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Stadtarchiv

Die Limburger Archivgeschichte reicht weit in die städtische Vergangenheit zurück. In Limburg war man früh darauf bedacht, wichtige Schriftstücke sicher aufzubewahren. So kommt es, dass die Stadt bis heute über einen beachtlichen Urkundenbestand verfügt. Zu einer Reihe Kaiser- und Königsurkunden seit dem 14. Jahrhundert kommen Dynastenurkunden (zu denen auch das älteste Stück des Stadtarchivs von 1278 zählt) und Urkunden diverser geistlicher Institutionen.

Standort des Stadtarchivs

Untergebracht war das Stadtarchiv ursprünglich in einem der Türme der Stadtmauer. Johann Mechtel erwähnt in seinem Pagus Logenahe von 1623, dass das Stadtarchiv im Neuen Turm (auch: Bürgerturm) an der Sackgasse untergebracht war. Als das Gefängnis vom Katzenturm zum Neuen Turm verlegt wurde, musste das Archiv ins Rathaus (heute: Historisches Rathaus) umziehen. 1744 wurden drei Mitglieder des Rates abgeordnet, das Archiv zu ordnen. In den Wirren der Revolutionskriege am Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Archiv innerhalb der Stadt verlagert und z.T. auch nach Mainz geflüchtet. Johann Ludwig Corden, der letzte Dekan des Stiftes und Verfasser der „Historia Limburgensis“ hat sich offenbar um das Stadtarchiv gekümmert und zahlreiche Stücke für sein Geschichtswerk verwendet. Nach seinem Tod 1808 geriet das Archiv in Vergessenheit.

Das Stadtarchiv in der Neuzeit

Erst Mitte der 1870-er Jahre sannen drei Stadträte auf eine Änderung. Durch ihre Initiative entsandte das Staatsarchiv Idstein einen Mitarbeiter, Dr. Wilhelm Becker, nach Limburg, der eine erste Verzeichnung vornahm. Die Leitung des Archivs wurde dem Religionslehrer Christian Bahl anvertraut. Auf ihn folgten im Laufe der Jahrzehnte weitere Lehrer des Gymnasiums, die neben- oder ehrenamtlich das Stadtarchiv leiteten. Der letzte ehrenamtliche Archivar war Heinz Maibach, der die Aufgabe 39 Jahre lang versah. Untergebracht war das Archiv zeitweise im Gymnasium, dann im Trombetta-Haus. 1977 schließlich erfolgte der Umzug ins Schloss, dem heutigen Standort. Aufgrund der gestiegenen Anforderungen, nicht zuletzt aus den gesetzlichen Vorgaben herrührend, war aber das Stadtarchiv nicht mehr ehrenamtlich zu betreuen. So entschied die Stadt Limburg sich 2007, die Stelle eines hauptamtlichen Archivars zu schaffen. Diese Aufgabe übernahm am 1. September 2007 Dr. Christoph Waldecker M.A., Dipl.-Archivar (FH). Er begann damit, das Stadtarchiv auf eine neue Grundlage zu stellen entsprechend den Anforderungen, die das moderne Archivwesen mit sich bringt. Zu den wichtigsten Neuerung zählen die Einrichtung von Benutzerarbeitsplätzen, die Einführung eines regelmäßigen Öffnungstages und eine umfassende Erschließung der Bestände.

 

Das finden Sie im Stadtarchiv

  • Urkunden
  • Akten
  • Fotos
  • Karten und Pläne
  • Siegel
  • Zeitungen
  • Literatur

Arbeitsmöglichkeiten

Das Stadtarchiv verfügt über eine ausreichende Zahl an Benutzerplätzen (mit der Möglichkeit, ein Notebook zu betreiben) sowie eine reichhaltige Präsenzbibliothek zur Lokal- und Regionalgeschichte.
Eine Ausleihe von Archivalien und Literatur ist grundsätzlich nicht möglich.

Limburger Stadtarchiv in den Medien

  • Archivnachrichten aus Hessen, Ausgabe 12/2, 2012, Seite 40ff.

 

Veröffentlichungen des Stadtarchivs:

Reihe „Beiträge zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“

  • Limburg im Fluss der Zeit. Schlaglichter aus 1100 Jahren Stadtgeschichte. Limburg 2010 (Beiträge zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn 1), ISBN 978-3-936162-08-0, 29 Euro, Erhältlich im Stadtarchiv Limburg und im Buchhandel
  • Limburg im Fluss der Zeit 2. Vorträge zur Stadtgeschichte. Limburg 2013 (Beiträge zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn 2), ISBN 978-3-936162-10-3, 19 Euro, Erhältlich im Stadtarchiv Limburg und im Buchhandel
  • Auf ein frohes Wiedersehen im Himmel. Die Feldpostbriefe und Karten des Limburgers Johann Rieth aus dem Ersten Weltkrieg. Limburg 2019 (Beiträge zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn 3), ISBN 978-3-936162-13-4, 19 Euro, Erhältlich im Stadtarchiv Limburg und im Buchhandel
 

Reihe „Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Limburg a. d. Lahn“

  • Christoph Waldecker, Kleine Geschichte der Kapelle in der Erbach. Limburg 2019 (Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Limburg a. d. Lahn 1), Gratis erhältlich im Stadtarchiv und im Rathaus
  • Adolf Morlang, Limburgs Namensschwestern in Deutschland und Belgien. Limburg 2019 (Mitteilungen aus dem Stadtarchiv Limburg a. d. Lahn 2), Gratis erhältlich im Stadtarchiv und im Rathaus

 

Sonstige Veröffentlichungen

  • Christoph Waldecker, Limburg an der Lahn. 2. Aufl. Regensburg 2011 (Großer Kunstführer 251), ISBN 978-3-7954-2559-3, 9,95 Euro, Zur Zeit vergriffen
  • Christoph Waldecker, Limburg a. d. Lahn in historischen Ansichten. Erfurt 2010 (Archivbilder), ISBN 978-3-8668-0733-4, 19,99 Euro, Erhältlich im Buchhandel
  • Christoph Waldecker, Zeitsprünge Limburg. Erfurt 2014, ISBN 978-3-9540-0471-3, 19,99 Euro, Erhältlich im Buchhandel
  • Christoph Waldecker, Limburg im Wandel der Zeit, ISBN 978-3-9819-3400-7, 29,99 Euro, Erhältlich im Buchhandel

 

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