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Magistrat unterstützt Umzug der Verwaltung

Weitere Gutachten, der Entwurf des Kaufvertrags sowie Aussagen über die Haushaltsentwicklung der Stadt, sollte das Areal von Mundipharma erworben werden: Für die Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag, 16. August, kommen immer mehr Unterlagen zusammen. Was noch fehlt, ist derzeit eine Kalkulation für eine Klimatisierung des alten Rathauses. Die Sondersitzung findet im kleinen Saal der Josef-Kohlmaier-Halle statt und beginnt um 19.15 Uhr. Es ist vorgesehen, anwesenden Bürgern Rederecht einzuräumen.
Das Verwaltungsgebäude II, erst wenige Jahre alte, könnte Sitz der Stadtverwaltung werden. Die Entscheidung der Stadtpolitik naht.
Der Magistrat hat in seiner jüngsten Sitzung der aktualisierten und ergänzten Vorlage zum Ankauf des Areals aus Verwaltungsgebäude II, Conference Centers, Parkplätzen und Freifläche mehrheitlich zugestimmt. „Die Zahlen weisen in die richtige Richtung. Das Gesamtpaket Mundipharma ist eine auf die Zukunft der Stadt ausgerichtete Lösung“, fasst Bürgermeister Dr. Marius Hahn zusammen.

Unterstützung kommt dabei von Michael Stanke, dem Ersten Stadtrat. „Die entscheidende Frage ist doch, was die Stadt für ihr Geld bekommt. Und sie bekommt einen neuen Standort, der Möglichkeiten für Entwicklungen bietet und das damit verbundene Risiko ist sehr gering“, so Stanke. Eine Kreisstadt in der Nachbarschaft geht mit einem Risikoaufschlag in Höhe von 4,5 Millionen Euro in die Diskussion um einen Neubau, so der Hinweis des Bürgermeisters. In Montabaur soll es einen Neubau in der Stadtmitte geben. Die Investitionskosten liegen bei rund 33,5 Millionen Euro.

Ein Gesamtpaket

Für die Stadt bietet sich die Möglichkeit, das VG II zusammen mit dem CC des Pharmaherstellers Mundipharma zu erwerben. Mundipharma gibt den Standort komplett auf. Zusammen mit einem weiteren unbebauten Grundstück und Parkflächen müsste die Stadt einen Preis in Höhe von 7,22 Millionen Euro zahlen, insgesamt ist für den Komplex ein Kaufpreis in Höhe von 10,9 Millionen Euro aufgerufen. Das ebenfalls zum Mundipharma-Areal gehörende Verwaltungsgebäude I will das Bistum nutzen. Der finanzielle Anteil dafür beträgt 3,68 Millionen Euro. Die entsprechenden Gremien des Bistums haben einem Kauf bereits zugestimmt. Sollte es zum Kauf durch die Stadt kommen, soll das VG II zum Verwaltungssitz werden. Das neue Rathaus in der Innenstadt will die Stadt dann verkaufen.

„Das ist als Gesamtpaket zu sehen“, macht Hahn deutlich. Denn neben Stadt und Bistum gibt es mit dem neugegründeten Unternehmen Fidelio Healthcare einen dritten Nutzer. Das Unternehmen übernimmt die Produktion von Mundipharma und will dort sogar investieren. Der Kaufpreis soll dem Standort zur Verfügung gestellt werden. Zudem wird Fidelio Healthcare ein Geschoss im Conference Center langfristig mieten. „Das ist aktive Standortpolitik, denn die Produktion lässt sich nur erhalten, wenn die Verwaltungsgebäude anderweitig genutzt werden“, so Hahn.

Variantenvergleich

Die Stadt hat keineswegs nur auf die Karte Mundipharma gesetzt, sondern vier verschiedene Varianten untersucht. Den Abriss des Ende der 1960er Jahre entstandenen neuen Rathauses mit einem Neubau an gleicher Stelle, die Sanierung des Gebäudes mit einer Aufstockung, den Neubau an einer anderen Stelle und schließlich die Nutzung des VG II von Mundipharma. Neben den unterschiedlichen Investitionskosten sind in dem Variantenvergleich die Lebenszykluskosten ein wichtiger Faktor.

Ein Gutachter hat sie auf einen Zyklus von 40 Jahren berechnet. Berechnet auf den Quadratmeter ist das VG II mit 10.447 Euro am günstigsten, der Abbruch und Neubau an gleicher Stelle mit 15.639 Euro am teuersten.

Das VG II weist mit einer Nutzungsfläche von 3606 qm den meisten Platz auf, ein Neubau nicht an der Stelle des bestehenden Gebäudes wäre mit 3316 qm nur geringfügig kleiner, die beiden anderen Varianten am bestehenden Standort weisen mit 2186 qm eine deutlich kleinere Fläche auf. Aufgrund des höheren Flächenangebots liegen die Lebenszykluskosten auf 40 Jahre gerechnet für den Neubau an einem neuen Standort und die Übernahme des VG II deutlich über den Kosten für ein saniertes und aufgestocktes Rathaus: 37,66 Millionen Euro bzw. 35,71 Millionen zu 26,74 Millionen Euro.

