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Ein langer Weg: Limburger Geschichte im Schloss erlebbar machen

Das Limburger Schloss lebt schon einen Teil seiner Zukunft, die Dommusik ist in die sanierten und restaurierten Teile des Komplexes eingezogen. An anderen Stellen steht noch viel Arbeit an, bevor die Zukunft sichtbar wird. Doch es gilt Weichen zu stellen, selbst wenn das Ziel noch weit entfernt ist.

Das Ziel lautet „Stadthistorische Ausstellung“ im Schloss. Bis zum ersten Besuch dieser Ausstellung wird es noch einige Jahre dauern, doch der Limburger Magistrat hatte das Thema auf der Tagesordnung, denn für diese Ausstellung ist ein Darstellungskonzept zu erarbeiten, wie Bürgermeister Dr. Marius Hahn mitteilt. Es geht darum, wie und was auf welche Art und Weise zeitgemäß präsentiert werden kann. „Einfach etwas in eine Ausstellung zu stellen, das reicht nicht“, verdeutlichte Anna Vössing als Leiterin des Kulturamts.

Damit ein solches Konzept erarbeitet werden kann, will der Magistrat im kommenden Jahr 30.000 Euro zur Verfügung stellen. Dabei kann die Stadt auf finanzielle Unterstützung des Hessischen Museumsverbands hoffen, denn Museumskonzeption, -technik und -gestaltung werden mit bis zu 50 Prozent bezuschusst. Die finanzielle Förderung muss natürlich beantragt werden und das Projekt sich auch im städtischen Haushalt finden.

Ausstellung mit Erlebnischarakter

„Wir haben viele Möglichkeiten, Limburger Geschichte zu präsentieren“, verdeutlichte Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker, als der Magistrat die Räume der künftigen stadthistorischen Ausstellung in Augenschein nahm. Dabei handelt es sich um die Erdgeschossräume des Renaissancebaus sowie des Wohnturms und die Kapelle, darunter befindet sich auch die ehemalige Schlossküche. Das alles präsentiert sich noch als Baustelle. Doch Entscheidungen müssen getroffen werden, denn im Rahmen der noch zu erledigenden Arbeiten gilt es auch die Versorgung mit Strom und Telekomunikation zu planen.

„Die Ausstellung muss Erlebnischarakter haben, dazu müssen auch moderne Medien eingesetzt werden“ lässt Anna Vössing keine Zweifel. Sehen, hören, manchmal auch fühlen, dies sehen moderne Museumskonzeptionen vor. Dazu sind neben den klassischen Darstellungs- und Präsentationsformen auch digitale Medien gefragt. Deren Versorgung mit Strom oder auch Telekommunikation muss umgesetzt werden, solange die Räume noch in der „Rohbauphase“ sind. Gefordert sind konzeptionelle Überlegungen auch deshalb, weil den Räumen im Schloss die klassischen Aufstellorte entlang der Wände fehlen. Eine stadthistorische Ausstellung zur Limburger Geschichte wird sich daher auch in der Mitte von Räumen abspielen.

Multifunktionale Kapelle

Nach Angaben von Waldecker steht eine grundsätzliche Konzeption der stadthistorischen Sammlung bereits und sieht die Schwerpunktthemen Stadtentstehung, Tilemann und seine Zeit, Kriege, Stadtentwicklung, Persönlichkeiten der Stadt sowie die jüngere Stadtgeschichte und die Geschichte des Schlosses vor. Das soll sich auf die verschiedenen Räume verteilen. Dabei geht es um die Räume, die einmal für Feierlichkeiten vorgesehen waren.

Bevor die Kapelle für künftige Aufgaben hergerichtet werden kann, stehen dort noch überaus zeitintensive Arbeiten an, um die Bauhistorie zu erforschen und um Hinweise auf zurückliegende Nutzungen und Gestaltungen zu erhalten. Bei der Kapelle handelt es sich um den ältesten Teil des Schlosses und damit sicher auch um eine der Keimzellen zur Besiedlung des Domfelsens und seiner Umgebung. Sind die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen, kann die Kapelle nach Einschätzung von Markus Saal, in der Stadtverwaltung zuständig für den Denkschutz, nicht allein einer stadthistorischen Ausstellung dienen, sondern muss multifunktional angelegt werden. „Auch dem Schlossverein und seinen Interessen gilt es Rechnung zu tragen“, machte Saal deutlich.

Noch andere Aufgaben

Allerdings gibt es am Schloss noch andere Baustellen, die anstehen. Darauf wies der 1. Stadtrat Michael Stanke hin. Zunächst geht es um die Sanierung und den Umbau der Scheune, damit das Stadtarchiv dort einziehen kann. Anschließend ist eine bauliche Verbindung zwischen Scheune und dem Saalbau des Schlosses herzustellen und dann gilt es, sich den Räumen zu widmen, die derzeit vom Stadtarchiv genutzt werden

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