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Datum: 02.04.2020

Stadt hofft: Keine Bänke, mehr Abstand

Die Bänke auf dem Bahnhofsvorplatz und rund um die Pusteblume sind verschwunden und bieten keine Möglichkeit mehr zum Verweilen. Die Stadt reagiert damit auf die Nutzung der Bänke durch Personengruppen.

Die Mitarbeiter des Bauhofs haben am Donnerstag die Bänke auf dem Bahnhofsplatz demontiert und anschließend auch die Bänke rund um die Pusteblume abgeschraubt. „Wir als Stadt hätten uns das anders gewünscht, doch leider haben sich auf den Bänken immer wieder Personengruppen eingefunden, die die derzeit geltenden Abstandsregeln nicht einhalten“, skizziert der 1. Stadtrat Michael Stanke die Situation. Für die Stadt habe damit Handlungsbedarf bestanden. Deshalb seien die Bänke demontiert worden.

Zuvor hat es Versuche gegeben, die Situation anders zu lösen. Sowohl Vertreter der Polizei wie vom Ordnungsamt der Stadt haben immer wieder gezielt vor Ort angesprochen, die städtische Sozialarbeiterin in Gesprächen in den Einrichtungen versucht, auf eine Verhaltensänderung hinzuwirken und davon zu überzeugen, dass in der aktuellen Situation Abstand halten das Gebot der Stunde ist und die Bildung von dicht sitzenden oder stehenden Personengruppen nicht erlaubt ist. Doch diese Versuche, Verständnis zu erreichen und eine Änderung des Verhaltens herbeizuführen sind gescheitert.

Viele Beschwerden

Im Ordnungsamt der Stadt und auch bei Bürgermeister Dr. Marius Hahn und dem 1. Stadtrat als zuständigem Dezernenten sind in den vergangenen Tagen vermehrte Beschwerden über dieses Verhalten und Bildung von kleineren Personenansammlungen eingegangen.  „Was wir tun, dient dem Schutz der Allgemeinheit. Das ganze öffentliche Leben wird derzeit stark eingeschränkt, damit die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt wird“, verdeutlicht Stanke.

Da nach dem Abbau der Bänke sofort die Brunnenumrandungen genutzt wurden, um weiterhin relativ eng und in Gruppen zusammen zu sitzen, werden der Brunnen auf dem Bahnhofsplatz und die Pusteblume an der Stadthalle mit Bauzäunen versperrt. „Das ist keine Schikane, sondern dient dem Schutz der Allgemeinheit“, so der 1. Stadtrat. Die Stadt werde die Einhaltung der derzeit strengen Regeln beim Aufenthalt in der Öffentlichkeit weiter kontrollieren, auch im Hinblick auf mögliche Verdrängungseffekte. Das Land hat inzwischen mit einer Verordnung klargestellt, dass Verstöße mit Bußgeldern geahndet werden können.

Die Mitarbeiter des Bauhofs werden die Zeit nutzen, die abmontierten Bänke überarbeiten und wieder mit einem neuen Anstrich versehen, so dass die ungewollte „Bank-Pause“ effektiv ausgefüllt wird.