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Rathaus-Komplex: Die Veränderung ist sichtbar und hörbar

Der Lärm ist nicht zu überhören und beschallt Teile der Limburger Innenstadt. Der Beton im Verbindungsbau des alten und neuen Rathauses verlangt den Einsatz von Presslufthämmer, um ihn zu entfernen. 

Der Lärm ist auch für die Mitarbeitenden und Besuchenden des Bürgerbüros im neuen Rathaus eine Belastung, die im Gegensatz zu den Bauarbeitern ohne Gehörschutz ihrer Arbeit nachgehen beziehungsweise ihre Angelegenheiten im Bürgerbüro erledigen.

Der Zwischenbau verbindet die beiden Gebäude, das 1896 eingeweihte alte Rathaus der Stadt und das sogenannte neue Rathaus, das in den Jahren 1968 bis 1970 mit Erdgeschoss und drei Obergeschossen errichtet und später um zwei weitere Geschosse erweitert wurde. „Mit dem Abriss des Verbindungsbaus treten die Arbeiten zur künftigen Nutzung der beiden Komplexe in eine sichtbare Phase“, macht der 1. Stadtrat Michael Stanke als Baudezernent deutlich.

Die Gebäude werden künftig getrennt versorgt und bewirtschaftet und haben dann auch unterschiedliche Eigentümer. Die Stadt verkauft das neue Rathaus an den Landkreis, der dort ebenfalls Einrichtungen unterbringen will, die Publikumsverkehr haben. Nach Angaben von Bürgermeister Dr. Marius Hahn sind nun bei der Stadt Eckpunkte des Landkreises für die vertragliche Gestaltung eingegangen und in der Verwaltung beraten worden. Nun stehe die Feinabstimmung an.

Alte Verbindungen werden gekappt

Der Abriss des Verbindungsbaus ist ein deutlich sichtbares Zeichen der Veränderung, allerdings hat sich auch im Vorfeld schon einiges getan. So ist die Versorgung des Komplexes komplett getrennt worden. Beide Häuser werden nun separat versorgt, wobei beide ebenso wie die Stadthalle und die Volksbank an das Blockheizkraftwerk angeschlossen bleiben. Die Trennung der Versorgung ist aufgrund der künftig unterschiedlichen Eigentümer nach Einschätzung des 1. Stadtrats überaus sinnvoll.

Nach Angaben von Sabine Schneider, die von der Abteilung Stadtsanierung die Arbeiten betreut, werden aktuell in dem Altbau sämtliche Versorgungsleitungen entfernt. Anschließend steht der Aufbau einer komplett neuen Versorgungsstruktur an. Dabei müssen auch Räume im Keller mit einbezogen werden, denn die künftige Nutzung als Tagungsort für die Stadtpolitik sowie als Bürgerbüro und damit als zentrale Anlaufstelle der Verwaltung mitten in der Stadt bezieht das Kellergeschoss mit ein.

Preise explodieren, Materialien sind rar

Natürlich sind schon viele Gewerke für die Sanierung des historischen Gebäudes vergeben, der Magistrat hat in seiner jüngsten Sitzung Aufträge für Glastrennwände, Tischlerarbeiten, Klimatechnik und Elektroarbeiten vergeben, das Volumen umfasst zusammen rund 850.000 Euro. Nach Angaben von Sabine Schneider ist ein Großteil der Arbeiten zur Sanierung und Ertüchtigung für die neuen Aufgaben vergeben, die Ausschreibung für die Brandmeldeanlage hat noch Zeit.

Allerdings führen Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine zu besonderen Situationen auf dem Bau. So hat ein Unternehmen den erteilten Auftrag für den Stahlbau wieder zurückgegeben, denn die darin enthaltenen Preise seien aufgrund der Entwicklung auf dem Markt nicht zu halten gewesen, machte das Unternehmen der Stadt gegenüber deutlich. In einem anderen Fall lagen alle eingegangenen Angebote mindestens 100 Prozent über der kalkulierten Kostenschätzung. Die Ausschreibung ist nach Angaben von Sabine Schneider wieder aufgehoben worden.

„Die Entwicklung auf dem Markt hat Einfluss auch auf die Baustelle altes Rathaus in Limburg“, so die Mitarbeiterin der Stadt. Das zeige sich nicht nur bei der Entwicklung der Preise, sondern auch an der Verfügbarkeit des Materials. So ist die von der Stadt ausgeschriebene Heizung nicht so ohne weiteres einzubauen, die einzelnen Komponenten müssen wohl in Etappen besorgt werden.

Die nächsten Arbeiten sind davon erst einmal nicht betroffen. Nach dem Abriss sind im neuen Rathaus die Türöffnungen, die zum Verbindungsbau führten, zu verschließen. Im alten Rathaus bleiben die Öffnungen bestehen und sollen künftig denen zur Verfügung stehen, die den Aufzug nutzen, um die einzelnen Etagen des Gebäudes zu erreichen. Der Aufzug auf der Rückseite des alten Rathauses ist notwendig, um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Bis zum Sommer kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, damit das Bürgerbüro der Stadt umziehen kann.

Geänderte Öffnungszeiten wegen Baulärm im Bürgerbüro

Aufgrund der lauten Arbeiten wird das Bürgerbüro in der kommenden Woche seine Öffnungszeiten reduzieren. Am Montag, 23. Mai, ist das Bürgerbüro von 8 bis 13 Uhr und am Dienstag, 24. Mai, von 7 bis 13 Uhr geöffnet, ab Mittwoch soll der Betrieb wieder ganz normal laufen.

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