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Über 15.000 neue Bäume für Limburg

Wenn die Stadtgärtner oder die Mitarbeiter des Forstes ihre Kettensägen einsetzen, dann wird das nicht selten von Protest begleitet. Aber Stadtgärtnerei und Hessenforst mit der Revierförsterei können auch ganz anders, Pflanzen und Setzen zum Beispiel. Über 15.000 Bäume sind in dem zurückliegenden Jahr auf den Flächen des Forstes sowie auf Flächen in der Stadt und den Stadtteilen neu gepflanzt oder gesetzt worden.

Das Gros der Bäume, rund 15.000, ist dabei vom Forst gesetzt worden. Allein 14.000 Setzlinge sind im vergangenen Frühjahr in die Erde gekommen. Nach Angaben von Revierförsterin Nadine Ströbele ist die Eiche dabei mit etwa 6500 Setzlingen die stärkste Baumart. Die Revierförsterin orientiert sich bei der Auswahl der Bäume an den Empfehlungen der Forsteinrichtung oder den Waldentwicklungszielen, die auf den Empfehlungen der Nordwestdeutschen forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen zurückgehen. Je nach Standort werden für Neupflanzungen bis zu 80 Prozent Eiche, zehn Prozent Hainbuche und zehn Prozent andere Baumarten empfohlen.

Bei dem forstlichen Warenkorb setzt die Revierförsterin gerne auf eine größere Vielfalt, deswegen finden sich neben den Hauptbaumarten auch Linden, Kirschen, Ulmen, Lärchen, Nüsse und Wildobst. Und ganz ohne Nadelbäume geht es natürlich auch in Zukunft nicht, deshalb wurden im Frühjahr auch rund 1000 Douglasien und die gleiche Anzahl von Fichten gepflanzt. „Die Douglasie gilt als Nadelbaum der Zukunft und die Fichten sind wichtig für das Waldökosystem, ein Totalverzicht ist nicht sinnvoll“, verdeutlicht die Revierförsterin. Im Herbst sind dann noch einmal 500 Fichten und Douglasien als sogenannte Nachbesserung für ausgefallene Pflanzen des vergangenen Jahres gesetzt worden.

Naturverjüngung reicht nicht aus

Die Auswahl der Flächen, auf denen gepflanzt wird, ergibt sich aus verschiedenen Kriterien. Zunächst einmal geht es dabei um Flächen, die zuvor Fichtenkulturen aufwiesen, die aufgrund der Schäden durch Trockenheit und Borkenkäferbefall gerodet werden mussten. Dort auf eine Naturverjüngung zu setzen ist nach Einschätzung der Revierförsterin wenig erfolgversprechend. Das trifft zum Beispiel auch gerodete Flächen in Offheim und in Staffel zu.

Was im Forst nicht geht, ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtgärtnerei möglich. Ihre Auswahl der zu pflanzenden Bäume ist deutlich größer. Und deshalb sind neben den heimischen und bekannten Baumarten wie Hainbuche und Linde im zurückliegenden Pflanzjahr auch Gingko, Sorbus, Trompetenbäume und immergrüne Eichen gepflanzt worden. Neue Bäume kamen dabei zum Beispiel in die Goldmorgenstraße in Eschhofen, in die Diezer Straße in der Innenstadt oder auch auf den Hauptfriedhof. Im vergangenen Herbst wurden zudem allein in Offheim am Parkplatz des Sportplatzes sowie auf der Ausgleichsfläche nördlich der Kapellenstraße über 100 Bäume gepflanzt, neben Hainbuchen auch zahlreiche andere Arten.

Klimawandel Rechnung tragen

Auch wenn die Bedingungen für die Bäume im Forst und auf den Flächen der Stadt sehr unterschiedlich sind, Forst wie auch Stadtgärtnerei achten bei ihrer Auswahl sehr darauf, Bäume auszusuchen, die den Klimawandel mitgehen können. „Wir setzen auf klimaresistente Bäume und auf eine gute Mischung“, sagt die Revierförsterin, die zudem darauf achten muss, dass bei verschiedenen forstlichen Bereichen der Stadt andere Nutzungen (Erholung, Freizeit mit ausgedehnten Wegesystemen und hohen Anforderungen an die Verkehrssicherheit) ebenfalls zu beachten sind.

Gingko, immergrüne Eiche, Trompetenbaum, Taschentuchbaum, die Auswahl der Bäume, die die Stadtgärtnerei zu betreuen hat, wird immer größer. „Natürlich achten wir bei unserer Auswahl ebenfalls sehr darauf, den Veränderungen der klimatischen Bedingungen Rechnung zu tragen“, verdeutlicht Matthias Beul als Leiter der Stadtgärtnerei. Gerade für die Bäume in einer städtischen Umgebung sind die Anforderungen des Anpassens an sich ändernde klimatische Bedingungen besonders hoch, da die Lebens- und Standortbedingungen ohnehin ungünstig sind.

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