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Am 3. September soll die Limburger Stadtverordnetenversammlung über den Entwurf des Masterplans Mobilität entscheiden und damit die Weichen der Verkehrsentwicklung für das kommende Jahrzehnt stellen. Vorbereitet werden soll die Entscheidung in einer Sitzung des Magistrats am Dienstag, 13. August.
Visualisierung der angedachten Rad-Fuß-Brücke zwischen Bahnhof und ZOB Südseite
© Martin Kraft under free licence CC BY-SA3.0 - Bearbeitung: Planersocietät

Normalerweise ist der Magistrat ein zahlenmäßig überschaubares Gremium, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagt. Am 13. August wird das anders sein. Der Magistrat bietet den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung, der Ortsbeiräte sowie des Behindertenbeirats an, an dieser Sitzung teilzunehmen. In der Zusammenkunft wird der Entwurf des Masterplans von Mitarbeitern des beauftragten Ingenieurbüros Planersocietät vorgestellt und erläutert. Ort und Uhrzeit der Sitzung stehen noch nicht fest.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, zeigt sich Bürgermeister Dr. Marius Hahn überzeugt davon, dass die im Konzept vorgelegten Maßnahmen zu einer Verbesserung der Mobilität der Stadt und für ihre Bürgerinnen und Bürger führen wird. Die große Maßnahme, die auf einen Schlag die Stadt und vor allem die Kernstadt von ihren Verkehrsproblemen und damit auch von ihren zu hohen Belastungen an Schadstoffen, hier vor allem Stickoxide, befreit, gibt es dabei nicht. Vielmehr wird der Erfolg in einem breit gestreuten Ansatz von vielen Maßnahmen und Veränderungen gesehen.

Dabei hat die Politik die Wahl zwischen zwei Szenarien in der Zielsetzung, „Fortschritt“ oder „Verkehrswende“. Unter dem Stichwort „Verkehrswende“ werden zum Teil deutlich stärkere Veränderungen verfolgt, die allerdings auch zu größeren Eingriffen in das bestehende Mobilitätsgeflecht führen. Die einzelnen Maßnahmen haben unterschiedliche Prioritäten (von sehr sinnvoll bis ausgewogen/vertretbar, nicht bewertet trifft nur auf eine Maßnahme zu) und erstrecken sich über verschiedene Zeiträume der Umsetzung (kurz-, mittel- oder langfristig von 2022 bis 2030). Alle Handlungsfelder verfügen über sogenannte Schlüssel- oder Leuchtturmmaßnahmen.

Nach Angaben von David Madden vom Ingenieurbüro Planersocietät sind nach Vorstellung des Masterplans im Kolpinghaus noch einige kleine Anpassungen in dem Konzeptvorgenommen worden. Im Kolpinghaus fand am 16. Mai die formal letzte Sitzung des prozessbegleitenden Beirats statt, zu der die Öffentlichkeit eingeladen war. Insgesamt sieht Madden das vorgelegte Konzept durch die Rückmeldungen in der Veranstaltung bestätigt. Ziel ist es, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs in Limburg zu reduzieren und die Anteile von Fuß- und Radverkehr sowie des ÖPNV zu erhöhen. 

Im Handlungsfeld Fußverkehr sind sicherere Schulwege und Umfelder von Schulen ein Schlüsselprojekt. Dazu gehört zum Beispiel auch der Bereich der Blumenröder Straße. Die Stadt hat dazu bereits einen Förderantrag gestellt, der vom Land auch schon positiv beschieden wurde. Damit ist klar, dass der Kreuzungsbereich mit Galmerstraße und Hochstraße ausgebaut wird. Als sehr sinnvoll wird auch eine barrierefreie und höhengleiche Querung der B8 am Offheimer Weg angesehen. Unter dem Aspekt „Verkehrswende“ wird die Prüfung neuer Fußwege angeregt sowie der Bau von Spiel- und Sportmöglichkeiten an Gehwegen und Plätzen.

Als Leuchtturmprojekte im Radverkehr werden die Prüfung und Umsetzung von Schnellverbindungen in die Kernstadt sowie der Bau einer großen Radabstellanlage am Stadtbahnhof eingestuft. Unter dem Aspekt „Verkehrswende“ wird eine Aufwertung und Anbindung der Nordseite des ICE-Bahnhofs für den Radverkehr eingestuft. Wichtigstes Projekt im Handlungsfeld Nahmobilität ist die Schaffung einer neuen Schienenquerung für Rad- und Fußverkehr am Bahnhof mittels einer Brücke. Unter dem Aspekt „Verkehrswende“ wird eine zusätzliche Lahnbrücke für Fuß- und Radverkehr aufgeführt.

Im Bereich ÖPNV ist die Einführung einer neuen Tarifstufe für den Stadtverkehr unterhalb der bestehenden Tarifstufe 1 des RMV ein Leuchtturmprojekt. Als sehr sinnvoll wird auch die Darstellung von Busabfahrtzeiten in Echtzeit per App und in gängige digitale Kartendienste angesehen. Unter dem Motto „Verkehrswende“ wird die Prüfung von Busspuren und die Schaffung von neuen Tarifangeboten für bestimmte Zielgruppen angeführt.

Beim Kraftfahrzeugverkehr sind als Schlüsselmaßnahme umfangreiche Verbesserungen beim Parkraummanagement im Zentrum vorgesehen. Damit wird das Ziel verfolgt, den Parksuchverkehr zu mindern und Parkvorgänge aus dem Straßenraum in die Parkhäuser zu verlagern. Als sehr sinnvoll wird die Einrichtung weiterer Tempo-30-Zonen angesehen, ebenso ein Tempolimit (100 km/h) auf der Autobahn im Bereich der Stadt. Unter dem Aspekt „Verkehrswende“ wird die Prüfung einer Umweltspur auf der Frankfurter Straße angeregt.

In den weiteren Handlungsfeldern Inter- und Multimodalität, Digitalisierung, Logistik, öffentlicher Raum und Straßenraum sowie Mobilitätsmanagement gibt es verschiedene Leuchtturmprojekte wie Einrichtung von Mobilstationen, Aufbau eines digitalen Mobilitätsportals, Erarbeitung eines Konzepts für emissionsfreie innerstädtische Logistik oder betriebliches Mobilitätsmanagement bei Verwaltungen und großen Arbeitgebern. Aber es gibt auch immer wieder Hinweise auf Maßnahmen, die unter dem Aspekt „Verkehrswende“ laufen könnten: Einführung eines Elektro-Tretrollersharings, fußverkehrsfreundliche Umgestaltung der Zeppelinstraße oder auch ein wöchentlicher Aktionstag für kostenfreie Fahrten mit der Stadtlinie zum Wochenmarkt oder anderen Veranstaltungen.

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