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Stadt bekommt neuen Verwaltungssitz

Der Standort von Mundipharma in Limburg ist Geschichte, das Pharmaunternehmen hat die Stadt verlassen. Vier Eigentümer versammeln sich künftig an dem Campus: die Stadt Limburg, das Bistum, das Pharmaunternehmen Fidelio Healthcare und die Egenolf-Grundstücksgesellschaft. Gemeinsam wollen sie nicht nur die Zukunft an und für den Standort gestalten, sondern sie suchen auch gemeinsam nach einem Namen oder einer Bezeichnung für das Gelände und für eine bisher noch namenlose Straße.
Bürgermeister Dr. Marius Hahn (v.l.), Marcel Kremer, Generalvikar Wolfgang Rösch und Dr. Andreas König hoffen auf viele Namensvorschläge für das Gelände, das nun Standort von Stadt, Bistum, Fidelio Healthcare und der Egenolf Grundstücksgesellschaft ist.

Generalvikar Wolfgang Rösch bringt es auf den Punkt: „Das Kind ist geboren, die Eltern suchen einen Namen.“ Die Eltern, das sind die neuen Eigentümer. Und sie verdeutlichten in einem Pressegespräch, dass sie bei der Suche auf Hilfe durch die Bürgerinnen und Bürger setzen. An der Namenssuche für die beiden Kinder sollen sie sich beteiligen. Deshalb laden Stadt, Bistum und die zwei Unternehmen gemeinsam zu einem Namenswettbewerb auf. Teilnehmen können alle Bürgerinnen und Bürger, völlig unabhängig davon, ob sie in der Stadt wohnen.

Gesucht wird zum einen ein Name für eine Straße, die von der Limburger Straße auf das Gelände führt und die künftig den neuen Eigentümern und Nutzern als postalische Adresse dient. Zum anderen braucht es eine Bezeichnung für den Campus, der aus den beiden Verwaltungsgebäuden, der Produktionshalle und dem Conference Center sowie den Parkflächen und noch unbebauten Freiflächen besteht.

Namensvorschläge sind im Internet: namenswettbewerb.limburg.de möglich. Auf der Webseite gibt es dafür ein digitales Formular. Eine begleitende Postkartenaktion soll in den nächsten Tagen noch starten. Die Postkarten wird es dann in der Stadtverwaltung, im Bischöflichen Ordinariat sowie in der WERKStadt geben. Auch auf Facebook wird noch die Möglichkeit geschaffen, Vorschläge zu machen. Einsendeschluss für die Vorschläge ist Montag, 12. August.

Jury und Preise

Eine Jury bestehend aus Vertretern der neuen Eigentümer, dem Dietkirchener Ortsvorsteher Markus Wirth sowie zwei zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt wird die Vorschläge sichten und eine Empfehlung aussprechen. Die ausgewählten Vorschläge werden mit Preisen bedacht, für die beiden ersten Preise sind 500 Euro vorgesehen, für die zweiten und dritten Preise jeweils 300 und 200 Euro. Bevor die Namensgebung vollzogen wird, müssen die städtischen Gremien noch zustimmen und noch einige formale Regularien eingehalten werden.

„Wenn ein neuer Name zur Marke wird, dann ist das prima“, sagt Marcel Kremer als Vertreter der Egenolf-Grundstücksgesellschaft. Kremer hat schon Erfahrungen mit einem Namenswettbewerb. Die Bezeichnung WERKStadt für sein Einkaufszentrum ist das Ergebnis eines öffentlichen Wettbewerbs. Ein Name, der unter Öffentlichkeitsbeteiligung gefunden werde, führe auch zu einer höheren Identifikation, ist Kremer überzeugt.

Umzug bis zum Jahresende

Darauf setzt auch Limburgs Bürgermeister Dr. Hahn. Zumindest ein Wunsch aller Eigentümer geht nach seinen Angaben schon einmal in Erfüllung: Die Postleitzahl 65549 für Limburg gilt nach Rücksprache mit der Post auch für die noch zu benennende Straße. Das Gebiet liegt auf Dietkircher Gemarkung und würde damit normalerweise die Postleitzahl 65553 führen. Die bestehende Mundipharmastraße, die zwischen dem Areal und dem Globusmarkt verläuft, behält ihren Namen.

Wie Hahn in dem Gespräch im Conference Center erläuterte, soll der Umzug von Teilen der Stadtverwaltung bis zum Jahresende abgeschlossen sein, der Start ist für den Herbst vorgesehen. Nach Angaben von Hahn hängt die Verschiebung, vorgesehen war ein Umzugsstart nach den Sommerferien, mit den noch notwendigen Arbeiten im Verwaltungsgebäude II zusammen, in das die Stadtverwaltung mit rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einziehen wird.

