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Limburg gedenkt der Toten der Corona-Pandemie

Seit über einem Jahr prägt die Corona-Pandemie das private und öffentliche Leben in Deutschland, Europa, in der ganzen Welt. Täglich sterben Menschen mit und an dem Virus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat daher am Sonntag, 18. April, mit einem bundesweiten Gedenktag dazu aufgefordert, innezuhalten und der Opfer und ihren Hinterbliebenen zu gedenken. Auch die Stadt Limburg hat sich an dem Gedenktag beteiligt. Bürgermeister Dr. Marius Hahn und der Magistrat kamen damit auch einer Bitte der Stadtverordnetenversammlung nach.

Auf einer kleinen Grünfläche auf dem Limburger Hauptfriedhof steht seit Sonntag, 18. April, ein „Taschentuchbaum“, den der Limburger Bürgermeister im Rahmen einer kleinen Feierstunde zusammen mit Pfarrerin Susanne Stock (Evangelische Kirche), Dompfarrer Gereon Rehberg (Katholische Kirche), Pfarrer Tobias Hild (Freie evangelische Gemeinde), Fatih Isler (vom Bildungs- und Kulturverein als Vertreter des Arbeitskreises Muslime Limburg) und Elena Kopirovskaja (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde) setzten. Ganz bewusst hatte sich die Stadt für eine Feier ohne öffentliche Beteiligung und Teilnahme entschieden.

Bürgermeister Dr. Hahn erinnerte in seiner kurzen Ansprache vor den Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Religionen an die über 79.000 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Corona-Virus in Deutschland starben, im Landkreis Limburg-Weilburg sind über 240 Tote zu beklagen, in der Stadt Limburg allein 75. „Die Pandemie ist bei weitem noch nicht überwunden“, so Hahn. Der Tag des Gedenkens soll nach seinen Angaben auch ein Zeichen dafür sein, dass „wir als Gesellschaft Anteil nehmen und die Toten und das Leid der Angehörigen nicht vergessen“.

Zuversicht nicht verlieren

Hahn forderte dazu auf, trotz erlebter Rückschläge, Vertröstungen und möglicherweise auch Zweifel hinsichtlich mancher Anordnung sowie der verständlichen Ängste die Hoffnung nicht zu verlieren. Auch wenn wichtige Traditionen, liebgewonnene Rituale, Abläufe des täglichen Lebens und vieles mehr seit Monaten nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich sei, dürfe die Zuversicht nicht verloren werden. „Wir dürfen die Hoffnung auf ein Ende der Pandemie und eine Rückkehr zur Normalität nicht verlieren“, sagte der Bürgermeister.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich zu einer gemeinsamen Schweigeminute um den neu gepflanzten Baum und zündeten eine Kerze zum Gedenken an. Aus Anlass des Tages wehte am Rathaus Trauerbeflaggung und standen im Foyer brennende (elektrische) Kerzen. Bei dem Taschentuchbaum handelt es sich um einen Zierbaum, dessen weiße Blätter wie Taschentücher im Wind flattern. Von weitem ähnelt das Erscheinungsbild einem Taubenschwarm.​