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Datum: 15.06.2023

»Pity of war« erinnert an die zivilen Opfer der Kriege

Limburg wird Teil eines internationalen Projekts des Lichfielder Künstlers Peter Walker. Während des Partnerschaftstreffens übergab er die von ihm geschaffene Skulptur „Pity of war“ auf dem Europaplatz an den Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn. Die Skulptur, die den Kopf eines Kindes mit verbundenen Augen und geschlossenem Mund darstellt, soll an die zivilen Opfer der Kriege erinnern.

„Es ist ein internationales Projekt und das nächste Ziel, die Skulptur zu präsentieren, wird Japan sein“, sagte Peter Walker bei der Übergabe in Limburg. Das Original der Abbildung ist viel größer, in Limburg ist die Skulptur etwa 35 Zentimeter hoch. Sie soll einmal in der Stele in der Werner-Senger-Straße ihren Platz finden. Dazu muss die Stele jedoch umgebaut werden. Die Aufgabe übernimmt der Bauhof, allerdings hat das benötigte Material lange Lieferzeiten.

„Krieg betrifft alle, nicht nur Soldaten“, machte Walker deutlich. Und aus der eigenen Familiengeschichte inspiriert, schuf der Künstler eine Plastik, die an die zivilen Opfer erinnern soll. Die verbundenen Augen des Kindes stehen für die unsichtbaren Erinnerungen, der zum Schweigen gebrachte Mund für die unausgesprochenen Geschichten zum Leid des Krieges. Walkers Ziel ist es, die kleineren Kopien der Bronzeskulptur möglichst international zu verteilen. Zunächst zielte sein Projekt vor allem auf die Erinnerung der zivilen Opfer des Zweiten Weltkriegs, doch inzwischen sieht er das aufgrund der aktuellen Entwicklung deutlich breiter aufgestellt. Auch der Krieg in der Ukraine fordert immer wieder zivile Opfer.

Zentraler Standort

Die Suche nach einem Standort für die Skulptur endete an der Stele in der Werner-Senger-Straße. „Ich bin froh, hier direkt am alten Rathaus sowie in unmittelbarer Nähe des Europaplatzes einen Standort gefunden zu haben, an dem täglich viele Menschen vorbei gehen“, machte Bürgermeister Dr. Marius Hahn bei der Übergabe der Skulptur im Rahmen des Partnerschaftstreffens zwischen Limburg, Lichfield und Ste. Foy deutlich.

Die Stele ist Überbleibsel eines Leitsystems, das mit vier Stelen (drei davon wurden aufgestellt) durch die Innenstadt führen sollte. Allerdings war die darin installierte Informationstechnik wartungsintensiv, hatte einen hohen Stromverbrauch und wurde kaum genutzt. Zwei Stelen gibt es noch. Die LahnArtists präsentieren in der Stele in der unteren Bahnhofstraße Bilder ihrer Künstlerinnen und Künstler, die Stele in der Werner-Senger-Straße diente Vereinen als „Schaukasten“, was jedoch nur wenig nachgefragt war.

Hahn bezeichnete die Stele und das damit verbundene Projekt als Erinnerung an Unrecht und Leid in der Vergangenheit, gleichzeitig jedoch als Mahnung und Aufforderung, sich stets für ein friedliches Miteinander einzusetzen und im Bemühen um friedliche Konfliktlösungen nicht nachzulassen. „Leider zeigt sich am Beispiel des russischen Angriffs auf die Ukraine, dass dies keineswegs selbstverständlich ist“, sagte Hahn.

Internationales Projekt

Der Krieg in der Ukraine ist natürlich auch längst in Limburg, Ste. Foy oder auch Lichfield angekommen. In Limburg sind bisher über 300 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen worden, vielfach auf privater Ebene. Gleichzeitig sind neben den direkten Auswirkungen des Krieges durch Flucht auch andere Folgen zu spüren, wie die gestiegenen Preise für Energie oder auch die begrenzte Verfügbarkeit von Energie.

Der Künstler Peter Walker ist nicht zum ersten Mal mit einem Projekt in Limburg vertreten. Zwei Mal zeichnete er für das Limburger Lichtfestival verantwortlich mit dem Dom als Projektionsfläche. In den Kunstsammlungen der Stadt hat er schon ausgestellt und auf dem Domberg ist er mit seinem Peace-Woodland-Projekt vertreten.

Mit seinem Kunstprojekt „Pity of war“ war Walker auf Rundreise durch das Vereinigte Königreich und in englischen Kathedralen, zudem hatte er die Figur auch schon in Limburg präsentiert. Dauerhaft befinden sich Modelle der Statue „Pity of war“ inzwischen in den britischen Botschaften in Paris und Dubai, in der Basilika St. Mary in Minnesota sowie in England in der Chester Cathedral, der University Church Oxford sowie der Liverpool Cathedral. Und künftig auch in Limburg.

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