Bedarf an mehr Platz

„Das ist erst einmal viel Geld, aber wir bekommen auch mehr Raum für unsere Mitarbeiter dafür“, so Hahn. An dem neuen Standort auf der Dietkircher Höhe wäre es möglich, auch all das zusammenzuführen, was derzeit verteilt über die Stadt an Akten archiviert wird. „Die Stadt wäre auch für neue Aufgaben und damit verbundenes Personal gerüstet“, so der Bürgermeister weiter. Nach seiner Einschätzung wird die Verwaltung neue Aufgaben wahrnehmen müssen. Bereits in den vergangenen Jahren ist der Personalbedarf durch die Übernahme neuer Aufgaben und gesellschaftliche Veränderungen deutlich gestiegen.

„Wenn wir neu an einem anderen Standort bauen würden, käme das flächenmäßig auf das gleiche hinaus, was uns im VG II zur Verfügung steht“, so Hahn weiter. Mit der Sanierung und Aufstockung des alten Standorts sind nach Einschätzung von Stanke auch Risiken verbunden, die schwer absehbar sind. So sind die Baupreise in den vergangenen Monaten stark gestiegen und ein Ende ist nicht absehbar. Zudem müsste die Verwaltung während der Bauzeit in Container umziehen, da Mietfläche in der benötigten Größe in Limburg nicht zur Verfügung steht. Selbst mit einem Standort für die Container wird es schon schwer. Eine Sanierung mit Aufstockung ist auch von der Umsetzung her deutlich zeitintensiver als der Umzug in ein fast neues Gebäude. Und der dann zur Verfügung stehende Raum reicht nicht aus, die Stadt wird Flächen anmieten müssen.

Rathaus in der Innenstadt

Mit dem geplanten Bürgerbüro im alten Rathaus, dort sind An- und Abmeldungen, Ausweisangelegenheiten, Meldebescheinigungen, Schwerbehindertenanträge, Beglaubigungen und viele weitere Dienstleistungen zusammengefasst, und den weiteren Dienststellen in der Innenstadt (Ordnungsamt am Bahnhofplatz, Standesamt, Amt für soziale Betreuung mit Kinder- und Jugendarbeit) wird es für die Bürger einen besseren Service geben, ist Hahn überzeugt.

Die öffentlichen Diskussionen über einfache Lösungen zugunsten der Mitarbeiter und Luxusarbeitszimmer hält er für völlig verfehlt. In vielen Zimmern des aktuellen Rathauses wird die Arbeitsstättenrichtlinie nicht eingehalten, Mitarbeiter finden keinen Platz, die Haustechnik zeigt immer wieder deutliche Mängel und energetisch ist das Gebäude mehr als sanierungsbedürftig. „Die Bürgerhäuser sind und werden gemacht, viele Sportanlagen sind auf der Agenda, nur im Rathaus wird der Zustand von Jahr zu Jahr schlechter, ohne dass etwas Grundlegendes passiert“, so Hahn.

Finanziell sind der Kauf des VG II und des CCs mit den weiteren Flächen gut zu stemmen. Die Stadt ist so aufgestellt, dass auch für die weiteren Haushaltsjahre ein ausreichend verfügbarer Bestand an Finanzmitteln bleibt.

Sondersitzung in der Kohlmaier-Halle

„Mit dem Kauf des CC gehen wir ein Risiko ein, dessen bin ich mir bewusst. Das Risiko gilt es zu minimieren“, so der Bürgermeister. Risikominimierung bedeutet, Nutzer für das CC zu finden. Fidelio Healthcare wird einen Stock mieten, das Bistum hat Interesse daran, Tagungsräume dauerhaft zu belegen. „Es gibt weitere Interessenten, die über eine Anmietung nachdenken“, macht Hahn deutlich. Richtig konkret werde es aber erst, wenn die Stadt als Eigentümer Verhandlungspartner ist und nicht als möglicher Eigentümer.

Die Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses findet am Donnerstag, 16. August, statt. Tagungsort ist der kleine Saal in der Josef-Kohlmaier-Halle, der mehr Platz bietet als der Große Sitzungssaal im Rathaus und auch klimatisch bessere Bedingungen bietet. Die Sondersitzung beginnt um 19.15 Uhr. Es ist vorgesehen, den anwesenden Bürgern/innen ein Rede- und Fragerecht einzuräumen. Am Montag, 27. August, soll die Stadtverordnetenversammlung über den Ankauf entscheiden. Sie tagt von 19.15 Uhr an im Rathaus.

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