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Die Stadt Limburg sagt zu lauten Autos den Kampf an und will in einem ersten Schritt diese aus der Innenstadt verbannen. Der 1. Stadtrat Michael Stanke hat deshalb beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landwirtschaft einen Verkehrsversuch beantragt. Dabei sollen in der Zeit von 22 bis 6 Uhr alle Kraftfahrzeuge, die im Standgeräusch lauter sind als 75 dB, aus der Innenstadt verbannt werden.
Es gibt „Rundstrecken“ in der Limburger Innenstadt, die sind beliebt bei Menschen, die am Steuer von Kraftfahrzeugen mit viel Leistung sitzen. Wer so unterwegs ist, will nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden. Lautstärke ist Trumpf, auch wenn es die Stadt und ihre Bewohner gerne leiser hätten. „Wir reduzieren nachts die Geschwindigkeit auf einigen Straßen auf 30 km/h oder überwachen die Geschwindigkeit, um dem Lärmschutz Rechnung zu tragen. Und dann sind uns und auch der kontrollierenden Polizei in anderen Bereichen die Hände gebunden, um wirklich laute Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen oder unsere Bürger davor zu schützen“, weist der 1. Stadtrat Michael Stanke auf das Dilemma hin. Er hat nun beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landwirtschaft einen Verkehrsversuch beantragt.

Innerhalb dieses Versuchs, der über zwei Jahre laufen soll, ist es vorgesehen, die lauten Kraftfahrzeuge zum Schutz der Anwohner in den Abend- und Nachtstunden aus der Innenstadt zu verbannen. Auf das Verbot der Ein- und Durchfahrt sollen entsprechende Schilder aufmerksam machen. Der Kraftfahrzeugverkehr soll entsprechend umgeleitet werden. In seiner Begründung verweist der 1. Stadtrat auf den Lärmaktionsplan Hessen und auf eine große Anzahl von Beschwerden von Anwohnern aus der Innenstadt über den Verkehrslärm vor allem in den Nachtstunden.

Fachlich begleiten

Nach Einschätzung von Michael Stanke kann die Straßenverkehrsbehörde die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenabschnitte aus Gründen der Sicherheit und Ordnung des Verkehrs beschränken oder verbieten und den Verkehr umleiten. Dieses Recht bestehe auch, um die Anlieger vor Lärm und Abgasen zu schützen. In seiner Begründung zitiert der 1. Stadtrat den Lärmaktionsplan, in dem die Auswirkungen von Lärm beschrieben werden, vor allem wenn dadurch der Schlaf unterbrochen oder gestört wird.

Der Verkehrsversuch soll Aufschluss darüber geben, ob die Verbannung von lauten Fahrzeugen dazu geeignet ist, den Lärm vor allem in den Abend- und Nachtstunden zu reduzieren. Stanke stellt sich vor, dass der Verkehrsversuch durch das Ministerium bzw. durch entsprechende Fachbehörden für die Dauer eines Jahres fachlich begleiten zu lassen, um dann nach Ablauf des ersten Jahres die dadurch gewonnenen Erkenntnisse zu dokumentieren und zu bewerten. Sollte der Versuch positiv verlaufen, ist eine Ausweitung der Maßnahme auf andere Bereiche der Stadt und der Stadtteile zu prüfen.

Vor Lärm schützen

„Es ist ein absoluter Widerspruch und nicht zu vermitteln, wenn wir zum Beispiel auf der Diezer Straße in den Abend- und Nachtstunden das Tempo auf 30 km/h begrenzen oder in Lindenholzhausen die Geschwindigkeit überwachen, um die Anwohner vor Lärm zu schützen – und dann gibt es Fahrten mit Autos, die teilweise Standgeräusche von über 105 dB erreichen“, macht Stanke deutlich. Wegen der zum Teil sehr lauten Fahrzeuge hatte sich der 1. Stadtrat vor über zwei Jahren bereits einmal an das Bundesverkehrsministerium sowie das Landesverkehrsministerium gewandt und sich darüber beklagt, dass polizeiliche Kontrollen von getunten und technisch veränderten Autos oft ohne Wirkung sind, wenn die Halter auf durch das Kraftfahrzeugbundesamt zugelassene Einzelteile verweisen können. Eine Änderung der Rechtslage gab es leider nicht.

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