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Ende Februar, Anfang März vergangenen Jahres wurde der ehemalige Schlossgarten gerodet. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, das Areal hinsichtlich historischer baulicher Anlagen genauer zu untersuchen. Nach der Untersuchung arbeitete ein Student der Hochschule Geisenheim im Rahmen seiner Masterarbeit Pläne aus, wie das Gelände gestaltet werden könnte. Die Pläne wurden dem Magistrat und dem Arbeitskreis Domplateau sowie dem Landesamt für Denkmalpflege vorgestellt. Nach Aussage auch der Fachbehörden sind die Pläne nur begrenzt umzusetzen.
Die Aufnahme aus den 1950er Jahren zeigt einen sehr zurückhaltenden Bewuchs auf dem Areal, der auch eine stärkere Nutzung als Garten schließen lässt. Es gibt ältere Aufnahmen mit größeren Büschen und Bäumen.
„Was die mögliche Erschließbarkeit der Flächen angeht, so haben wir durch die Arbeit wichtige Impulse erhalten. Aber im Hinblick auf das vorgeschlagene Thema und die Größe des zukünftigen Gartens müssen wir feststellen, dass der Vorschlag so nicht umsetzbar ist“, fasst der 1. Stadtrat Michael Stanke den aktuellen Stand zusammen. Die Rodungsarbeiten am Schlossberg im vergangenen Jahr waren zum Teil auf heftige Kritik gestoßen. Die vom Landesamt für notwendig erachtete Bodenradarprospektion war wenig ergiebig im Hinblick auf bauliche Reste aus der Vergangenheit. Und auch zur gärtnerischen Gestaltung, wie sie auf alten Aufnahmen teilweise noch zu erkennen ist, gab es durch die Untersuchung keine neuen Aufschlüsse.

Leitidee in der vorgelegten Masterarbeit, so erläutert es Markus Saal, im Rathaus zuständig für den Denkmalschutz, ist die Gestaltung von Märchenszenen auf dem Gelände. Auf einzelnen Flächen werden insgesamt fünf Märchen aufgegriffen: Rapunzel, Froschkönig, Schneewittchen, Dornröschen sowie Hänsel und Gretel. Dabei werden prägnante Motive aus den Märchen gestalterisch aufgegriffen, für den Froschkönig zum Beispiel ein Brunnen mit Frosch und Kugel. Die verschiedenen Darstellungen verteilen sich auf das Areal, nach der Arbeit wird Schneewittchen zum Beispiel in dem steilen Hang zwischen Schloss und Kindertagesstätte platziert.

Hoher Aufwand im Steilhang

Die verschiedenen Darstellungen sind mit einem Wegesystem verbunden und nutzen die vorhandenen Treppen. Auch die vorgeschlagene Bepflanzung richtet sich nach den Märchen. Für Dornröschen sind zum Beispiel Rosen vorgesehen, Rapunzel wird mit Baumhasel ausgestattet und für den Froschkönig werden in der Masterarbeit Edelflieder und japanischer Ahorn vorgeschlagen. Zudem verteilen sich auf dem Gelände Streuobst und Zaubernuss, Hainbuchenhecken und noch mehr. Das Thema Bauerngarten wird lediglich mit dem Streuobst aufgegriffen.

Wie der 1. Stadtrat erläutert, ist die Masterarbeit im Magistrat und dem Arbeitskreis Domplateau, dem auch Vertreter des Ortsbeirates angehören, vorgestellt worden. Dabei habe sich die Frage gestellt, ob der steile Hang zwischen Kindertagesstätte und Schloss überhaupt öffentlich begehbar gemacht werden soll. Werde dort ein Wegesystem angelegt, das eine allgemeine Begehung ermögliche, sei ein erheblicher Aufwand an Sicherheitsausstattung zu erwarten. Dabei verweist Stanke auf die Situation auf dem Domplateau, das quasi komplett mit Geländern und Handläufen gesichert werden muss. Das ist das Ergebnis einer Begehung mit der Kommunalversicherung.

Ohne historisches Vorbild

Wenn der steile Hang nicht der Öffentlichkeit gewidmet wird, dann bietet sich für ihn eine Bepflanzung durch Obstbäume oder Weinreben an. Um die notwendige Pflege zu ermöglichen, seien kleine Pfade anzulegen. Nach Einschätzung von Markus Saal lässt sich der Bereich unterhalb des Saalbaus des Schlosses durchaus so herrichten, dass er öffentlich genutzt werden kann. Die damit verbundenen Arbeiten zur Absturzsicherung entlang der bestehenden Treppen und den Wegen sowie zur abschließenden Mauer entlang der Straße „Mühlberg“ seien vertretbar. Der Zugang zu dem Areal müsse in dem Eckbereich zum „Mühlberg“/Pfarrweg jedoch neu angelegt werden, dort werde ein Mauerdurchbruch notwendig. Der bisherige Zugang über den Durchlass in der Mauer reiche nicht aus, zumal die Zuwegung durch die dort befindliche Luftwärmepumpe und die neue Trafostation eingeengt werde.

Nach Einschätzung des Landesamts für Denkmalpflege sind die Vorschläge aus der Masterarbeit überwiegend nicht als Grundlage weiterer Überlegungen geeignet. Dem Aspekt des Denkmalschutzes werde kaum Rechnung getragen, die Gestaltung von Märchenthemen sei ohne jegliches historisches Vorbild und aus dem Bestand ließen sich auch keine Anknüpfungspunkte ableiten, die eine Ableitung von Märchenthemen in diesem Umfang rechtfertigten.

Eine Lösung suchen

Auch die in der Arbeit vorgeschlagenen topografischen Veränderungen und starken Terrassierungen sowie die weitreichende Erschließung mit Treppen und Wegen kommen aus Sicht des Landesamts nicht infrage. Vorstellbar sei eine Erschließung und Ertüchtigung im Bereich der bereits vorhandenen Terrassierungen mit Stützmauerresten mit Sitzbereichen und Absturzsicherungen, der steile Hang sollte ohne Wege bleiben und bepflanzt werden.

Jetzt werden der Arbeitskreis Domplateau und der letztlich zuständige Ortsbeirat die Vorschläge bewerten und eine Lösung erarbeiten. Dies ist ja bereits bei anderen Flächen am Domberg gut gelungen.

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