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Der Platz um den Limburger Bahnhof ist und bleibt ein Angstraum, die Limburger fühlen sich in ihrer Stadt unsicher, mehr Personal wird von der Polizei und dem Ordnungsamt gefordert, mehr Kontrolle von öffentlichen Plätzen möglichst per Videoanlagen und noch mehr. Das sind die Tendenzen aus der repräsentativen Befragung zum subjektiven Sicherheitsgefühl in Limburg.
KameraÃŒberwachung am Limburger Bahnhof
Die Polizei kann über Bildschirme und die Videoanlage den Bahnhofsplatz und seine Umgebung kontrollieren. Der Wunsch nach einer Ausweitung der Videoüberwachung ist groß. Foto: NNP/Hüls
Es gibt eine deutliche Wende. Während sich die Limburger in der Vergangenheit zum größten Teil sicher in ihrer Stadt fühlten, ist das Ergebnis der jüngsten Befragung nun deutlich anders, wie Gerhard Schmelz, Professor für Kriminalwissenschaften, im Haupt- und Finanzausschuss erläuterte. Nach den ausgewerteten Antworten sind über 60 Prozent der Auffassung, dass sich das Sicherheitsgefühl in Limburg in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert hat, von einer Verbesserung des Sicherheitsgefühls ist nur in etwas mehr als über zehn Prozent der Antworten die Rede. Im Ausschuss stellte Schmelz, der die Umfrage zusammen mit Studierenden der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung, Fachbereich Polizei, durchgeführt hatte, ein Zwischenergebnis vor.

Der Angstraum Nummer 1 für die Limburger ist der Bereich rund um den Bahnhof. Das hat sich in den vielen Jahren der Befragung im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention, die erste Befragung datiert von 1999, die bis dato letzte aus dem Jahr 2010, nicht geändert. Es gibt allerdings noch weitere Angsträume, das Tal Josaphat gehört nach Angaben von Schmelz ebenfalls dazu, Unterführungen natürlich auch aber auch der ICE-Bahnhof.

Gründe der Angst

Was die Angst auslöst, ist von den Befragten auch klar benannt worden: Angst davor, Opfer einer Straftat oder angepöbelt zu werden (24,5 Prozent), Angst vor Konsumenten, die unter Alkohol- und Drogeneinfluss stehen (12 Prozent). Aber es lösen auch Personen Angst aus, die einfach nur anders aussehen, als Ausländer oder Migranten bezeichnet werden (28 Prozent). Auch Obdachlose oder vermeintliche Asoziale werden in der Umfrage, die anonym beantwortet wurde, als Angst auslösend bezeichnet (10,6 Prozent).

„Wir müssen diese Einschätzung ernst nehmen“, machte Schmelz im Ausschuss deutlich. Das Schlimmste wäre es, sich über diese Ängste hinwegzusetzen und sie als unbegründet einzustufen. Denn das subjektive Angstgefühl, das in der Stadt ganz erheblich zugenommen hat, führt auch zu Verhaltensänderungen. „Die Limburger meiden Orte und Plätze, an denen sie sich unsicher fühlen“, so Schmelz. Immerhin 54 Prozent der Befragten gaben an, bestimmte Orte zu vermeiden. Und wenn Menschen ihr Verhalten änderten und Orte nicht mehr aufsuchten, die zu ihrem Leben in der Stadt ganz alltäglich dazugehörten, dann bedeute dies einen spürbaren Verlust an Lebensqualität.

Deutliche Unterschiede

Es gibt allerdings deutliche Unterschiede in dem subjektiven Sicherheitsgefühl. Während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Haushaltsbefragung ein deutlich spürbares Unsicherheitsgefühl angaben, ist dies bei Personen, die sich in der Zufallsbefragung äußerten, deutlich anders. In der Zufallsbefragung wurden vor allem Besucher und Gäste der Stadt befragt. Die fühlten sich gegenüber denen, die in der Stadt wohnen, in Limburg recht sicher (60 Prozent) Wer sich per Internet an der Befragung beteiligte, äußerte hingegen ein sehr großes Unsicherheitsgefühl und hatte zudem ein sehr klares Bild von Personen, die dieses Gefühl auslösen.

Gefragt wurde auch danach, wer in den vergangenen Monaten Opfer einer Straftat geworden ist. Nach Angaben von Professor Schmelz lässt sich aus den Rückmeldungen der Schluss ziehen, dass jede/r Zehnte in den vergangenen zwölf Monaten Opfer einer Straftat wurde. Dabei seien die eigene Wohnung oder die Straße die Haupttatorte. Gefragt wurde auch danach, ob diese Straftaten anschließend auch angezeigt wurden. Das Ergebnis aus der Befragung:  Zwischen 25 und 35 Prozent der Straftaten zeigten die Opfer nicht an. „Die polizeiliche Kriminalstatistik bildet die Kriminalitätswirklichkeit nicht ab – aber die Opfer haben die Wirklichkeit vor Augen“, verdeutlichte Schmelz. Auch wenn es dabei vor allem um Opfer sogenannter „Massenkriminalität“ handele, bleibe es bei einer hohen Dunkelziffer.

Mehr Kontrolle, mehr Präsenz

Was die Limburger fordern, ist klar und deutlich. Mehr Präsenz der Polizei in der Stadt ob im Auto, auf dem Rad oder zu Fuß. Mehr Präsenz wird auch vom Ordnungsamt der Stadt erwartet, natürlich vor allem dort, wo die Angsträume bestehen. Ganz oben auf der Wunschliste steht auch die Überwachung durch Videoanlagen, nicht nur auf dem Bahnhofsplatz sondern auch im Tal Josaphat, in der Grabenstraße, auf dem Bischofsplatz und an verschiedenen weiteren Stellen der Stadt. „Die Aussage aus der Umfrage ist sehr deutlich, über 90 Prozent der Antworten fordern mehr Präsenz und Kontrolle“, fasste Schmelz zusammen.

Schmelz wird nun den Schlussbericht erarbeiten und dabei noch Fragen beantworten, die im Ausschuss gestellt wurden (zum Beispiel eine Aufgliederung der Antworten nach Geschlecht und Alter). Anschließend wird der Magistrat konkrete Vorschläge erarbeiten, um die Situation zu verbessern. Hierzu kündigte der Erste Stadtrat Michael Stanke ein mit der Polizei abgestimmtes Maßnahmenpaket rechtzeitig zu den kommenden Haushaltsberatungen an.

Die Umfrage

15494 Fragenbögen wurden an Limburger verschickt, die 14 Jahre und älter sind. 3855 dieser Fragebögen kamen zurück (Rücklaufquote von fast 25 Prozent), 3772 Fragebögen konnten ausgewertet werden. Weit mehr als 2000 Personen haben sich per Internet an der Befragung beteiligt, allerdings konnten nur 893 Fragebögen ausgewertet werden. Per Zufallsbefragung wurden 371 Personen befragt und eine entsprechende Anzahl an Fragebögen auch ausgewertet werden. Insgesamt summiert sich die Zahl der auswertbaren Fragebögen auf 5036.

Weitere Informationen

Vorläufiger Schlussbericht zu subjektiven Sicherheitsgefühl und persönlicher Angsträume in Limburg.

Präsentation subjektives Sicherheitsgefühl und persönliche Angsträume in Limburg.

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