Die Anzahl der Bistumsmitarbeiter, die künftig im Verwaltungsgebäude I sowie im angemieteten ersten Obergeschoss des CCs Stock arbeiten werden, beläuft sich auf rund 150. Der Caritasverband muss das mit Asbest belastete Katharina-Kasper-Haus verlassen. Das Dezernat Finanzen, Verwaltung und Bau wird ebenfalls von der Innenstadt auf die Höhe ziehen. Nach Angaben von Generalvikar Rösch ist noch nicht geklärt, was konkret mit dem Katharina-Kasper-Haus passiert. Klar sei, dass es Raumbedarf durch die Zweige der Marienschule an dem Standort gibt.

Produktion wird weitergeführt

Die von Mundipharma begründete Tradition als Produktionsstandort für pharmazeutische Erzeugnisse setzt Fidelio Healthcare fort. Nach Angaben von Geschäftsführer Dr. Andreas König gab es einen „relativ guten Start“. Die Zahl der Mitarbeiter wurde inzwischen erhöht, es werden neue Produkte hergestellt und es wurden neue Kunden gewonnen. Die Entscheidung für den Standort Limburg sei auf jeden Fall richtig gewesen, so König.

Als letzter neuer Eigentümer stieß die Egenolf-Grundstücksgesellschaft hinzu, die im Frühjahr das Conference Center von der Stadt erwarb. „Wir setzen auf Kontinuität und werden im CC bei dem bleiben, was auch schon zuvor war“, machte Marcel Kremer deutlich. Mit dem Bistum steht ein Mieter an Büroflächen für ein Obergeschoss fest, Fidelio Healthcare hat ebenfalls Interesse an Flächen. Das Erdgeschoss soll als Tagungslocation vermarktet werden.

Maßstäbe gesetzt

An dem Standort hatte sich 1973 das Unternehmen Mundipharma niedergelassen und dabei auch architektonisch Maßstäbe gesetzt. Das von Marcel Breuer entworfene Werksgebäude mit Produktion, Büros und Labors steht heute unter Denkmalschutz. Das Areal wurde abschnittsweise weiter bebaut. 1983 kam das Hochregallager hinzu, zehn Jahr später das VG I nach den Plänen von Hilger Henn. Im Jahr 2010 wurde der Standort mit dem VG II und dem Conference Center noch einmal erheblich aufgewertet, umso überraschender kam die Ankündigung im März 2017, dass Mundipharma den Standort komplett aufgeben will. In den folgenden Monaten zeigten Unternehmen zwar Interesse an dem Standort, aber nicht an den Verwaltungsgebäuden. Anfang März 2018 bekundeten die Stadt und das Bistum gemeinsam das Interesse an einem Kauf der Verwaltungsgebäude, zu dieser Zeit hatte Fidelio Healthcare die Verträge zur Übernahme der Produktion bereits unterschrieben.

 

Das Bistum Limburg hat das Verwaltungsgebäude I auf dem ehemaligen Areal des Pharmaherstellers Mundipharma auf der Dietkirchener Höhe für 3,7 Millionen Euro gekauft. Der Kaufvertrag ist am Dienstag, 28. August, gemeinsam mit der Stadt Limburg, die das Verwaltungsgebäude II und das Conference Center für 7,2 Millionen Euro erworben hat, unterschrieben worden.

Verkauf des Conference Centers (ehem. Mundipharma)

Die Stadt Limburg hat das links stehende Verwaltungsgebäude sowie das Conference Center in der Mitte erworben, das Bistum das Verwaltungsgebäude auf der rechten Seite. Foto: T. Steiger/Bistum Limburg
„Das Bistum wird das Gebäude als Verwaltungsstandort für den Diözesancaritasverband und Teile der Bischöflichen Verwaltung, die bislang im Katharina-Kasper-Haus in der Graupfortstraße, und am Roßmarkt untergebracht sind, nutzen“, erklärt Gordon Sobbeck, Finanzdezernent im Bistum Limburg. Die Diözese werde das 27 Jahre alte Gebäude zum Jahreswechsel übernehmen. Wann und welche Verwaltungseinheiten des Bischöflichen Ordinariats auf die Dietkirchener Höhe ziehen, steht noch nicht fest. Geplant ist ein Umzug im ersten Halbjahr 2019. „Die Gremien der diözesanen Vermögensverwaltung im Bistum haben dem Kauf des Verwaltungsgebäudes ohne Gegenstimme zugestimmt. Sie sehen darin, eine überzeugende Antwort auf den dringenden Raumbedarf im Bischöflichen Ordinariat sowie eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung“, so Sobbeck.

