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Datum: 27.01.2023

Marienschüler erstellen eigene Radierungen für Ausstellung

Viele Limburger haben noch in guter Erinnerung, wie Klaus Panzner auch bekannt unter dem Künstlernamen „ojo“, was übersetzt aus dem Spanischen das Auge bedeutet, mit seiner tragbaren Radierstation irgendwo in Limburg auf seiner Holzbank saß. Manch einer hat sogar eine seiner Radierungen von Limburg zu Hause.

Denn dafür war er in der Stadt und darüber hinaus bekannt. Meist war er umringt von Schaulustigen, wenn er mit dem Rücken zu seinem Motiv, das er im Spiegel sah, der an seiner Station angebracht war, damit er das Motiv in die Kupfer- oder Zinkplatte eingravieren konnte.

Auf diese Weise entstanden etwa 3000 kleinere und nur wenige großformatige Arbeiten aus der Region, bis er 2016 in Süddeutschland verstarb. Der gebürtige Dresdner, der in Schwickershausen bei Bad Camberg aufwuchs und ab 1975 mit seiner Frau in Limburg lebte und ein Atelier betrieb, fand viele Motive für seine Kunstwerke in der Stadt.

Anlässlich seines 80 Geburtstages werden seine Werke posthum in diesem Jahr im Rahmen einer Ausstellung ab Samstag, 25. März, in den Kunstsammlungen gezeigt. Aber nicht nur seine Radierungen werden Besucher und Besucherinnen der Ausstellung zu sehen bekommen. „Wir bieten den Schülerinnen und Schülern der Marienschule die Möglichkeit, ihre Kunstwerke im Rahmen der Kunstausstellung von Klaus Panzners Werken zu präsentieren“, erklärt Doktor Anna Vössing, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Limburg.

Dafür besuchten zwei zehnte Jungen- und Mädchenklassen der Marienschule mit ihrer Kunstlehrerin Dorothee Kolletzki-Hartevelt einen Workshop bei den LahnArtists. Im Workshop lernten die Schülerinnen und Schüler die Technik des Tiefdruckes kennen, mit dem auch Klaus Panzner viele seiner Werke erstellte.

Treffpunkt war das Kunstzentrum der LahnArtists in der Schaumburger Straße. Die beiden Workshopleiter der LahnArtists, Kathrin Mock und Klaus Werner, hatten Motive von Gebäuden wie dem Dom oder historischen Häusern der Limburger Altstadt für die Schüler bereitgelegt. So konnte sich jeder Schüler ein Motiv aussuchen. Über das jeweilige Motiv wurde eine Radierplatte aus durchsichtigem Spezialkunststoff gelegt und festgeklebt. Dabei handelt es sich um eine preiswerte Alternative zu Zink- und Kupferplatten. Künstler wie Klaus Panzner arbeiteten für Radierungen mit Metallplatten. Nun ritzten die Schüler mit einer Kaltnadel oder Radiernadel die durchscheinenden Linien der Gebäude und der Bildumgebung in die Radierplatte ein. 

Damit die Schüler auch bei Kräften bleiben, gab es zur Frühstückspause eine gesunde Brotzeittüte von der Bäckerei Huth, für die sich alle herzlich bedanken. Frisch gestärkt wurde weiter an den Kunststücken gearbeitet. Der ein oder andere musste zwischendurch die Hand ausschütteln und eine Pause einlegen, weil die Arbeit mit der Radiernadel ungewohnt und anstrengend ist. Als der erste junge Künstler mit seiner Radierplatte fertig war, kam endlich Farbe ins Spiel.

In kreisenden Bewegungen wurde die matte dunkle Farbe aufgetragen und in die Vertiefungen eingearbeitet. Die überschüssige Farbe musste von der Oberfläche abgewischt werden, sodass nur noch in den Vertiefungen der Radierplatte die Farbe zurückblieb. Dann wurde sie auf ein mit Wasser befeuchtetes Papier gelegt, mit Vlies bedeckt und zwischen zwei Metallrollen hindurch gedreht. Die Metallrollen übten Druck auf die Radierplatte aus und druckten die Farbe aus den Vertiefungen auf das Papier ab. „Der erste Druck ist farblich am intensivsten“, erklärt Kathrin Mock, Mitglied der Lahn Artists. Die Drucke können im Anschluss koloriert werden oder aber schwarz-weiß bleiben.

Die Aussicht, ihr eigenes Kunstwerk in einer Ausstellung zu zeigen, beflügelte die Schüler und Schülerinnen. „Sein Kunstwerk neben den Werken eines bekannten Künstlers ausgestellt zu sehen, ist schon etwas besonders“, erläuterte Kolletzki-Hartevelt. „Schließlich werden die Arbeiten der Jugendlichen nicht benotet“, berichtete die Kunstlehrerin der Schüler weiter.

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