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Die alte Lahnbrücke als Baustelle

Die alte Lahnbrücke in Limburg ist Baustelle, das ist nicht zu übersehen und auch nicht zu überhören. Die Sichtbarkeit der Baustelle wird sich in den kommenden Wochen noch deutlich erhöhen, wenn auf der Stromunterseite ein Außengerüst an der Brücke angebracht wird. Das ist notwendig, um die Brüstung abzureißen.

Die Asphaltschicht auf der Brücke ist abgetragen, deutlich sichtbar sind nun die großen Betonflächen. Insgesamt sechs Abschnitte, durch Fugen voneinander getrennt, sind es von der Altstadtseite bis zum Brückenturm. Die anschließende Überquerung des Schleusenkanals weist noch einmal eine separate Betonabdeckung auf. Manchmal tritt schon die Bewährung, der Stahl im Beton, sichtbar hervor. Die Überdeckung ist an manchen Stellen doch recht dürftig ausgefallen.

Das war natürlich auch Thema der jüngsten Baustellenbesprechung mit Martin Uphues als Leiter des städtischen Tiefbauamts, Maurice Wenta von der begleitenden Ingenieursgesellschaft be+p sowie Oberbauleiter Christian Höfer und Polier Meike Richter von dem bauausführenden Unternehmen Bickhardt Bau. Seit 11. April ist das Bauwerk für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt, seit dieser Zeit laufen die Arbeiten, die sich bis zum Anfang des Winters hinziehen werden. Für zu Fuß Gehende und Radfahrende besteht die Möglichkeit, die Brücke zu überqueren. Radfahrende sollen aufgrund der geringen Breite ihr Gefährt jedoch schieben, was leider oft missachtet wird. Die Überquerungsmöglichkeit wird ab kommenden Montag in die Mitte der Brücke verlegt.

Geringere Nitratbelastung

„Wir sehen bereits in der frühen Phase, dass wir an einigen Stellen Glück haben und sich unsere Befürchtungen hinsichtlich der Schäden nicht ganz bewahrheiten, auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Überraschungen, die einen höheren Aufwand erfordern, um das Bauwerk zukunftsfähig zu machen“, fasst Martin Uphues die ersten Baustellenwochen zusammen. Die befürchtete Nitratbelastung im Bereich der Betonabdeckung über dem Brückenbogen hat sich nach den nun vorliegenden Probebohrungen und Untersuchungen nicht bestätigt. „Das reduziert den Sanierungsaufwand an den einzelnen Fugen der Betonabdeckung doch ein ganzes Stück“, so der Leiter des Tiefbauamts.

Vorgesehen war es zunächst, den Beton an den Fugen abzustemmen, um die Fugen deutlich zu vergrößern. Das muss nun nicht sein. Auch wenn die Nitratbelastung, hervorgerufen durch das im Herbst und Winter verwendete Tausalz in Verbindung mit eindringender Feuchtigkeit, an einigen Stellen nicht so stark wie befürchtet ist, an der Schadenssituation der Kragarme ändert das nichts. Auf den Kragarmen ruht der Bürgersteig auf der Stromunterseite. Die Verbreiterung wurde in den 1960er Jahren vorgenommen und ist Hauptgrund für die nun vorzunehmenden Arbeiten.

Die Brücke ist nicht nur für den Verkehr eine wichtige Verbindung, sondern auch für die Versorgung der Limburger Bürgerinnen und Bürger. In der Betondecke verlaufen verschiedene Versorgungsleitungen, unter der Fahrbahn befinden sich weitere Versorgungsstränge. Das macht die anstehenden Arbeiten nicht einfacher, vor allem an den Übergängen der einzelnen Bauwerke.

Stabilisierung notwendig

Asphalt- und Betonreste werden auf der alten Brücke gesammelt, von dort ist der Abtransport einfacher. Die Bruchsteine, die nun beim Abriss der Brüstung anfallen, werden auf der Schleuseninsel gesammelt und später wieder verwendet. Die Abrissarbeiten haben an der Mauer neben dem Brückenturm begonnen, die die Verschwenkung begrenzt. Nicht weit davon entfernt befindet sich die erste „Überraschung“. Der Kellerbereich des ehemaligen Schlachthofs ist doch deutlich schadhafter, als zu Beginn der Sanierungsplanungen erkennbar war.

Zwischen Brückenturm und den Gebäuden des ehemaligen Schlachthofs befindet sich noch eine Freifläche, die teilweise sogar bewachsen ist, allerdings ist der Bereich unterkellert. Um für die zukünftige Nutzung eine entsprechende Stabilität und Festigkeit zu gewährleisten, muss der Hohlraum verfüllt und verdichtet werden.

In den kommenden Wochen wird sich die Baustelle Brücke deutlich verändern. Auf der Stromunterseite wird ein Gerüst an dem Bauwerk angebracht, das zum Abriss der Brüstung und den weiteren Arbeiten zur Ertüchtigung der Kragarme benötigt wird. Aktuell verläuft der Weg für die Fußgängerinnen und Fußgänger noch auf dem Gehweg, der auf den Kragarmen ruht. Der Weg über den Fluss wird ab Montag in die Mitte der Brücke verlegt.

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