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Der LahnStar bekommt Saft aus der »Steckdose«

Seit 13. November vergangenen Jahres dreht der LahnStar seine Runden in Limburg und hat bereits über 5203 Fahrgäste (Stand 15. Februar 2022) zum Ziel geführt. Das neue Angebot der Stadtlinie im ÖPNV kommt ohne Benzin und Diesel aus, dafür müssen die Fahrzeuge mit Strom geladen werden. Die Ladestationen hat die EVL aufgebaut. Der Energieversorger fungiert als Partner von Stadt und Stadtlinie.

In der Stadtmitte gibt es zwei Stationen mit jeweils zwei Lademöglichkeiten für den LahnStar. Eine Station befindet sich an der evangelischen Kirche, die zweite in der Hospitalstraße. „Die Ladestationen werden mit Wechselstrom versorgt, daher müssen die Stationen im Bereich des Niederspannungsnetzes integriert werden“, erläutert Peter Spöhrer von der EVL, der beim Versorger zuständig ist für das Thema E-Mobilität. In der Innenstadt sei es jedoch kein Problem, die Ladeinfrastruktur an ein solches Netz anzuschließen.

Mit Wechselstrom werden zum Beispiel auch die Haushalte versorgt. Was Ladesäulen und Hausanschlüsse benötigen, ist ein Versorgungskabel, das über notwendige Leitungsreserven verfügt. Wichtig bei der Versorgung ist, dass ein ständiger Stromfluss gewährleistet ist, macht Spöhrer deutlich. Geladen werden die Fahrzeuge an den EVL-Ladesäulen mit 100 Prozent zertifiziertem Ökostrom.

Je elf Kilowatt Ladeleistung

Die Ladestationen besitzen jeweils zwei Ladepunkte mit je elf Kilowatt Ladeleistung. Nach Angaben von Peter Spöhrer entspricht dies der maximalen Ladeleistung eines LahnStar-Kleinbusses. Insgesamt stehen der Stadtlinie fünf Fahrzeuge zur Verfügung, vier davon sind im Einsatz, ein Fahrzeug steht als Reserve zur Verfügung.

„Wir sind natürlich froh darüber, in der EVL einen Partner zu haben, der uns beim Aufbau dieses zukunftsweisenden Verkehrssystems mit positiven Auswirkungen auf die Schadstoffbelastung in der Stadt unterstützt“, verdeutlicht der 1. Stadtrat Michael Stanke als Betriebsleiter der Stadtlinie und Nutzer des LahnStars. Nach seiner Einschätzung ist die Stadt mit dem bestehenden Netz an Ladeinfrastruktur durchaus dafür aufgestellt, alternative Antriebe zum Verbrenner ausreichend zu versorgen.

Kurze Wege aus dem Zentrum

Nach Angaben von Hicham Azzou, als Abteilungsleiter ÖPNV in der Stadtverwaltung für die Stadtlinie zuständig, haben die Fahrzeuge mit ihren Akkus eine Fahrleistung bis zu 350 Kilometern pro Ladung. „Das ist für Fahrten im Bediengebiet, also in den Grenzen der Stadt Limburg, völlig ausreichend. Sollten wir in Zukunft die kleine Flotte mit weiteren Fahrzeugen ergänzen, müssen wir natürlich auch überlegen, ob wir Ladestationen außerhalb des Limburger Zentrums aufbauen“, sagt Azzou. Die technischen Voraussetzungen dazu sind gegeben, die EVL baut zudem ihr Netz zum Laden von Fahrzeugen inzwischen auch in den Stadtteilen aus.

„Bisher haben wir die Ladestationen auf das Zentrum konzentriert, denn die Stationen haben noch die Funktion, dass die Fahrzeuge mit ihren Fahrerinnen und Fahrern dort auf ihren nächsten Fahrauftrag warten“, macht Azzou deutlich. Zwar ist die zentrale Innenstadt tagsüber für Fahrten mit dem LahnStar tabu, da ein ausreichendes Angebot mit Taktverkehr durch die Stadtlinie mit ihren regulären Bussen besteht, doch von dem zentralen Standort Innenstadt können alle Ziele in den Stadtteilen zügig angefahren werden.

Pilotprojekt im RMV-Verbund

Der LahnStar als On-demand-Angebot der Stadtlinie kommt auf Abruf und ist ohne festen Fahrplan unterwegs. Der Ein- und Ausstieg ist an über 200 Haltestellen in der Stadt möglich. Die Stadt und ihre Stadtlinie sind dabei Teil eines Pilotprojekts im Rhein-Main-Verkehrsverbund. Zehn Städte und Landkreise sind mit dabei, rund 1,8 Millionen Menschen wohnen im Einzugsbereich der Shuttles, die alle mit E-Motoren unterwegs sind. Nach Taunusstein und Frankfurt war Limburg im November die dritte Kommune, die mit dem Shuttle startete. Nun kommt noch die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mit dem Hopper hinzu.

Bessere und direktere Verbindungen ermöglicht der LahnStar von und zwischen den Stadtteilen täglich von 6 Uhr an. Um 19 Uhr kommt dann die zentrale Innenstadt als Bediengebiet noch hinzu. Von Sonntag bis Donnerstag steht das ÖPNV-Angebot bis 1.15 Uhr, freitags und samstags bis 3.15 Uhr zur Verfügung. Geordert werden kann der LahnStar per App über das Handy oder telefonisch unter (06431) 203 456. Ein Bezahlen der Fahrt mit Bargeld ist nicht möglich. Gezahlt wird digital per Paypal oder Kreditkarte, im Auto mit EC-Karte.

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