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Josef Eberz

geboren 03.06.1880 in Limburg a. d. Lahn, gestorben 27.08.1942 in München

Josef Eberz wurde in Limburg a. d. Lahn geboren. Erste Gemälde zeigen ihn als Vertreter des Naturalismus mit impressionistischen Zügen. Erst das Studium an der Akademie in Stuttgart, und dort von 1907 bis 1912 als Meisterschüler bei dem Farbtheoretiker Hölzel, führten Eberz hin zum Expressionismus. Während des Studiums lernte er die in Münsingen geborene Paula Gertrud Alber kennen, die er 1917 in Wiesbaden heiratete.

Schon die während seines Studiums oder kurz danach entstandenen Gemälde mit weltlichen Themen. Sie bestechen durch ihre intensive leuchtende Farbigkeit. Dies gilt auch für die Gemälde, die er während seiner Studienreisen mit seiner Frau in Italien und Dalmatien malte. In diesen Jahren zwischen 1912 und 1925 entstand Eberz expressionistisches Hauptwerk im Bereich der profanen Kunst. Um 1925 begann seine Karriere als Ausgestalter von Kirchen. Neben Buntglasfenstern und Fresken hat er auch viele Mosaike gestaltet. Herausragendes Beispiel für die Umsetzung religiöser Themen in allen genannten Techniken ist die Ausgestaltung der St. Rupertus Kirche in Freilassung, die ihn zwischen 1926 und 1938 immer wieder beschäftigte. Ein eindrucksvolles Beispiel seiner Buntglasfenster befindet sich in der Frauenfriedenskirche in Frankfurt/Main. Eberz Arbeiten spiegeln die Entwicklung in der kirchlichen Kunst der 1920er und 1930er Jahre wieder, sich von Altem zu lösen und den Expressionismus in die sakrale Kunst zu integrieren.
Als einer der Künstler, die nach der Jahrhundertwende lebten und den Umbruch in der Kunst initiierten, gehört auch er zu der sogenannten verlorenen Generation. Durch die Einflüsse des Nationalsozialismus und den frühen Tod von Josef Eberz geriet sein Werk fast völlig in Vergessenheit.

Die Bedeutung des Nachlasses von Josef Eberz für die Geschichte des deutschen Expressionismus und die ihn beeinflussende Kunstgeschichte spiegelt sich in der häufigen Bitte zur Ausleihe von Werken aus dem städtischen Kunstbesitz wider, so auch für die Schau El Greco und die Moderne 2012 im Museum Kunstpalast in Düsseldorf.