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Der LahnStar wird barrierefrei

Der Fuhrpark für den LahnStar in Limburg ist komplett. Fünf Fahrzeuge sind nun für das On-demand-Angebot der Stadtlinie im Einsatz. Mit dem fünften und letzten Fahrzeug verfügt die kleine Flotte, die auf Abruf zu ihren Fahrgästen kommt, auch über einen Kleinbus, der einen barrierefreien Ein- und Ausstieg ermöglicht und damit   mobilitätseingeschränkten Personen die Nutzung des neuen ÖPNV-Angebots ermöglicht.

Barrierefreier Ein- und Ausstieg heißt in diesem Fall: Über die geöffneten Hecktüren und mit Hilfe einer Rampe geht es in das Fahrzeug. Jan Pfeiffer, neuer Vorsitzender des Limburger Behindertenbeirats, benötigt für sich und seinen Rollstuhl viel Platz. Seit über 35 Jahren ist Pfeiffer ab dem vierten Halswirbel abwärts querschnittsgelähmt. „Ich finde es grundsätzlich schon einmal gut, dass die Stadt bei der Einführung ihres neuen Angebots auch an die Menschen denkt, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind und normale Fahrzeuge nicht nutzen können“, sagt er.

Ein Lob, dass der 1. Stadtrat Michael Stanke als Betriebsleiter der Stadtlinie natürlich gerne hört. „Es war für uns vollkommen klar, dass wir unser neues ÖPNV-Angebot selbstverständlich auch denen zur Verfügung stellen wollen, die aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität Unterstützung bei dem Zugang zu dem Fahrzeug benötigen.“ Was bei den großen Bussen im Linienverkehr inzwischen zum Glück Standard sei, müsse bei kleineren Fahrzeugen jedoch noch nachgerüstet werden.

Verbesserungen angeregt

Natürlich gibt es auch eine Testfahrt mit dem Fahrzeug, dass für seinen Einsatz in Limburg von einem spezialisierten Unternehmen entsprechend umgebaut wurde. Die dritte Sitzreihe entfällt, wenn sich ein Fahrgast mit Rollstuhl in dem Fahrzeug befindet. Einfach mal über die Rampe durch die geöffneten Heckklappen in den Kleinbus reinrollen, das geht jedoch nicht. Der Fahrer ist dabei gefordert, verschiedene Gurte an dem über 200 Kilogramm schweren Rollstuhl von Jan Pfeiffer zu befestigen. Gisbert Jung kennt sich da bestens aus, denn der Fahrer des LahnStar war zuvor viele Jahre im Krankentransport von Taxi Addi unterwegs.

„In meinem Rollstuhl fühle ich mich sicher“, sagt Pfeiffer. In dem Rollstuhl selbst ist er mit Gurten gesichert. Aufgabe bei der Fahrt mit dem LahnStar ist es, den schweren Rollstuhl in dem Fahrzeug zu sichern, so dass dem Fahrgast nichts passieren kann und es bei ihm auch kein Gefühl der Unsicherheit bei Kurvenfahrten oder auch einmal bei überraschenden Lastwechselreaktionen gibt. Nach vorne und hinten wird der Rollstuhl gut eingebaut und gesichert, lediglich auf den Seiten fehlen Pfeiffer Halterungen, die flexibel sind und besonders Menschen mit eingeschränkter Rumpfmuskulatur zusätzlich Seitenstabilität verleihen. Auch sehr zu empfehlen wäre ein 5-Punkt-Gurt, wie es ihn bei Kindersitzen gibt. Entsprechende Verbesserungen sollen noch geprüft werden, versprach Hicham Azzou, Leiter der ÖPNV-Abteilung in der Stadtverwaltung und zuständig für die Stadtlinie.

Positives Fazit

Nach der Probefahrt fällt das Fazit von Jan Pfeiffer trotz der für ihn verbesserungswürdigen Seitenstabilität positiv aus: „Ich habe mich während der Fahrt in dem Fahrzeug sicher gefühlt.“ Das hat natürlich auch mit dem Fahrer zu tun. „Es geht darum, vorausschauender zu fahren, wenn ich einen Fahrgast im Rollstuhl im Fahrzeug habe“, sagt Gisbert Jung. Das stufenlose und gleitende Fahren mit dem E-Motor hilft da natürlich noch zusätzlich.

Das Fahrzeug mit dem barrierefreien Ein- und Ausstieg verstärkt von Montag, 3. Januar, an die kleine LahnStar-Flotte. Wer dieses Fahrzeug für eine Fahrt ordern will, kann dies über die RMV On-demand-App machen. Dazu ist es notwendig, bei der Buchung der Fahrt das Symbol mit dem Rollstuhl zu bestätigen. Wird die Fahrt noch telefonisch unter (06431) 203456 gebucht, ist dabei auch auf die Buchung des barrierefreien Fahrzeugs hinzuweisen.    

Neues Angebot seit November

Seit Mitte November ist der LahnStar als On-demand-Angebot der Stadtlinie in Limburg unterwegs. Die Kleinbusse der Marke Mercedes werden mit E-Motoren angetrieben und können über eine App oder telefonisch von den Kunden direkt geordert werden. Wer den LahnStar nutzen will, muss eine der über 200 Haltestelle im Stadtgebiet aufsuchen, steigt dort ein und wird unabhängig von Fahrplan oder Linienrouten zu seinem Ziel gefahren.

Auf dem Weg nimmt der LahnStar noch weitere Fahrgäste auf, deren Einstiegs- und Ausstiegshaltestellen sich gut mit der zu fahrenden Route vereinbaren lässt. Während in den Stadtteilen der LahnStar von morgens um 6 Uhr bis in die Nacht hinein geordert werden kann, steht er für Fahrten in der zentralen Innenstadt erst in den Abendstunden zur Verfügung, da es dort bereits ein großes Angebot der Stadtlinie gibt. Am Wochenende sind LahnStar-Fahrten auch tagsüber in der zentralen Innenstadt möglich. 

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