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Grüne Gräser, Stauden und Sträucher schaukeln im Wind, Insekten fliegen herum. Einige Meter entfernt erheben sich Grabsteine aus dem Boden. Der Limburger Hauptfriedhof ist ein Ort der Ruhe und des Abschiedsnehmens, mit seinen Bäumen und Pflanzen jedoch zugleich auch ein Ort des Lebens. Insektenhotels und Blühwiesen bereichern den Lebensort.
Stadtgärtner Alexander Reinhardt hat rund um das Insektenhotel Stauden, Gräser und Blumen gepflanzt. Alles zusammen ein idealer Lebensraum für Insekten.
Insektenhotels sind Unterkünfte für Insekten, die für Tier und Mensch nützlich sind. Die „Hotels“ sind Überlebenshilfen für Insekten, denn die „Nützlinge“ können das gesamte Jahr über in ein Zimmer des Insektenhotels ziehen, das ihnen Nisthilfe und Unterschlupf leistet. „Die ,Hotels‘ bestehen zumeist aus trockenen Ästen und Zweigen, Stroh, Bambus- oder Schilfrohr, Kiefernzapfen, Hartholzstücken mit vorgebohrten Löchern, gelochten Ziegelsteinen und Tonscherben“, erklärte Richard Sietzke, stellvertretender Leiter der Stadtgärtnerei. Die Blühstreifen, die die Insektenhotels umgeben, bieten genügend Nahrung für Insekten und Schutz für weitere Wildtiere, wie beispielsweise Kaninchen oder Haselmäuse.

„Der Hauptfriedhof ist der perfekte Ort für Insektenhotels, vor allem durch die Nähe zum Schafsberg, in dem sich zahlreiche Tiere und Pflanzen befinden“, sagt Alexander Reinhardt. Der Mitarbeiter der Stadtgärtnerei hatte im Frühjahr vergangenen Jahres bemerkt, dass es noch ungenutzte Areale auf dem Friedhof gab und Stauden übriggeblieben waren. Also legte er los. Optisch fügen sich die „Hotels“ und Blühstreifen perfekt in das Landschaftsbild des Friedhofs ein.

Vielfalt im "Hotel"

Die „Hotels“ selbst sind Produkte aus der Nachbarschaft und wurden von Häftlingen der JVA Diez gebaut. Die Blumenwiesen pflanzte Reinhardt mit den übrig gebliebenen Stauden selbst. Lange habe es nicht gedauert, bis sich Insekten dort angesiedelt haben, erinnert sich Sietzke. „Das hat womöglich mit der geringen Distanz zum Wald zu tun“, fügt er noch hinzu.

Es gibt sowohl ein großes, als auch ein kleines Insektenhotel auf dem Friedhof. In ihnen tummeln sich neben Hummeln, Wildbienen, Schlupf-, Grab-, und Brackwespen auch Blumenwanzen, Schwebfliegen oder sogar Schmetterlinge. Dadurch tragen die „Hotels“ nachhaltig zu der Erhaltung der Artenvielfalt bei, die vor allem durch den Menschen gefährdet ist. Außer dem Aufstellen des Insektenhotels sind weder Zeit noch Arbeit für die Unterhaltung notwendig, jede verursachte Änderung kann sich sogar negativ auf die Insekten auswirken.

Schutz vor Fressfeinden

So ist es möglich, das „Hotel“ für viele Jahre unverändert lassen. Sorgen, dass die Insekten Frost und Winter nicht überstehen, sind unbegründet, die „Hotelzimmer“ weisen eine natürliche Isolierschicht auf. Ein Problem am Anfang war der fehlende Schutz gegenüber Fressfeinden der Insekten, vor allem gegenüber Vögeln, so Sietzke. Ohne Schutz versuchten die Vögel, in das Innere der Insektenunterkunft vorzudringen und zerstörten somit diese selbst. Dem wurde mithilfe eines Gitters entgegengewirkt, sodass nun kein Vogel mehr an die Bewohner des „Hotels“ herankommt und sie fressen kann.

Die Insektenunterkünfte erweisen sich auch als Anziehungsmagnet für Besucher des Friedhofs, die die Insekten von Bänken aus beobachten würden, erläutert Alexander Reinhardt.

Nicht nur Insekten fühlen sich auf dem Friedhof wohl, so gehören zu den regelmäßigen „Gästen“ des Friedhofs Vögel, Hasen, Eichhörnchen, Waschbären oder sogar Rehe. Letztere sogar in einer Art und Weise, dass der Ortsbeirat aktuell fordert, die Zäune rund um den Friedhof zu verbessern, um den Rehen den Zugang zum Friedhof zu versperren, die zum Beispiel frisch gesetzte Blumen und Pflanzen auf den Gräbern abfressen.

Lebensraum ausbauen

Sein Ziel ist es, sagt Alexander Reinhardt, für die Insekten und Kleinlebewesen möglichst viele Biotope zu schaffen. Um dies zu erreichen, würden in naher Zukunft weitere Insektenhotels, Blühwiesen, Vogelbrutkästen oder sogar eine Eidechsenburg angelegt werden, erzählt der gelernte Gärtner. Der Friedhof ist damit ein Baustein für mehr Biodiversität in der Stadt.

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