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„Wir zeigen uns! Neue und selten gesehene Arbeiten aus Limburgs Kunstsammlungen“ lautet seit dem 16. Juni das Motto in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg (Historisches Rathaus, Fischmarkt 21). Von  über 40 Künstlerinnen und Künstlern besitzt die Stadt über 4300 Exponate. Wir stellen die Künstler kurz vor, die derzeit mit Werken in den Kunstsammlungen präsentiert werden.
»Verführer« lautet der Titel des Ölgemäldes von Josef Eberz aus dem Jahr 1919, das sich auch durch seine leuchtende Farblichkeit auszeichnet. Fotohinweis: Fotostudio Karl
Unter den Werken der aktuellen Ausstellung befinden sich auch Bilder von Josef Eberz (1880 bis 1942) und seiner Frau Gertrud Eberz-Alber (1879 bis 1955). Seit 1980 ist die Stadt Limburg im Besitz des Nachlasses von Josef Eberz – einem bedeutenden Vertreter des deutschen Expressionismus. Der Nachlass beinhaltet auch 180 Aquarelle seiner Frau Gertrud Eberz-Alber.

Erste Gemälde von Eberz zeigen ihn als Vertreter des Naturalismus mit impressionistischen Zügen. Erst das Studium an der Akademie in Stuttgart und dann die Zeit von 1907 bis 1912 als Meisterschüler bei dem Farbtheoretiker Hölzel führten Eberz zum Expressionismus. Dabei lernte er Gertrud Alber kennen, die er 1917 in Wiesbaden heiratete.

Zweite Karriere

Schon während seines Studiums oder kurz danach entstandene Gemälde mit profanem Sujet bestechend durch ihre intensive leuchtende Farbigkeit, die auch noch die Gemälde auszeichnet, die er während seiner Studienreisen mit seiner Frau unter Anderem nach Italien und Dalmatien malte. In diesen Jahren zwischen 1912 und 1925 entstand das expressionistische Hauptwerk von Eberz im Bereich der profanen Kunst.

Um 1925 begann seine „Karriere“ als Ausgestalter von Kirchen. Neben Buntglas-Fenstern und Fresken gestaltete er auch viele Mosaike. Ein Beispiel befindet sich in der Frauenfriedenskirche in Frankfurt/Main. Seine Arbeiten spiegeln die Entwicklung in der kirchlichen Kunst der 1920er und 1930er Jahre wieder: sich von Altem zu lösen und den Expressionismus in die sakrale Kunst zu integrieren.

Verlorene Generation

Als einer der Künstler, die nach der Jahrhundertwende lebten und den Umbruch in der Kunst initiierten, gehört auch er zu der sogenannten verlorenen Generation: Durch die Einflüsse des Nationalsozialismus und den frühen Tod von Josef Eberz geriet sein Werk fast völlig in Vergessenheit.
"Garten in Bologna" lautet der Titel des Bildes von Gertrud Eberz-Alber, Die Reisen nach Bologna und Paris haben deutliche Spuren in dem Werk hinterlassen. Foto: Fotostudio Karl

Gertrud Eberz-Alber unternahm ab 1920 mit ihrem Ehemann unter anderem Studienreisen nach Assisi, Amalfi, Lipari und später – wahrscheinlich alleine – nach Paris. Erste in unserer Sammlung vorliegende Aquarelle entstanden in der Zeit der gemeinsamen Reisen des Ehepaars in Italien und zeigen eine starke, wenn auch gedeckte Farbigkeit.

Neues Lebensumfeld

Erst in den Aquarellen von ihren Reisen nach Paris und Bologna findet sie zu einer eigenen Handschrift. Das neue Lebensumfeld beflügelte die Kreativität der Malerin. Sie hielt die neu gewonnenen Eindrücke fest, vertiefte ihre Technik, spielte mit den Farben und gab ihren Bildern so eine besondere Note, die nun durch die Leuchtkraft der Farben und Lebendigkeit der Sujets bestechen.

Öffnungszeiten

Die aktuelle Ausstellung umfasst zudem neue oder selten gezeigte Exponate der Künstler Franz Politzer, Rudolf Fuchs, Josef Müller-Pauly, Klaus Panzner und Adam Wolf. Die Ausstellung läuft bis zum 8. September im städtischen Ausstellungshaus.

Öffnungszeiten: Montag und Dienstag von 8:30 bis 12 Uhr; Mittwoch von 8:30 bis 14 Uhr, Donnerstag von 8:30 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr; Freitag/Samstag/Sonntag: 11 bis 17 Uhr.

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