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Die Zukunft Limburgs gestalten

Bürgermeister Dr. Hahn beginnt am 2. Dezember seine zweite Amtszeit

Am Donnerstag, 2. Dezember, beginnt für Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn die zweite Amtszeit. Auf sechs Jahre als Bürgermeister kann er zurückblicken, für sechs weitere Jahre haben ihn die Limburger Bürgerinnen und Bürger am 28. März mit knapp 54 Prozent der Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. In der Stadtverordnetenversammlung wurde er nun für seine zweite Amtszeit ernannt und verpflichtet.

Der Bürgermeister bekannte in seinem kurzen Statement vor der Stadtverordnetenversammlung, beim Blick auf die kommenden sechs Jahre kein Hellseher zu sein und was da auf ihn, die Stadt und deren Gremien zukomme, könne er nun wirklich nicht vorhersagen. Doch was ihn leite, sei die Aussage von Willy Brandt: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“ Die schwere Voraussagbarkeit habe er schon in seiner ersten Amtszeit kennengelernt, denn dass sich die Stadt einmal mit einem Teil der Verwaltung auf der Dietkircher Höhe befinden werde, stand nicht auf der Agenda der Stadtpolitik.

Die plötzliche Aufgabe des Standortes durch das Unternehmen Mundipharma habe diese Möglichkeit eröffnet. Durch zügiges Handeln habe die Stadt dann die Chance ergriffen, dass der Standort durch eine vielseitige Nutzung eine Zukunft erhalten habe, die Stadt über ein modernes Verwaltungsgebäude verfüge und der Landkreis nun mit dem Erwerb des sogenannten neuen Rathauses eine zentrale Anlaufstelle in der Stadtmitte erhalte. Eine Anlaufstelle, die die Stadt mit dem alten Rathaus und dem dort vorgesehenen Bürgerbüro ebenfalls biete; zudem bleibe das alte Rathaus Ort der politischen Beratungen und Entscheidungen.

Sieben Megatrends der Stadtentwicklung

Auch die mehrmaligen Reisen nach Berlin zum Diesel-Gipfel bei der Bundeskanzlerin habe keineswegs auf seiner Agenda gestanden, erwähnte Hahn eine zweite unvorhergesehene Herausforderung der zurückliegenden ersten Amtszeit. Andere Themen wie die Verkehrsproblematik in Limburg, die Frage nach Schaffung von bezahlbarem Wohnraum oder zum Beispiel auch die Entwicklung der Sportstätten waren als Aufgabenfelder der zurückliegenden Jahre klar zu erkennen und müssen auch weiter bespielt werden.

Das Motto von Willy Brandt will Hahn vor allem bei den sieben Megatrends der Stadtentwicklung in den kommenden Jahren umsetzen. „Diese Trends beeinflussen alle Bereiche des täglichen Lebens und haben alle mit Raum zu tun – und zum Glück hat Limburg noch genügend ,Raum‘ zur Verfügung“, verdeutlichte Hahn. Ein Trend ist das Thema Wohnen, dem sich Politik und Verwaltung stellen müssten. Wohnen bedeute dabei nicht nur Schaffung von Wohnraum, sondern auch die Planung und das Anlegen von Grünflächen und die Schaffung von Entwässerungssystemen, die das Wasser nicht einfach entsorgen, sondern zur Versickerung an Ort und Stelle führe.

Mobilitätswende im ländlichen Raum

Zweiter Trend und Aufgabenfeld für die zweite Amtszeit: Die Mobilitätswende im ländlichen Raum. Das sei eine gewaltige Herausforderung, die das Auto nicht verdammen, aber in vielen Fällen ersetzen müsse. Dabei sei ein flächendeckendes Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs eine unabdingbare Voraussetzung und Limburg gehe mit dem LahnStar schon einmal in die richtige Richtung. Das helfe auch, den Klimawandel (Trend Nr. 3) abzumildern. Die Planung von neuen Wohn-, Gewerbe- und Grünflächen sei darauf abzustimmen.

Der Bereich der Digitalisierung als nächster wichtiger Trend spiele in fast alle Lebens- und Arbeitsbereiche hinein. Als Bürgermeister sieht Hahn seine Aufgabe darin, gute Voraussetzungen für die Digitalisierung zu schaffen (Netze ermöglichen) und die Stadtverwaltung in das neue Zeitalter zu führen. Das Thema Arbeiten als Trend werde jedoch nicht nur durch die Digitalisierung geprägt, sondern auch durch die Schaffung von Gewerbeflächen, um Arbeitsplatz und Wohnort möglichst nah miteinander zu verbinden.

Der Abschied von Energie- und Materialträgern, die auf Kohlenstoff aufbauen, ist auch für eine Stadt mit nur rund 36.000 Einwohnern ein Trend, den es nicht zu verpassen gilt, so Hahn. Mit der Energieversorgung Limburg ist die Stadt mehrheitlich an einem Unternehmen beteiligt, dass sich die Versorgung der Haushalte zur Aufgabe gemacht hat. Dort gibt es nach Einschätzung von Hahn Handlungsfelder. Und schließlich geht es um die Gesundheit als Trend der kommenden Jahre. „Die zurückliegenden Monate mit der Pandemie haben uns gezeigt, wie wichtig zum Beispiel Grünflächen in der Stadt sind, um all denen auch ein Plätzchen für Erholung zu bieten, die über keinen Balkon, Freisitz und Garten verfügen“, so die Beobachtung von Hahn.

Spannende Herausforderung für die neue Amtszeit

„Aufgaben liegen ausreichend vor uns und an Themen herrscht dabei kein Mangel“, machte der Bürgermeister in der Stadtverordnetenversammlung deutlich. Er ist gewillt, sich den Herausforderungen und Aufgaben in den kommenden sechs Jahren zu stellen. Mit der Vorlage des Haushaltsentwurfs legte er im weiteren Verlauf der Stadtverordnetenversammlung dafür einen ersten Grundstein.


Stadtverordnetenvorsteher Stefan Muth und der 1. Stadtrat Michael Stanke nahmen die Verpflichtung und Amtseinführung in die zweite Amtszeit vor. Beide gratulierten dem Bürgermeister noch einmal zur Wiederwahl. „Wir wissen um einen zupackenden Bürgermeister, der viele Ideen hat und sie umsetzen will“, sagte Muth in der Versammlung. Um in der zweiten Amtszeit auf Kurs zu bleiben, steht Dr. Marius Hahn nun ein Kompass zur Verfügung, den er vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Rompf überreicht bekam. Die seemännische Ausstattung für den Bürgermeister nimmt damit zu, in die erste Amtszeit ging es mit einem Steuerrad.

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