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Leichter Rückenwind für Radler in Limburg

Es gibt kleine Fortschritte. Limburg ziert nicht mehr das Tabellenende der hessischen Städte mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern beim Fahrradklima-Test. Vor zwei Jahren landete Limburg auf dem 49. Und damit auf dem letzten Platz. Beim aktuellen Klimatest des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) verbesserte sich die Domstadt. Sie liegt nun auf dem 31. Platz, insgesamt hatten sich diesmal 34 Städte vergleichbarer Größenordnung beteiligt.
Mit Schutzstreifen hat die Stadt in den vergangenen Jahren Platz für Radfahrer/innen auf verschiedenen Straßen geschaffen. Doch es fühlen sich nicht alle sicher bei der Fahrt zwischen den Autos.
Von einem „leichten Rückenwind“ spricht Bürgermeister Dr. Marius Hahn, der Erste Stadtrat Michael Stanke sieht „erste Anzeichen“ für eine verbesserte Situation für Fahrradfahrer/innen in der Stadt. Allerdings betonen beide, dass es noch ein weiter Weg ist, um eine fahrradfreundliche Stadt zu werden. Im Bundestrend sind die teilnehmenden Städte bei dem aktuellen Test insgesamt schlechter als vor zwei Jahren beurteilt worden. Limburg ist gegen den Trend etwas besser als 2016 beurteilt worden. Die Gesamtbewertung liegt nun bei 4,3, vorher lag sie bei 4,5. In 2014 gab es eine glatte 4.

Positiv fällt beim jüngsten ADFC-Fahrradklima-Test die höhere Beteiligung in Limburg auf. Diesmal gab es 183 Teilnehmer/innen, vor zwei Jahren waren es mit 53 deutlich weniger. Auf Bundesebene belegt Limburg unter 311 teilnehmenden Städten vergleichbarer Größe den 272. Rang. Die Bewertung dieser Städte kommt zu einer Durchschnittsnote von 3,9, Limburg liegt mit 4,3 also darunter.

Plus bei Einbahnstraßen

Auch Limburg hat durchaus Stärken, wenn es ums Radfahrern geht. In dem Fahrradklima-Test sind die in Gegenrichtung geöffneten Einbahnstraßen von den Radfahrern/innen positiv beurteilt worden. Auch dass zügiges Radfahren in der Stadt möglich ist, wird als Stärke in der Einzelbewertung gesehen. Hinzu kommt noch die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, das mit der Note 3,5 beurteilt wird. Besser als in der Gesamtnote werden auch die Wegweisung für die Radler, die Konflikte mit den Fußgängern (jeweils 3,7) sowie die Fahrradförderung in jüngster Zeit (3,8) oder die Oberfläche der Radwege (4,0) beurteilt.

Als mangelhaft taucht in der Bewertung auf, dass öffentliche Fahrräder nicht zur Verfügung stehen (Note 5,2) oder die Führung an Baustellen nicht fahrradfreundlich ist (Note 5,0). Als mangelhaft wird auch die Breite der Radwege in der Stadt eingestuft, die Ampelschaltung sowie die Falschparkerkontrolle auf den Radwegen beziehungsweise auf den Schutzstreifen. Auch das Fahren im Mischverkehr mit den Kraftfahrzeugen sowie auf den Radwegen und -schutzstreifen wird insgesamt sehr kritisch beurteilt (Note 4,8).

Sicherheitsgefühl leidet

Im Vergleich zu ähnlichen Städten werden die Fahrradförderung in jüngster Zeit, die geöffneten Einbahnstraßen in Gegenrichtung und die Anzahl der Fahrraddiebstähle besser beurteilt. Die Liste, in denen Limburg in diesem Vergleich schwächer abschneidet, ist allerdings deutlich länger. Besonders negativ fällt dabei wohl auf, dass die Mischung aus Alt und Jung auf dem Rad in Limburg fehlt. Auch die Erreichbarkeit des Stadtzentrums sowie das Fahren auf Radwegen und Radschutzstreifen werden in dem Vergleich deutlich schlechter beurteilt; zudem ist das Sicherheitsgefühl der Radler in Limburg deutlich schlechter als in anderen Städten.

Radfahren macht in Limburg nur bedingt Spaß und bedeutet vielfach Stress, so das Ergebnis der Befragung. Im Vergleich zu 311 anderen Städten mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern gibt es in Limburg nur bei zwei Fragen bessere Noten als im Durchschnitt. Dass in jüngster Zeit besonders viel für den Radverkehr getan wird, haben die 183 Teilnehmer/innen so eingeschätzt, dass für Limburg die Note 3,8 herausspringt; der Durchschnitt der 311 teilnehmenden Städte liegt bei 4,1. Die beste Note, 3,0, erhält Limburg bei den Einbahnstraßen, die in Gegenrichtung befahrbar sind. Dort liegt die Durchschnittsnote bei 3,2.

Weitere Verbesserungen

Zum Komplex Radverkehr gab es während der Bürgerveranstaltungen zum Masterplan Mobilität zahlreiche Anregungen.
Nach Einschätzung von Bürgermeister Hahn und dem 1. Stadtrat Michael Stanke sollen weitere Verbesserungen für die umweltschonende Art der Fortbewegung erreicht werden. Sie verweisen dabei auf den Green City Plan sowie auf den Masterplan Mobilität 2030.

In beiden Plänen ist die Förderung des Radverkehrs als eigenständiges Handlungsfeld formuliert. Die Maßnahmen dazu erstrecken sich vom Schließen von Lücken in Radwegen über die Einrichtung von Radhauptrouten bis hin zu Verbesserungen, die einer sicheren Radverkehrsführung dienen. Daneben gilt es, die Radinfrastruktur im Umfeld der Limburger Bahnhöfe sowie die Abstellanlagen im Stadtgebiet auszuweiten und qualitativ zu verbessern. Darüber hinaus werden die Belange des Radverkehrs beim Ausbau und der Instandsetzung von Feld- und Wirtschaftswegen berücksichtigt. Auch so werden Lücken im Radverkehrsnetz geschlossen, um ein flächendeckendes Radverkehrsnetz anbieten zu können.

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