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29.04.2019

Limburg: Was will der Masterplan?

Konzept für Mobilität der Zukunft wird der Öffentlichkeit vorgestellt

Eine ganze Reihe von Vorschlägen zu Veränderungen beim Kfz-Verkehr versammelten sich auf der Karte von Limburg.
Seit zwei Jahren wird in Limburg in und mit der Politik, den Verbänden und Institutionen und nicht zuletzt der Bürgerschaft der Masterplan Mobilität erarbeitet. Am Donnerstag, 16. Mai, wird im Kolpinghaus das nun erarbeitete Handlungskonzept vorgestellt und diskutiert. Dies geschieht in der letzten Sitzung des Beirats, der den kompletten Prozess begleitet hat. Zu der Sitzung, die um 19 Uhr beginnt, ist die Öffentlichkeit eingeladen. Nach der Veranstaltung im Kolpinghaus wird sich der Steuerungskreis mit dem Plan beschäftigen, der anschließend der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt wird. Diese muss den Masterplan Mobilität 2030 auch beschließen.

124 verschiedene Maßnahmen beinhaltet das Konzept, das nun vorgestellt werden soll und einen Handlungsrahmen für die Mobilitätsentwicklung in der Stadt bis zum Jahr 2030 beschreibt. Das beauftragte Gutachterbüro hat zwei Szenarien der Verkehrsentwicklung erarbeitet, ein moderates Szenario unter dem Stichwort „Fortschritt für Limburg“ und ein vollumfassendes Szenario unter dem Aspekt „Verkehrswende in Limburg“. „Fortschritt“ beschreibt den Mindeststandard für den Masterplan Mobilität, „Verkehrswende“ ist als Optimum anzustreben.

„Es ist eine Fülle von einzelnen Vorhaben, die dazu beitragen sollen, dass sich die Umweltbelastung reduziert, die Stadt gleichzeitig attraktiv und gut erreichbar bleibt“, verdeutlicht Bürgermeister Dr. Marius Hahn. Nach seiner Einschätzung kann eine Verbesserung nur durch viele kleine Bausteine erreicht werden. „Ich bin gespannt darauf, wie die Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf die Vorschläge reagieren und was dann später von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wird“, so der Bürgermeister, der auf eine gut besuchte Veranstaltung am 16. Mai hofft.

Die Veränderungen, die angestrebt werden, sollen den Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) am Verkehrsaufkommen in Limburg reduzieren. Zurzeit liegt der Anteil bei 60 Prozent, die Fußgänger kommen auf 22 Prozent, die Nutzer des ÖPNV auf elf und der Radverkehr auf sieben Prozent. Das Szenario „Fortschritt“ könnte den MIV auf 50 Prozent reduzieren, Fußgängeranteil und ÖPNV-Nutzer würden um jeweils zwei Prozent zulegen, der Anteil des Radverkehrs auf 12 Prozent steigen. Unter dem Aspekt „Verkehrswende“ ist ein Rückgang des MIV auf 40 Prozent möglich, auf jeweils 15 Prozent steigerten sich dann Radler und ÖPNV-Nutzer, die Fußgänger würden zu 30 Prozent an dem Verkehrsaufkommen beitragen.

In dem Handlungskonzept, aufgeteilt nach Fuß- und Radverkehr, Nahmobilität, ÖPNV und Kfz-Verkehr, sind insgesamt 76 Maßnahmen aufgeführt (hinzu kommen noch die Bereiche Digitalisierung, öffentlicher Raum und andere). In dem Konzept sind die Vorschläge bewertet als „sehr sinnvoll“, „sinnvoll“, „ausgewogen/vertretbar“. Es gibt auch Maßnahmen, die nicht bewertet oder verworfen wurden. Zudem gibt es zeitliche Umsetzungshorizonte zwischen kurzfristig bis 2022 oder langfristig bis etwa 2030.

Als sehr sinnvoll beim Fußverkehr wird zum Beispiel eine barrierefreie und höhengleiche Fußgängerquerung der B8 am Offheimer Weg eingestuft. Als sinnvolle Schlüsselmaßnahme für den Radverkehr wird die Prüfung und ein Pilotprojekt an Radschnellverbindungen aus den Stadtteilen oder aus Diez in die Kernstadt eingestuft. Im Bereich der Nahmobilität wird als Schlüssel- oder Leuchtturmprojekt die Schaffung einer neuen Schienenquerung für den Fuß- und Radverkehr auf Höhe des Bahnhofs mit Hilfe einer Brücke eingestuft.

Beim ÖPNV gilt die Schaffung einer neuen Tarifstufe unterhalb der RMV-Tarifstufe 1 als ein solches Leuchtturmprojekt. Beim Kfz-Verkehr gilt die umfangreiche Verbesserung beim Parkraummanagement im Zentrum (mit Verlagerung in Parkhäuser, Parkleitsystem, Gebührenanpassung und neuer Anlage südlich des Bahnhofs) als sehr sinnvoll mit Leuchtturmcharakter. Als sinnvoll wird auch angesehen, im Rahmen des Neubaus der Lichtfieldbrücke eine direkte Anbindung der Westerwaldstraße zu prüfen.

Auf dem Prüfstand standen im Rahmen des Prozesses, in dem auch zwei Bürgerforen und ein öffentliches Treffen zur Vorbereitung stattfanden, es eine Online-Beteiligung gab und eine Befragung mit Postkarten durchgeführt wurde, auch Vorhaben, die verworfen wurden. Dazu zählte eine Schienenquerung zwischen der Diezer Straße und der Industriestraße, eine zusätzliche Anschlussstelle Offheim/Dehrn an der B49 sowie der Ausbau der Schaumburger Straße. Auch mögliche Seilbahnverbindungen in der Stadt vom ICE-Bahnhof in die Stadtmitte oder zum Krankenhaus werden für nicht sinnvoll erachtet.

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