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Felssicherung der Schützenanlage im Eduard-Horn-Park kann beginnen

Der Magistrat hat die Felssicherungsarbeiten an ein Unternehmen aus dem Rhein-Lahn-Kreis für rund 100.000 Euro vergeben. Die Arbeiten werden bereits im März 2022 beginnen und voraussichtlich im April abgeschlossen werden. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass der Verein seine Schießanlage wieder in vollem Umfang nutzen kann. 

„Nun kann der Schützenverein bald wieder die gesamte Anlage nutzen und das hoffentlich für die verbleibenden 48 Jahre der Erbpacht“, beschreibt der 1. Stadtrat Michael Stanke die gefundene Lösung, zu der alle Akteuren, neben der Stadt und dem Vorstand des Schützenvereins noch das Institut für Geotechnik Dr. Zirfas (IFG), beigetragen haben. Seit 2018 wurde nach einer für alle Parteien zufriedenstellenden Lösung gesucht, so Stanke weiter. Was nun in die Auftragsvergabe mündete, ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses.

Im Rahmen der verschiedenen Erörterungen und Abstimmungen wurde ein Leistungsverzeichnis für die zu verrichtenden Arbeiten erstellt. Dabei wurde auf die ursprünglich vorgesehene Sicherung der kompletten Felswand verzichtet und sich auf den Bereich der eigentlichen Schießanlage konzentriert, der Bereich des zu sichernden Areals ist damit deutlich kleiner geworden. Auf die öffentliche Ausschreibung gingen bei der Stadt sechs Angebote ein. Mit dem nun vergebenen Auftrag an den günstigsten Anbieter nach einer entsprechenden fachlichen Prüfung ist es nun möglich, auch die 50-Meter-Bahn der Anlage weiterhin zu nutzen.   

Grund für das langanhaltende Verfahren waren die Felsabgänge aus dem Jahr 2018 auf der Anlage des Schützenvereins Limburg, die zu einer Sperrung des Freigeländes führten. Die Anlage des Schützenvereins liegt in einem ehemaligen Steinbruch, in dem devonischer Schalstein abgebaut wurde. Zwischen 2019 und Anfang 2021 fand ein erneuter Felsabgang im Kubikmeter Bereich statt.

„Da die Stadt Eigentümerin des Grundstücks ist, liegt die sichere Nutzung des Geländes in unserer Verantwortung. Dass sich das Projekt so lange hinzieht, war zu Beginn jedoch nicht absehbar“, erläutert Stanke. Die baulichen Anlagen einschließlich der Schießbahnen des Schützenvereins, zu denen auch eine 50-Meter-Bahn gehört, liegen im unteren Bereich des Steinbruchs. In östlicher Richtung ist das Gelände durch eine 20 Meter hohe Felswand begrenzt.

Seit den Felsabgängen 2018 wurden unterschiedliche Möglichkeiten von der Stadt geprüft und Vorschläge von Stadt und Schützenvereins gemacht, um den Sportbetrieb in vollem Umfang wieder aufnehmen zu können. Verschiedene Lösungsalternativen wurden dabei von der Stadt erwogen: Eine komplette Felssicherung auf dem Gelände mit erforderlichen Zusatzarbeiten und mit Kosten in Höhe von 613.000 Euro; eine eingeschränkte Felssicherung mit Kosten in Höhe von maximal 150.000 Euro und damit einhergehendem Verlust der 50-Meter-Schießbahn; Neubau der Anlage an zwei verschiedenen Standorten, Kooperation und Mitnutzung eines anderen Schützenhauses im Limburger Stadtgebiet. Der Schützenverein selbst hatte ebenfalls ein Angebot eingeholt, dass die Absicherung mit anschließender kompletter Nutzung mit Kosten in Höhe von etwa 170.000 Euro bezifferte, das allerdings nicht alle erforderlichen Leistungen umfasste, so das Ergebnis der fachtechnischen Prüfung durch das IFG. 

Ein Neubau konnte nicht berücksichtigt werden, da die Stadt hierfür lediglich 112.000 Euro, also die üblichen 22,5 Prozent für Vereinsförderungen mitgetragen hätte und auch weitere Förderungen vom Land, Kreis und Sportbund in Höhe von 122.500 Euro für einen Neubau nicht ausgereicht hätten. Denn die restliche Summe, etwa 270.000 Euro, hätte der Verein selbst aufbringen müssen. Der Magistrat gab einer Variante mit einer Felssicherung den Vorrang, die die Nutzung der 50-Meter-Bahn ausschloss. In mehreren Beratungsgängen beschäftigte sich die Limburger Stadtpolitik mit dem Thema, ein konkreter Beschluss über eine Variante wurde dabei nicht gefasst, im Rahmen der Verabschiedung des Haushalts für 2021 jedoch eine Summe von 150.000 Euro festgesetzt.

Die Summe wird eingehalten, gleichzeitig wird eine Lösung umgesetzt, die dem Ansinnen des Vereins auf Erhalt der 50-Meter-Bahn für Großkaliber Rechnung trägt. Diese Lösung wird möglich, da nur ein Teil der Felswand gesichert wird. Die Sicherungsarbeiten konzentrieren sich auf den Bereich der Schießanlage und lassen die Felswände abseits dieses Kernbereichs ungesichert. Damit verliert die Anlage ihren Notausgang, der ohne Sicherung der Felswände nicht mehr genutzt werden kann. Ein neuer Notausgang muss noch angelegt werden, der dann im gesicherten Bereich aus dem Gelände herausführt. Dieser Weg ist nicht Bestandteil des Angebots, die Kosten hierfür werden aktuell auf rund 25.000 Euro geschätzt.

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