen Beschluss mit gestaffelter Umsetzung.
Die Verbesserung der direkten Verbindung zwischen Limburg und Diez war mit ein prägendes Thema in den beiden öffentlichen Workshops, die im Rahmen der Aufstellung des Radverkehrskonzepts stattfanden. Projektleiter Alexander Gardyan hatte dabei im ersten Workshop noch von einer gleichwertigen Verbindung durch das Wohngebiet (Unterheide/Rheinstraße/Annastraße/Adelheidstraße) gesprochen, allerdings zeigte sich im weiteren Verlauf des Workshops und der weiteren Erarbeitung, dass es keine wirkliche Alternative zur Verbindung entlang der Diezer Straße gibt, die daher als Vorzugsvariante gilt.

Begrenzter Straßenraum

Um den Radfahrenden entlang der Straße die Möglichkeit zu geben, möglichst gefahrlos ihre Ziele zu erreichen, muss Platz geschaffen werden. Der Straßenraum ist teilweise jedoch sehr begrenzt. Die Diezer Straße verfügt im Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr an der WERKStadt und der Stadtgrenze über unterschiedliche Breiten, die zwischen 13 und 19 Meter liegen. Dort, wo wenig Platz zur Verfügung steht, können die Regelquerschnitte für Fahrbahn, Bürgersteig und Radweg nicht umgesetzt werden. Die vorgeschlagene Lösung könnte darin bestehen, die Fahrbahn mit einer Breite von 5,50 Meter auszustatten (aktuell sind es acht Meter) sowie einen Bürgersteig auf beiden Seiten mit 2,20 Metern (bisher 2,50 bis 3,00 Meter) und einem beidseitigem Radfahrstreifen von je 1,85 Metern, so die Planer.

Unterschiedliche Straßenbreite

Steht eine Fahrbahnbreite von 15 bis 16 Metern zur Verfügung, könnten davon der Fahrbahn für Kraftfahrzeuge 6,5 Meter eingeräumt werden. Für die zu Fuß gehenden und die Radfahrenden gibt es unterschiedliche Modell mit jeweils getrennten Geh- und Radfahrstreifen. Für die Radler kommen Radfahrstreifen (2 Meter), sogenannte Protected Bike Lanes (2,25 Meter) oder getrennte Geh-/Radwege in Betracht (2,2 Meter für Fußgänger/innen und 1,5 Meter für Radelnde).

In Abschnitten mit einer Breite zwischen 17 und 19 Metern wären bei Fahrbahnbreiten zwischen sechs und sieben Metern jeweils auch Angebote für Radfahrende (Radfahrstreifen, Radweg oder Protected Lane zwischen zwei und 2,25 Meter) und zu Fuß gehende (2,5 Meter) möglich. In diesem Abschnitt wären dann auch vereinzelt Ladezonen oder Behindertenparkplätze möglich. In den schmaleren Bereichen der Straße entfallen bei einer Umsetzung alle Parkplätze am Straßenrand.

Entlang der Diezer Straße beziehungsweise der B54 ist die Stadt weder Baulastträger noch Straßenverkehrsbehörde. Alle Planungen und Maßnahmen sind mit Hessen Mobil als Straßenbaulastträger und dem Landkreis Limburg-Weilburg als zuständiger Straßenverkehrsbehörde abzustimmen. Dabei zeigt sich Hessen Mobil der Anlange von Radverkehrsanlagen entlang der Diezer Straße zumindest bis zum Kreisverkehr gegenüber aufgeschlossen. Derzeit wird in der Behörde geprüft, ob sie Planung und Bau selbst durchführt.

Alternative Verbindungen

Neben dieser Hauptverbindung sind durch das Radverkehrskonzept auch Verbesserungen für die Zweiradfahrenden auf dem Weg durch das Wohngebiet vorgesehen. Mittel- und langfristig ist die Einrichtung einer Fahrradzone denkbar, die zunächst einmal dem Radverkehr vorbehalten ist, wobei motorisierter Anliegerverkehr zugelassen wird.

Weitere sogenannte Velorouten werden in dem Konzept von der Limburger Kernstadt nach Elz oder auch ins ICE-Gebiet vorgeschlagen. Die Zielsetzung dabei ist immer gleich: erhöhen der Aufenthalts- und Lebensqualität im Einklang mit Umwelt- und Gesundheitsschutz, des Komforts sowie der subjektiven und objektiven Sicherheit für alle, Anbieten von kontinuierlichen und attraktiven Führungsformen, trennen des Radverkehrs vom Fußverkehr, entwickeln von attraktiven Pendlerrouten.

Auf der Frankfurter Straße könnte dies zum Beispiel mit einem sogenannten Pop-Up-Rad probiert werden. Dabei handelt es sich um einen versuchsweise abgegrenzten Radweg, der jederzeit wieder entfernt werden kann. Als Abgrenzungsmaterial können Baustellenmarkierung und -beschilderungen genutzt werden.

Schutzstreifen für die Steigung

Die Velorouten sind innerstädtische Hauptrouten, hinzu kommen noch Hauptrouten, die die Kernstadt mit den Stadtteilen verbinden. Eine dieser Routen führt von Limburg nach Offheim. Die kürzeste Verbindung weist dabei ein starkes Gefälle oder Steigung auf und die Forderung nach einer Verbesserung ist auf politischer Ebene auch schon erhoben worden. Das vorgelegt Radkonzept sieht vor, an der Straße einseitig einen Schutzstreifen (1,75 Meter breit) für Radfahrende anzulegen, den sie auf dem Weg nach Offheim nutzen sollen.

Der Weg in die Gegenrichtung mit reichlich Gefälle nach Limburg soll von den Radlerinnen und Radlern im fließenden Verkehr auf der Fahrbahn vorgenommen werden. Begleitet soll dies werden durch Fahrradaufstellflächen an der Kreuzung zur B8 und mit dem Schild „Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen“. Entlang der Straße zwischen Limburg und Offheim ist beidseitig ein Gehweg mit je einer Breite von 2,50 Meter vorgesehen.

Hauptrouten sieht das Radkonzept in alle Stadtteile mit Ausnahme von Ahlbach vor. Überall werden dabei Verbesserungen empfohlen, in Eschhofen zum Beispiel Querungshilfen, auf dem Weg nach Dietkirchen ein Schutzstreifen entlang der Weilburger Straße und des Dietkircher Wegs oder zwischen Blumenrod und der Innenstadt die Ausweitung des Schutzstreifens auf eine Breite von 1,50 Meter.

In der dritten Folge geht es um Maßnahmen, die mit deutlich weniger Aufwand verbunden sind und dennoch deutliche Verbesserungen für die Radfahrenden mit sich bringen.

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