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Datum: 09.06.2026

Im Gespräch mit Künstler Uwe Blümling

Unter dem Titel „Ansichtssache“ präsentieren die Kunstsammlungen der Stadt Limburg vom 12. Juni bis 23. August Werke des Limburger Künstlers Uwe Blümling. In den Ausstellungsräumen im Historischen Rathaus am Fischmarkt zeigt der Maler und Zeichner einen Querschnitt seines vielfältigen Schaffens – von fotorealistischen Gemälden über atmosphärische Landschaften bis hin zu ausdrucksstarken Zeichnungen. Dabei wird schnell deutlich: Einen festen Stil oder thematischen Schwerpunkt sucht man bei Blümling vergeblich. Vielmehr prägen Neugier, Beobachtungsgabe und die Lust am Experiment seine Arbeiten.

Am Freitag, 12. Juni, um 19 Uhr wird die Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet. Der Künstler führt an diesem Abend selbst durch die Ausstellung und gibt Einblicke in seine Arbeit.

Im Vorfeld der Ausstellung sprach Uwe Blümling über seine künstlerischen Anfänge, die Freiheit, sich nicht auf ein Motiv festlegen zu lassen, und darüber, warum Kunst für ihn immer auch eine Frage des persönlichen Blickwinkels ist.

Herr Blümling, Besucherinnen und Besucher Ihrer Ausstellung werden auf eine große Bandbreite an Motiven treffen – von Landschaften über Porträts bis hin zu Automobilen. Gibt es dennoch einen roten Faden in Ihrem Werk?

Eigentlich ist mein roter Faden, dass ich keinen habe. Ich gönne mir die Freiheit, das zu malen, was mich gerade fasziniert. Wenn mir ein Motiv gefällt, dann möchte ich es umsetzen – unabhängig davon, ob es in ein bestimmtes Konzept passt oder gerade gefragt ist. Diese Freiheit ist mir wichtig.

Trotzdem fällt Ihre Leidenschaft für Automobile auf. Woher kommt sie?

Die stammt aus meiner Kindheit. Ich bin in unmittelbarer Nähe des Nürburgrings aufgewachsen. Mein Vater war Künstler und Fotograf, und ich habe ihn oft an die Rennstrecke begleitet. Schon als kleiner Junge war ich mitten im Geschehen. Diese frühen Eindrücke haben mich geprägt und tauchen bis heute immer wieder in meinen Bildern auf.

Viele Ihrer Werke wirken auf den ersten Blick wie Fotografien. Was reizt Sie an dieser realistischen Darstellungsweise?

Mich faszinieren Licht, Spiegelungen und Reflexionen. Gerade bei Autos, Uhren aber auch zum Beispiel bei nächtlichen Szenen entsteht dadurch eine besondere Atmosphäre. Wenn jemand vor einem Bild steht und sich fragt, ob es gemalt oder fotografiert ist, dann ist das eine gewisse Bestätigung für mich.

Gleichzeitig arbeiten Sie sehr unterschiedlich. Manche Bilder sind fotorealistisch, andere deutlich freier gemalt.

Das hängt vom Motiv ab. Ich passe die Malweise dem jeweiligen Thema an. Bei einer Landschaft interessiert mich oft die Stimmung, das Licht oder die Farbwirkung. Bei einem technischen Motiv wie einer Uhr oder einem Fahrzeug geht es dagegen um Präzision und Detailtreue. Jedes Motiv verlangt seine eigene Sprache.

Sie arbeiten heute als freischaffender Künstler. War das immer Ihr Berufswunsch?

Die Kunst begleitet mich seit meiner Kindheit. Mein Vater hat mich früh an das Zeichnen und Malen herangeführt. Beruflich bin ich zunächst einen anderen Weg gegangen, habe Psychologie studiert und viele Jahre in der internationalen IT-Branche gearbeitet. Die Kunst war aber immer präsent. 2009 habe ich schließlich den Schritt gewagt und mich ganz der Malerei gewidmet.

Wie entstehen Ihre Motive? Malen Sie direkt vor Ort?

In den meisten Fällen arbeite ich mit eigenen Fotografien. Ich sammle ständig Eindrücke – heute meistens mit dem Smartphone. Manche Motive begleiten mich über Jahre, bevor daraus ein Bild entsteht. Oft reicht ein besonderer Lichtmoment oder eine interessante Situation, die ich festhalte und später im Atelier weiterentwickle.

Die Ausstellung ist vom 12. Juni bis 23. August in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg, Historisches Rathaus, Fischmarkt 21, zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Kunstsammlungen sind nicht barrierefrei. Geöffnet ist mittwochs von 8.30 bis 14 Uhr sowie donnerstags bis sonntags und an Feiertagen von 12.30 bis 18 Uhr. Das Ausstellungsprogramm wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Veranstalter sind der Magistrat der Kreisstadt Limburg und der Förderkreis Bildende Kunst Limburg.

Zur Person: Uwe Blümling

Uwe Blümling lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Limburg-Lindenholzhausen. Seine gegenständliche, realistische Malerei zeichnet sich durch eine große thematische und technische Vielfalt aus. Nach einem Psychologiestudium an der Universität Trier und einer langjährigen beruflichen Laufbahn in Marketing und Vertrieb internationaler IT-Unternehmen widmete er sich ab 2009 vollständig der Kunst.

Bereits in seiner Kindheit wurde Blümling durch seinen Vater, ebenfalls Künstler, an die Malerei herangeführt. Seine künstlerische Ausbildung vertiefte er unter anderem bei dem Trierer Künstler Udo Babusch sowie an der Städelschule Frankfurt. Bis heute bilden regelmäßige Studienaufenthalte beim dänischen Landschaftsmaler Ulrik Möller wichtige Impulse für seine Arbeit.

Blümlings Werke entstehen überwiegend in Öl, aber auch als Zeichnungen oder Aquarelle. Einen festen Stil oder inhaltlichen Schwerpunkt verfolgt er bewusst nicht. Stattdessen prägen Neugier, Beobachtungsgabe und die Offenheit für unterschiedlichste Themen seine Arbeiten. Inspiration findet er sowohl in der Natur als auch in urbanen Räumen, in technischen Motiven ebenso wie in zwischenmenschlichen Fragestellungen. Seine Bilder verbinden häufig fotorealistische Präzision mit einer zweiten, subtilen Bedeutungsebene, die sich erst bei genauer Betrachtung erschließt.

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