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Domplateau: »Brücken« schützen den Baum

Die Fläche unterhalb des Kiosks am Dom führte bisher ein wenig beachtetes Dasein und soll mit der Umgestaltung dazu einladen, dort zu verweilen. Bevor die Aufwertung des Areals und die damit verbundene Anhebung der Aufenthaltsqualität erreicht wird, sind erst einmal handfeste Arbeiten notwendig – auch zum Schutz der dort vorhandenen Bäume. Die Fläche um den zweiten, größeren Ahornbaum wird derzeit mit viel Aufwand neu gestaltet.

Der Aufwand dient vor allem den Wurzeln des Baums, die möglichst geschützt werden sollen. „Von der ursprünglichen Idee, eine Terrasse in der Nähe des Baums bis direkt an die Natursteinmauer anzulegen, haben wir uns schnell entfernt, um den Baum und seine Wurzeln zu schützen“, sagt Thorsten Renz von der Abteilung für Landschaftsplanung in der Stadtverwaltung. Die nun geschaffene Terrasse ist noch 40 Quadratmeter groß, acht Meter breit und fünf Meter tief. Die Platten sind vom gleichen Typ, die auf dem Gelände auch an anderen Stellen verlegt worden sind.

Das Entscheidende ist das, was sich unter den Platten befindet. Das ist eine Konstruktion, die sich Wurzelschutzbrücke nennt und das Ziel hat, die oberflächennahen Wurzeln und somit den Baum zu schützen. Zunächst haben die Arbeiterin einem Raster Schraubfundamente auf dem Gelände eingebracht. Diese Fundamente bestehen quasi aus überdimensionierten Schrauben, die in die Erde eingedreht werden.

Aufwendige Konstruktion

Auf diese Schrauben werden Schienen gelegt, die wiederum Gitterroste tragen. Ein Vlies deckt dann die Roste ab, so dass Feinsplitt aufgetragen und verteilt werden kann. In diese Schicht werden dann die Platten gelegt, so dass am Ende die komplette Konstruktion unsichtbar unter dem Plattenbelag ihrer Aufgabe nachkommt.

Unsichtbar bleibt auch, dass der Baum ein Bewässerungssystem bekommen hat und sich unter den Wurzelschutzbrücken und ihres Aufbaus zudem noch Substrat aus Lava befindet, das möglichst viel Feuchtigkeit bindet und somit eine gute Versorgung des Ahornbaumes unterstützt.

1400 Quadratmeter groß

Mit dem Fortgang der Arbeiten ist Bürgermeister Dr. Marius Hahn davon überzeugt, dass der zweite Bauabschnitt für die Neugestaltung des Domplateaus zur erheblichen Aufwertung des Areals beiträgt: „Die Grundzüge der Gestaltung sind schon deutlich abzulesen und erschließen mit dem Hang zur Altstadt auch einen Bereich, der bisher verborgen war.“ Von einer kleinen Kanzel gibt es einen guten und bisher wenig bekannten Blick auf die Altstadt, das Schachfeld ist wiederbelebt, Wege angelegt und Sitzblöcke gesetzt. Was noch fehlt sind die eigentlichen Treppenanlagen, die den südlichen mit dem nördlichen Bereich des Areals verbinden werden.

Der zweite Abschnitt zur Umgestaltung des Domplateaus, der sich entlang der Domstraße gegenüber des Diözesanmuseums befindet, ist von der Fläche her kleiner als der bereits abgeschlossene erste Abschnitt mit altem Friedhof und Dombalkon. Bei den Landschaftsbauarbeiten handelt es sich hauptsächlich um Wege, Terrassen- und Treppenbau, hinzu kommen natürlich die Arbeiten für die Beleuchtung und die Ausstattung des Areals.

Das Areal umfasst eine Fläche von rund 1.400 Quadratmetern. Bereits im Vorfeld wurde das Gelände mit großem Aufwand archäologisch erkundet und zudem gutachterlich bezüglich des Schutzes der vorhandenen Bäume untersucht. Das Projekt wird mit rund 170.000 Euro gefördert, die Mittel kommen aus dem Förderprogramm LEADER, mit dem die europäische Union Vorhaben und Maßnahmen im ländlichen Raum fördert. Das Auftragsvolumen für die vergebenen Arbeiten liegt bei rund 412.000 Euro brutto.

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