Deutliche Mehrheit

Die Limburger Stadtverordnetenversammlung hatte am vergangenen Montag mit einer deutlichen Mehrheit von 33:10-Stimmen dem Ankauf von zwei Gebäuden durch die Stadt zugestimmt; zu dem Paket gehört auch noch ein 22.000 qm großes Grundstück. „Die Entscheidung eröffnet uns viele Chancen“, zeigt sich Bürgermeister Dr. Marius Hahn überzeugt. Der Auftrag der Stadtverordnetenversammlung sei mit der Vertragsunterzeichnung zügig umgesetzt worden. „Wir haben immer deutlich gemacht, dass bis zum 1. September alles unter Dach und Fach sein muss“, so Hahn weiter.

Der 1. Stadtrat Michael Stanke verweist darauf, dass die Stadt sehr wohl noch andere Alternativen in Erwägung gezogen hat, doch der Umzug auf die Dietkircher Höhe die beste aller vier ins Auge gefassten Varianten sei. Die Stadt wird das Neue Rathaus aufgeben. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig und technisch veraltet. In der Innenstadt wird das alte Rathaus bleiben und mit einem modernen Bürgerbüro künftig einen Großteil der Dienstleistungen der Stadtverwaltung zentral anbieten. In der Innenstadt bleiben zudem das Ordnungsamt, das Amt für soziale Betreuung, das Standesamt, das Kulturamt mit den Kunstsammlungen und das Stadtarchiv im Schloss. 

Raum für mehr als 150 Arbeitsplätze

Das neue Verwaltungsgebäude des Bistums auf dem ehemaligen Mundipharma-Areal ist 27 Jahre alt und hat eine Nutzfläche von 4.700 Quadratmetern. Zurzeit gibt es dort einhundert Büros inklusive Besprechungsräume. Insgesamt bietet das Gebäude Raum für mehr als 150 Arbeitsplätze.  „Wir haben das Gebäude aus verschiedenen Perspektiven begutachten lassen. Das Haus ist in einem bautechnisch guten Zustand und gibt der Arbeit der bischöflichen Verwaltung neue Perspektiven“, sagt Sobbeck. Mit dem Verwaltungsgebäude hat das Bistum auch 150 Parkplätze auf dem Grundstück erworben.

Das Verwaltungsgebäude II, das die Stadt erwirbt, ist quasi eine Kopie des Gebäudes, das das Bistum übernimmt, nur 18 Jahr jünger. Die 130 Mitarbeiter/innen, die bisher ihren Arbeitsplatz im Neuen Rathaus haben, sollen dort einziehen. „Das Gebäude bietet ausreichend Platz für weitere Mitarbeiter“, so der Bürgermeister. Ein Plus an Mitarbeitern ist durch die Übernahme neuer Aufgaben nahezu zwangsläufig. Das VG II ist technisch auf einem modernen Stand und lässt die Möglichkeiten technischer Entwicklungen. An dem neuen Standort stehen der Stadt knapp 150 Parkplätze Verfügung.

Hintergrund

Hintergrund für den Kauf des Gebäudes ist der Sanierungsbedarf an zwei großen Verwaltungsgebäuden des Bistums. Im Frühjahr hatten Fachleute einen Sanierungsbedarf in Millionenhöhe im Verwaltungsgebäude Roßmarkt 12 festgestellt. Zudem waren im Katharina-Kasper-Haus in der Graupfortstraße Gefahrstoffe wie Asbest, polychlorierte Biphenyle und Pentachlorphenol in Bauteilen gefunden worden. Eine Gefährdung für Mitarbeiter durch die Baumängel oder die Gefahrstoffe ist jedoch nicht gegeben. Dennoch hat das Bistum direkt gehandelt und ist auf die Suche nach alternativen Arbeitsplätzen für die Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats und des Diözesancaritasverbandes gegangen.

Die Stadt erwirbt neben dem Verwaltungsgebäude das sogenannte Conference Center (CC). Auch hier sind Bistum und Stadt miteinander verbunden, denn sie nutzen das dortige Foyer gemeinsam und das Bistum hat auch schon Interesse an der zeitweisen Nutzung der Seminarräume im Erdgeschoss sowie an einem Obergeschoss angemeldet. Im CC wird mit Fidelio Healthcare auch das Unternehmen als Mieter einziehen, das die Produktionsstätten von Mundipharma und einen Teil des Personals übernimmt. Fidelio Healthcare will die Produktion ausbauen und die Zahl der Mitarbeiter erhöhen. Der Kaufpreis in Höhe von 10,9 Millionen Euro soll in den Standort in Limburg investiert werden.

(Gemeinsam herausgegeben vom Bistum Limburg und der Stadt Limburg.)

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