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Radverkehr in Limburg: Geht es besser?

Seit einigen Wochen gibt es eine Fahrradstraße in Limburg, Markierungen in verschiedenen Straßen wurden geändert, um den Schutz der Radfahrenden zu erhöhen, die Zahl der Abstellplätze für Fahrräder in der Stadt hat sich deutlich erhöht, noch im Herbst soll ein Radparkhaus in der WERKStadt hinzukommen. Das hört sich alles nicht schlecht an, doch die Bedingungen für Radfahrende in Limburg könnten deutlich besser sein … und sollen auch besser werden.

Die Stadt hat ein Ingenieurbüro damit beauftragt, ein Radverkehrskonzept aufzustellen. Der Bestand an Radwegen und Radinfrastruktur ist bereits aufgenommen. Im Rahmen eines Workshops will das Ingenieurbüro IKS Mobilitätsplanung nun erste Ergebnisse und Lösungsansätze vorstellen. Mit dem Workshop startet am Montag, 13. September, im Bürgerhaus in Eschhofen das bürgerschaftliche Beteiligungsverfahren. Der Workshop findet in der Zeit von 18 bis 20.30 Uhr statt, eine Teilnahme ist nach der 3G-Regel möglich (geimpft, genesen, getestet) und eine Registrierung der Teilnehmenden ist notwendig.

Es hat sich einiges getan in Limburg, um die Bedingungen für Radfahrende zu verbessern. Auch im jüngsten Klimatest des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) wird positiv die Fahrradförderung in jüngster Zeit vermerkt. Es gibt noch einige andere Bereiche, die in dem Test mit 201 Teilnehmenden positiv bewertet werden: geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung, die Erreichbarkeit des Stadtzentrums oder auch die Wegweisung.

Keine guten Noten

In Schulnoten ausgedrückt ist eine 3 für Limburg schon gut, es gibt kein Kriterium, das mit 2 oder besser benotet wird. Insgesamt gibt es für die Stadt eine 4,2, in der Schule hieße das: Durchgefallen. Besonders negativ wird das Sicherheitsgefühl von denen beschrieben, die mit dem Rad durch die Stadt unterwegs sind. Dazu passt dann auch, dass die Radwege als zu schmal eingestuft werden und für junge und ältere Menschen schlecht geeignet sind. Auch notwendige Umleitungen bei Baustellen fallen mit einer 5 glatt durch.

„Wir wissen, dass wir besser werden müssen. Wir wollen auch besser werden, denn im Alltagsverkehr entlastet das Fahrrad als umweltfreundliches Verkehrsmittel die Innenstadt, zum anderen müssen wir aus touristischen Aspekten erkennen, dass zahlreiche Gäste inzwischen auf zwei Rädern unterwegs sind“, macht Bürgermeister Dr. Marius Hahn auf Aspekte aufmerksam. Auch der Masterplan Mobilität sieht im Bereich Radverkehr ein noch zu beackerndes Feld, nur für sieben Prozent der in Limburg zurückgelegten Wege wird das Rad genutzt (Stand 2018). Da besteht deutliches Entwicklungspotential.

Lücken im Netz

Die Knackpunkte sind immer wieder die gleichen: Bestehende Lücken im Radwegenetz, fehlende Breiten der Radwege oder -streifen, zugeparkte Wege für Radler oder aber auch schlechte Verbindungen zwischen zwei Zielen. Das trifft zum Beispiel auf die Verbindung zwischen Limburg und Diez zu. Im Rahmen des Workshops sollen zwei Varianten präsentiert werden, die zu einer deutlichen Verbesserung führen könnten.

Egal welche Variante umgesetzt wird, sie wird sich bestehender Flächen des fließenden oder ruhenden Verkehrs bedienen müssen. Eine Variante führt entlang der Diezer Straße, eine zweite Variante führt über ein bestehendes Netz an Nebenstraßen zur Hauptverbindung Diezer Straße.

Chance zur Verbesserung

Eine gut fahrbare Verbindung zwischen der Innenstadt und dem ICE-Bahnhof fehlt ebenfalls. Zwar gibt es entlang der B8 auf einem Abschnitt einen Radweg, doch dieser beginnt erst an der Autobahnzufahrt in Richtung Frankfurt. Auch dazu wird es im Rahmen des Workshops Vorschläge geben. „Ich kann nur dazu ermuntern, sich einzubringen und daran mitzuwirken, dass sich die Bedingungen für die Radfahrenden verbessern“, macht der Bürgermeister deutlich. Nach seiner Einschätzung ist es das Ziel, die möglichen Verbesserungen ganzheitlich in den Blick zu nehmen und sie möglichst auf eine breite Basis der Akzeptanz zu stellen. Ein wichtiger Auftakt dazu ist für ihn der Workshop am 13. September in Eschhofen. 

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