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Dietkirchen: Neuer Ruheplatz schafft mehr Lebensraum

Es war einmal ein Spielplatz in Dietkirchen, der kam in die Jahre, war nicht mehr nett anzuschauen und zum Spielen taugte er auch nicht mehr. Gespielt wird jetzt woanders, doch aus dem Platz ist wieder etwas geworden.

„Rückbau zur Grünfläche“, so nüchtern und trocken lässt sich der Auftrag an die Stadtgärtnerei beschreiben. Der nicht mehr genutzte Spielplatz in der Ludwigstraße soll also wieder etwas Grün in den Ort bringen. „Wir waren hier mit vier verschiedenen Kolonnen im Einsatz und haben quasi von der Planung, über Pflanzenauswahl und Umsetzung alles von der Stadtgärtnerei auf die Beine gestellt“, sagt Lars Longen, der als stellvertretender Abteilungsleiter seit rund einem halben Jahr in Limburg im Einsatz ist. „Wir haben das schon als unser Projekt gesehen, dass wir gemeinsam auf die Beine stellen wollten“, erklärt er. Deshalb sind quasi auch alle Bereiche der Stadtgärtnerei mit im Einsatz gewesen, egal ob sie normalerweise auf dem Hauptfriedhof sind, in den Stadtteilen arbeiten oder zum Team der Kernstadtgärtner gehören.

Der neu angelegte Bereich sieht nicht nur sehr ansprechend aus und lädt zu einem Aufenthalt ein, er macht auch unter verschiedenen anderen Perspektiven Sinn. Da geht es zum Beispiel um Biodiversität. Die ausgebrachten Sandlinsen und die Scabiosa-Bepflanzung, es handelt sich hierbei um Geißblattgewächse, dient der Skabiosen-Hosenbiene, einer vom Aussterben bedrohten Wildbiene, als Lebensraum, den Sand benötigt diese Bienenart vor allem für ihren Nachwuchs. Totholz von einem alten Apfelbaum dient als Lebensraumerweiterung und ermöglicht eine weitere Artenvielfalt bei den Insekten.

Lob vom Ortsvorsteher

Gleichzeitig wird mit dem neu angelegten Areal das Ziel verfolgt, die anschließende Pflege möglichst gering zu halten. Dabei spielt die Auswahl der Pflanzen eine wichtige Rolle. Auf dem ehemaligen Spielplatz setzt die Stadtgärtnerei auf eine Streu-Mischbepflanzung. Dabei haben die Gärtner zahlreiche Stauden gesetzt, die nach dem ersten Jahr attraktiv blühen werden. Es sind verschiedene Staudenpflanzen darunter wie Silberregen, Weicher Frauenmantel, Buschwindröschen, Wald-Aster und viele mehr. Dazu gesellen sich Gehölze wie Felsenbirne, Mönchspfeffer und Schmetterlingsstrauch. Die Pflanzen stehen dabei auf mineralischem Boden regionaler Herkunft, der arm an Nährstoffen ist. „Wir hoffen natürlich sehr, dass unsere Arbeit hier wertgeschätzt wird und der Platz nicht als Müllhalde verkommt“, sagt Longen.

Den Ortsvorsteher haben die Stadtgärtnerinnen und Stadtgärtner auf jeden Fall schon einmal überzeugt. Sehr schön findet er den neuen Platz am alten Spielplatz. „Vielen Dank an alle Beteiligten“, sagt Markus Wirth und fügt hinzu, dass die aktuelle Situation leider keine kleine Einweihungsfeier zulässt. Doch aufgeschoben sei nicht aufgehoben, zeigt er sich zuversichtlich, dass die Feier noch nachgeholt werden kann und die Anwohner dann auch die Möglichkeit haben, sich bei allen, die sich am Werk beteiligt haben, zu bedanken.

Dem gestalteten Platz in Dietkirchen sollen noch viele weitere folgen. Nach Angaben von Lars Longen soll jeder Limburger Stadtteil seine Staudenfläche erhalten. Diese Flächen sollen nach und nach angelegt werden. Und für jeden Stadtteil soll es eine spezielle Zusammenstellung der Stauden geben.